E-Rechnungspflicht, Nichteinhaltung

E-Rechnungspflicht: Ab 2027 müssen 800.000-Euro-Firmen umstellen

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 20:40 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Ab 2027 drohen Unternehmen bei Nichteinhaltung der E-Rechnungspflicht steuerliche Nachteile. Umfragen zeigen eine mangelhafte Umsetzung in der Wirtschaft.

E-Rechnungspflicht 2027: Firmen sind unzureichend vorbereitet
Eine stilisierte digitale Rechnung mit leuchtenden Datenströmen vor einem unscharfen Bürohintergrund. Symbolisiert die E-Rechnungspflicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ab 2027 müssen Unternehmen mit über 800.000 Euro Jahresumsatz ausschließlich strukturierte elektronische Rechnungen ausstellen. Die aktuelle Lage ist alarmierend.

Stufenplan bis 2028: Das sind die Fristen

Der Gesetzgeber treibt den digitalen Rechnungsverkehr mit einem klaren Zeitplan voran. Ab 2027 sind Firmen mit mehr als 800.000 Euro Umsatz zur reinen E-Rechnung im B2B-Bereich verpflichtet. Kleinere Unternehmen folgen ein Jahr später. Papierrechnungen und einfache PDFs werden damit schrittweise abgeschafft.

Die rechtlichen Konsequenzen sind hart: Wer das falsche Format nutzt, riskiert den Verlust des Vorsteuerabzugs. Während die öffentliche Verwaltung bereits vorprescht – in Rheinland-Pfalz gilt die XRechnung-Pflicht seit April 2025 –, hinkt die Privatwirtschaft hinterher.

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Umfrage zeigt: 90 Prozent ohne funktionierende Lösung

Der Verband elektronische Rechnung (VeR) befragte im Juni 143 Unternehmen. Das Ergebnis: 81 Prozent bewerten den Umsetzungsstand als schlecht. Zwar beschäftigen sich 92 Prozent regelmäßig mit dem Thema, doch 69 Prozent fühlen sich schlecht informiert.

Noch deutlicher wird es bei RSM Ebner Stolz. In einer Untersuchung mit rund 870 Teilnehmern gaben 90 Prozent der Firmen an, keine voll funktionsfähige E-Rechnungslösung zu haben. Rund 30 Prozent können die Pflichten im Ausland nicht sicher beurteilen. Schon Ende 2024 hatten 80 Prozent der Unternehmen nur die Empfängerseite implementiert – die aktive Erstellung blieb oft auf der Strecke.

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ViDA: Europa treibt die Digitalisierung voran

Hinter der nationalen Pflicht steckt die EU-Initiative „VAT in the Digital Age“ (ViDA). Ab Juli 2030 sollen strukturierte E-Rechnungen nach EN 16931 für alle innergemeinschaftlichen B2B-Geschäfte Pflicht werden. Als Übertragungswege etablieren sich das Peppol-Netzwerk und plattformbasierte Lösungen. Seit Februar 2025 ist Peppol BIS Billing 3.0 für XRechnungen nutzbar.

Die Umstellung bringt auch Vorteile: automatisierte Buchhaltung, schnellere Rechnungsprüfung und KI-Assistenten. Besonders im Baugewerbe könnten strukturierte Daten den Abgleich mit Leistungsverzeichnissen beschleunigen. Experten raten daher, die verbleibende Zeit zu nutzen. Das Elster-Portal bietet bereits kostenlose Tools, um E-Rechnungen lesbar zu machen.

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