E-Auto-Quoten: EU zwingt große Unternehmen ab 2030 zum Umstieg
07.06.2026 - 21:37:00 | boerse-global.de
Dagegen formiert sich massiver Protest.
Feste Quoten und Förderstopp für Verbrenner
Der Entwurf der „Clean Corporate Vehicles Regulation“ sieht vor: Ab 2030 gelten verbindliche E-Auto-Quoten für Flotten großer Unternehmen. Bereits ab 2028 dürfen Mitgliedstaaten nur noch emissionsfreie Firmenwagen finanziell fördern.
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Die Bedeutung ist enorm. Firmenwagen machen rund 60 Prozent aller Neuzulassungen in Europa aus. Die Kommission will genau hier den Hebel ansetzen, um den Umstieg auf E-Mobilität zu beschleunigen.
Verbände warnen vor faktischem Verbrenner-Verbot
In einem gemeinsamen Positionspapier laufen Mittelstandsverbände, Leasingbranche, Speditionen sowie Autohersteller und Zulieferer Sturm. Ihr Vorwurf: Die EU führt durch die finanzielle Hintertür ein faktisches Verbot von Verbrennern für Gewerbekunden ein.
Die Kritikpunkte sind vielfältig. Es fehle an flächendeckender Ladeinfrastruktur. Hohe Stromkosten und sinkende Restwerte von Gebraucht-E-Autos belasten die Kalkulation. VDA-Präsidentin Hildegard Müller warnt zudem vor neuen Bürokratielasten durch Melde- und Kontrollpflichten.
Berlin lehnt ab – Brüssel berät
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Die Bundesregierung hat sich bereits gegen den Vorschlag gestellt. Auch die Industrie fürchtet wirtschaftliche Folgen. Laut Branchenanalysen droht der deutschen Autoindustrie ein massiver Stellenabbau – Schätzungen gehen von bis zu 125.000 betroffenen Arbeitsplätzen bis 2035 aus.
Die Produktion in Europa liegt mit rund 13,3 Millionen Neuzulassungen (2025) deutlich unter dem Niveau von 2019 (16 Millionen). Hersteller wie Volkswagen kämpfen zudem mit rückläufigen Verkäufen in China – von 4,2 Millionen Fahrzeugen (2019) auf 2,7 Millionen (2025).
Am Montag befasst sich der EU-Ministerrat mit dem Vorschlag. Während Frankreich eine strengere Gangart befürwortet, mahnen deutsche Vertreter zur Vorsicht. Es geht um nichts weniger als die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft.
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