E-Rechnung: Niederlande folgen Italien – Entscheidung im Sommer
07.06.2026 - 21:19:24 | boerse-global.de
Während E-Rezept (seit Anfang 2024) und elektronische Gerichtsakte (bis 2026) voranschreiten, rücken integrierte Lösungen für E-Rechnung und digitale Belegverarbeitung in den Fokus.
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Geschäftskonten mit eingebauter Rechnungsstellung
Fintech-Anbieter bündeln Rechnungsstellung und Zahlungsverkehr zunehmend in einer Anwendung. Der finnische Anbieter Holvi setzt auf Rechnungstools und E-Invoicing mit Schnittstellen zu DATEV und Lexware. Die monatlichen Gebühren starten bei null Euro, SEPA-Überweisungen kosten in bestimmten Modellen 0,25 Euro pro Stück.
Finom bietet ebenfalls kostenfreie Basismodelle, legt den Schwerpunkt aber auf skalierbare Systeme für mehrere Nutzer – plus Cashback von bis zu 3 Prozent. Qonto staffelt seine Preise nach Transaktionsvolumen: von kostenlosen Einsteigerpaketen bis zu Enterprise-Lösungen für 199 Euro monatlich mit bis zu 10.000 SEPA-Transaktionen. Anbindungen an gängige Steuersoftware sind integriert.
Kontist bietet zusätzlich automatisierte Steuerberechnungen, während FYRST die Integration ins DATEV-Ökosystem betont.
KI-gestützte Buchhaltungssoftware
Neben Konten-Anbietern drängen spezialisierte Tools auf den Markt, die über reine Rechnungsstellung hinausgehen. BuchhaltungsButler etwa setzt auf KI-gestützte Belegerkennung. Die monatlichen Kosten liegen zwischen 40 und 90 Euro.
Die Software erstellt nicht nur E-Rechnungen, sondern übernimmt in höheren Tarifen auch die Umsatzsteuervoranmeldung sowie Einnahmen-Überschuss-Rechnungen (EÜR) oder Bilanzen. Für E-Commerce gibt es Schnittstellen zu Amazon, eBay und Shopify.
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Was die Konten wirklich kosten
Die Wahl des richtigen Tools ist auch eine Kostenfrage. Laut einer Verivox-Umfrage vom April 2026 zahlt fast jeder vierte Bankkunde in Deutschland über 100 Euro pro Jahr für sein Girokonto. Bei Sparkassen sind es 34 Prozent.
Digitale Geschäftskonten werben oft mit kostenfreien Grundmodellen – verknüpfen diese aber mit Gebühren für einzelne Buchungsposten oder Buchhaltungs-Zusatzfunktionen.
Europa treibt die Entwicklung
Der trend zur verpflichtenden E-Rechnung wird durch europäische Vorgaben verstärkt. Italien gilt als Vorreiter: Seit Anfang 2019 sind B2B- und B2C-Transaktionen verpflichtend elektronisch. Die Behörden berichten von einer signifikant gesunkenen Mehrwertsteuerlücke und effektiverer Betrugsbekämpfung.
Die Niederlande prüfen derzeit die Einführung einer verpflichtenden E-Rechnung im B2B-Bereich. Eine politische Richtungsentscheidung wird für den Sommer 2026 erwartet, ein Gesetzesentwurf gegen Jahresende.
Deutschland folgt dem Pfad: Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) ersetzt seit Anfang 2023 den Papierbeleg, das E-Rezept ist seit Januar 2024 verbindlich. Verbände wie der VdK weisen allerdings weiterhin auf die Bedeutung von Papierausdrucken für bestimmte Patientengruppen hin.
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