Energieeffizienz: Rechenzentren müssen ab sofort PUE 1,2 erfüllen
22.06.2026 - 20:29:11 | boerse-global.de
Gleichzeitig verlängert sie Förderprogramme, um die schwächelnde Baukonjunktur zu stützen. Branchenverbände fordern mehr Tempo und Planungssicherheit.
Strengere Regeln für Rechenzentren
Ab Mitte 2026 greifen wesentliche Bestimmungen des neuen Energieeffizienzgesetzes (EnEfG). Neubauten von Rechenzentren müssen dann einen PUE-Wert von maximal 1,2 einhalten – ein Maß für die Energieeffizienz. Ab 2027 gilt zudem eine Pflicht zur vollständigen Ökostrom-Nutzung.
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Der Druck kommt nicht von ungefähr: Laut Internationaler Energieagentur liegt der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren bei rund 415 Terawattstunden pro Jahr. Bis 2030 könnte sich dieser Wert verdoppeln.
Hersteller wie Dell, Schneider Electric und Fsas Technologies reagieren mit Innovationen. Flüssigkühlungssysteme und unterbrechungsfreie Stromversorgungen mit 99 Prozent Wirkungsgrad sollen helfen. Auch neue Prozessorarchitekturen versprechen mehr Leistung bei weniger Verbrauch.
Streit ums Gebäudemodernisierungsgesetz
Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) sorgt für politischen Zündstoff. Bei einer Expertenanhörung im Bundestag prallten die Positionen aufeinander.
Die Unionsfraktion verteidigt das Vorhaben als verfassungskonform. Die Deutsche Umwelthilfe kündigte dagegen bereits Klage vor dem Bundesverfassungsgericht an.
Kritik kommt von mehreren Seiten. Verbände bemängeln das fehlende Betriebsverbot für Gas- und Ölheizungen nach 2044. Auch die sogenannte „Biotreppe“ – sie regelt den Anteil klimaneutraler Brennstoffe – steht in der Kritik. Der Mieterbund warnt vor Kostenrisiken für Bewohner. Kommunen sehen Unklarheiten bei der Planung von Gas- und Fernwärmenetzen.
EH55-Plus-Förderung verlängert
Das Bauministerium hat die befristete EH55-Plus-Förderung bis zum 31. Dezember 2026 verlängert. Das Programm soll den Wohnungsbau ankurbeln.
Bis Mitte Juni wurden rund 33.700 Wohneinheiten mit einem Volumen von 3,2 Milliarden Euro gefördert. Noch stehen Restmittel von etwa 343 Millionen Euro bereit.
Die Konditionen: Kredite von bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit zu einem effektiven Jahreszins von 1,0 Prozent. Voraussetzung ist der EH55-Standard und eine Wärmeversorgung komplett aus erneuerbaren Energien.
Parallel arbeitet die Bundesregierung an einem Aktionsplan zur Baukostensenkung. Geplant sind kürzere Planungsverfahren und digitale Bauanträge bis 2028.
Industrie setzt auf Flexibilität
Große Industrieunternehmen testen bereits, wie sie ihren Energieverbrauch flexibler steuern können. Das Unternehmen UPM erprobt in Augsburg im Projekt „SynErgie“ Elektrokessel und Holzschliff-Lagertanks als Energiespeicher.
Die Ergebnisse sollen Ende des Jahres an die Bundesnetzagentur gehen. Sie dienen als Grundlage für neue Netzentgeltregeln ab 2029.
Entlastung bei Berichtspflichten
Mittelständische Unternehmen können aufatmen: Die EU überarbeitet ihre Vorgaben zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD). Schätzungen zufolge sollen künftig bis zu 92 Prozent weniger Unternehmen direkt berichtspflichtig sein.
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Der Bankenverband betont die Bedeutung praxistauglicher freiwilliger Standards. Nur so bleibe die internationale Anschlussfähigkeit gewahrt und Datenlücken in Lieferketten ließen sich schließen.
Österreich: Abwärme für St. Pölten
Auch in Österreich tut sich etwas. EGGER und EVN unterzeichneten einen Vertrag zur Fernwärmelieferung für St. Pölten. Ab Ende 2027 sollen industrielle Abwärme und Biomassedampf rund 4.000 Haushalte versorgen.
