Deutschland, Industrie

Schneider: Mehr Gratis-CO2-Zertifikate für Chemieindustrie

20.02.2026 - 11:11:34 | dpa.de

Die Bundesregierung sieht die Chemieindustrie unter enormem Druck. In Brüssel setzt sich ausgerechnet der Umweltminister jetzt für eine Entlastung ein.

Schneider will die Chemieindustrie entlasten. (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa
Schneider will die Chemieindustrie entlasten. (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa

Umweltminister Carsten Schneider dringt in Brüssel darauf, dass die Chemieindustrie mehr kostenlose Treibhausgas-Zertifikate bekommt als geplant. «Die Chemiebranche steht unter internationalem Druck und das nehmen wir ernst», sagte der SPD-Politiker. Nötig seien kurzfristig «realistischere Maßstäbe für die Zuteilung kostenloser Emissionsrechte». «Das kann ein Beitrag zur Entlastung der Chemieindustrie werden, darf aber nicht der einzige Schritt bleiben», sagte Schneider.

Der Emissionshandel gilt als wichtigstes Klimaschutz-Instrument der EU. Große Unternehmen, die Brennstoffe wie Erdgas, Heizöl, Benzin und Diesel verkaufen, müssen je nach ausgestoßenem CO2 Emissionszertifikate vorweisen. Politisch wird eine Obergrenze dafür festgelegt, die über die Jahre sinkt. Dies soll zu mehr Klimaschutz führen.

Die Zertifikate werden versteigert, viele Industrieunternehmen bekommen einen Teil ihrer Zertifikate aktuell aber noch kostenfrei. So will man unter anderem verhindern, dass emissionsintensive Industrien in andere Länder verlagert werden. Die kostenlose Zuteilung soll jedoch schrittweise auslaufen.

Schneider betonte, der Emissionshandel funktioniere gut. «Er verbindet erfolgreich Klimaschutz und wirtschaftliche Stärke – und das soll auch so bleiben.» Die Rahmenbedingungen müssten aber so gestaltet werden, dass Deutschland und Europa starke Chemiestandorte blieben. An der Gesamtzahl der vergebenen CO2-Zertifikate soll sich nichts ändern.

de | wirtschaft | 68595590 |

Weitere Meldungen

Bangen um Jobs treibt Tausende Stahlarbeiter auf die Straße. In Berlin und dem Saarland beteiligen sich Tausende an Protesten. Gewerkschafter sehen Jobs in Gefahr. Billigstahl aus Asien, teure Energie und Klimavorgaben machen der Stahlindustrie zu schaffen. (Wirtschaft, 12.06.2026 - 14:51) weiterlesen...

Protest in Berlin: IG Metall bangt um Zehntausende Stahljobs. Nun will die Branche mehr Unterstützung von der Politik. Gewerkschafter sehen Arbeitsplätze in Gefahr. Billigstahl aus Asien, teure Energie und Klimavorgaben belasten die deutsche Stahlindustrie. (Wirtschaft, 12.06.2026 - 12:27) weiterlesen...

IG Metall warnt: Rückschritte bei grünem Stahl kosten Jobs. Nun macht die Branche Druck auf die Bundesregierung. Es geht um die Frage, wohin es für die Industrie gehen soll - und mit ihr Zehntausende Jobs. Die deutsche Stahlindustrie steckt tief in der Krise. (Wirtschaft, 11.06.2026 - 11:44) weiterlesen...

Mercedes will mit Drohnen-Start-up Tytan kooperieren Wie Mercedes-Benz und das Start-up Tytan Technologies gemeinsam an einem Drohnenabwehrsystem arbeiten wollen – und was Mercedes-Chef Ola Källenius zur Ausrichtung des Konzerns sagt. (Wirtschaft, 10.06.2026 - 19:28) weiterlesen...

Großaktionär Frasers will Hugo Boss übernehmen Erst Streit, jetzt Übernahmepläne: Frasers greift nach Hugo Boss. (Wirtschaft, 10.06.2026 - 19:13) weiterlesen...

Merz sieht Luftfahrt als Schlüsselbranche - neue Strategie. Die Branche fordert weitergehende Entlastungen. Das Bundeskabinett hat pünktlich zur ILA eine Luftfahrtstrategie beschlossen. (Wirtschaft, 10.06.2026 - 16:04) weiterlesen...