EU-Eigenmittel, Abgaben

EU-Eigenmittel: Neue Abgaben für Konzerne ab 2028 geplant

23.06.2026 - 21:56:20 | boerse-global.de

Studie schlägt Abgaben für Großkonzerne, CO2-Zertifikate und Klimazoll vor. Nettozahler-Staaten lehnen höhere EU-Eigenmittel ab.

EU plant neue Konzernabgaben und Umweltsteuern ab 2028
EU-Eigenmittel - Eine stilisierte, leuchtende EU-Flagge überlagert mit abstrakten Finanzgrafiken und digitalen Datenströmen, die neue Steuerideen und Budgetfinanzierung symbolisieren. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) hat im Auftrag der Arbeiterkammer (AK) konkrete Vorschläge für neue EU-Eigenmittel vorgelegt. Im Fokus: Abgaben für Großkonzerne, Umweltsteuern und Finanzmarkt-Instrumente. Die neuen Regeln könnten ab 2028 kommen.

Steuern für Milliardäre und Konzerne

Die Studie schlägt eine Unternehmensabgabe für alle Konzerne mit mehr als 100 Millionen Euro Jahresumsatz vor. Hinzu kommen ökologische Abgaben: 30 Prozent der Erlöse aus CO2-Zertifikaten und 75 Prozent der Einnahmen aus dem geplanten Klimazoll sollen direkt in den EU-Haushalt fließen.

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Ergänzt wird das Paket durch eine Abgabe auf Elektroschrott und eine EU-weite Tabaksteuer. Ziel ist es, das Budget unabhängiger von den direkten Beiträgen der Mitgliedstaaten zu machen.

Weitere Optionen auf dem Prüfstand

Die WIIW-Analyse nennt zusätzliche Modelle, die derzeit auf europäischer Ebene diskutiert werden. Dazu gehören eine Millionärssteuer, eine Kerosinsteuer für den Luftverkehr und eine Abgabe für den Finanzsektor.

Die Autoren sehen darin nicht nur eine Chance für langfristig stabile Einnahmen. Sie wollen auch lenkungspolitische Ziele im Umwelt- und Sozialbereich erreichen.

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Nettozahler laufen Sturm

Die Verhandlungen über das neue EU-Budget sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Doch der Widerstand ist massiv. Österreichs Bundeskanzler Stocker (ÖVP) lehnt eine Erhöhung der EU-Eigenmittel ab. Er steht damit an der Seite anderer Nettozahler-Staaten.

Gleichzeitig treiben einzelne Länder nationale Pläne voran. Deutschland etwa will die Tabaksteuer ab 2027 schrittweise erhöhen. Der Fiskaldruck wächst – auf allen Ebenen.

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