Entgelttransparenz: Deutschland und Österreich verpassen EU-Frist
08.06.2026 - 00:14:43 | boerse-global.de
Portugal und Dänemark setzen neue Maßstäbe im Tierschutz, während Deutschland und Österreich wichtige EU-Fristen verpassen. Die europäische Nachhaltigkeitsagenda zeigt ein geteiltes Bild.
Portugal eröffnet erstes Elefantenschutzgebiet
In Portugal nahm das erste große Elefantenschutzgebiet Europas seinen Betrieb auf. Die Eröffnung markiert einen Trend zu verbindlicheren Tierschutzgesetzen auf dem Kontinent. Die Niederlande verboten Feuerwerk aus Tierschutzgründen, Frankreich verpflichtete Supermärkte zur Lebensmittelspende.
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Dänemark geht noch einen Schritt weiter: Premierministerin Mette Frederiksen löste das Landwirtschaftsministerium auf und ersetzte es durch ein Ministerium für Natur und Tierschutz. Der Sozialdemokrat Christian Rabjerg Madsen übernimmt die Leitung. Die bisherigen Agraraufgaben verteilen sich nun auf fünf Ministerien – ein klares Signal für stärkere ökologische Integration.
Auch der Artenschutz meldet Erfolge: Im Tiergarten Mönchengladbach kamen im Mai vier Jungtiere des Europäischen Nerzes zur Welt. Die Art galt seit 1925 in Deutschland als ausgestorben. Im Herbst sollen die Tiere ausgewildert werden.
Deutschland und Österreich verpassen Entgelttransparenz-Frist
Am 7. Juni lief die Frist zur Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie ab – ohne dass Deutschland oder Österreich die Vorgaben in nationales Recht überführten.
In Deutschland kündigte Familienministerin Karin Prien (CDU) eine Umsetzung bis Anfang 2027 an. Das Ziel: eine bürokratiearme Lösung. Doch der Fristablauf könnte teuer werden: Der Bundesrepublik droht ein Vertragsverletzungsverfahren durch die EU-Kommission. Der Gender Pay Gap liegt in Deutschland bei 15,6 Prozent – deutlich über dem EU-Schnitt von 11,1 Prozent.
Österreichs Arbeitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) legte einen Entwurf vor: Unternehmen ab 100 Mitarbeitern sollen dreijährliche Einkommensberichte vorlegen. Eine Einigung mit den Sozialpartnern steht noch aus. Die Wirtschaftskammer kritisiert den Entwurf, Arbeiterkammer und ÖGB begrüßen ihn. Österreich weist mit 17,6 Prozent eine der höchsten Lohnlücken in der EU auf.
Klimaneutrale Milch: Projekt zeigt Machbarkeit
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Fortschritte gibt es bei den ökologischen Nachhaltigkeitszielen. Das Projekt „Klimamilchfarm“ in Nordhessen – mit Beteiligung von Nestlé, Hochwald Foods und der HfWU – reduzierte den CO2-Fußabdruck pro Kilogramm Milch um 35 Prozent. Basis waren Daten aus den Jahren 2020 und 2021.
Investitionen in Wiegetechnik, LED-Beleuchtung und Güllesammelroboter machten dies möglich. Der beteiligte Landwirt investierte rund 900.000 Euro.
Ein Großbetrieb bei Leipzig zeigt, wie die Transformation gelingen kann: Die Agrarprodukte Kitzen eG betreibt zwei Biogasanlagen und Photovoltaikanlagen mit über 8.500 kWp Leistung. Mit 13 Millionen Kilowattstunden Strom jährlich versorgt der Betrieb seine 800 Milchkühe weitgehend energieautark – und speist Überschüsse ins öffentliche Netz.
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