Deutschlandfonds: 30 Milliarden Euro für Rohstoffe und Zukunftstechnologien
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 19:15 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der im Dezember 2025 gestartete Deutschlandfonds hat seine Arbeit aufgenommen und erste Milliarden für strategische Projekte freigegeben. Aus Regierungskreisen und von der KfW heißt es: Im ersten Halbjahr flossen mehrere Hundert Millionen Euro in Start-ups, Rohstoffsicherung und den Energieumbau. Insgesamt stellt der Bund 30 Milliarden Euro bereit, um private Investitionen von 130 Milliarden Euro zu mobilisieren.
Fokus auf Rohstoffe und Energie
Ein zentraler Pfeiler des Fonds ist die Absicherung kritischer Lieferketten. Konkret wurden zwei Beteiligungen im Wert von 200 Millionen Euro realisiert. 150 Millionen Euro gehen als Eigenkapital an Vulcan Energy, das die Lithiumförderung vorantreibt. Weitere 50 Millionen Euro fließen in Arafura Rare Earths, um den Zugang zu Seltenen Erden zu sichern.
Der Rohstofffonds soll auf 1,5 Milliarden Euro aufgestockt werden. Ziel: Die Abhängigkeit von internationalen Exporteuren verringern – besonders in der Halbleiterindustrie, Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung. Parallel dazu hat die EU Wolfram als ersten Rohstoff für gemeinsame Vorräte ausgewählt. Grund: China kontrolliert rund 80 Prozent der weltweiten Förderung.
Förderung für Start-ups und Wagniskapital
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Neben Rohstoffen setzt der Deutschlandfonds auf Zukunftstechnologien. Zu den ersten Empfängern direkter Beteiligungen gehören Isar Aerospace, Quantum Systems und das Fusions-Start-up Proxima Fusion.
Die KfW Capital hat zudem 185 Millionen Euro in Wagniskapitalfonds investiert. Für junge Unternehmen und den Mittelstand sind über zehn Jahre insgesamt 1,5 Milliarden Euro vorgesehen. Das Programm WIN 400 startete mit 400 Millionen Euro. Erste Beteiligungen in KI und Biotechnologie laufen bereits. Ein spezielles Mittelstandsangebot soll im Herbst 2027 folgen.
Politische Steuerung und europäische Förderung
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Die KfW setzt den Fonds mit Krediten, Beteiligungen und Risikoabsicherungen um. Finanzminister Klingbeil und Wirtschaftsministerin Reiche betonten: Die staatliche Risikoabsicherung sei entscheidend, um privates Kapital für Transformationsprojekte zu gewinnen. Konkrete Auswertungen zum Verhältnis von Staats- zu Privatinvestitionen werden für Dezember erwartet.
Ergänzend genehmigte die EU-Kommission 659 Millionen Euro für vier Halbleiteranlagen in Deutschland. Die Standorte: Baesweiler, Itzehoe, Weilburg und München. Ziel ist es, den EU-Anteil an der weltweiten Chip-Produktion bis 2030 auf 20 Prozent zu steigern.
Versorgungssicherheit: Schwedt-Raffinerie stabilisiert
Parallel zu den Langfrist-Investitionen meldet das Wirtschaftsministerium Fortschritte bei der kurzfristigen Versorgungssicherheit. Die PCK-Raffinerie in Schwedt war im Mai durch einen Lieferstopp russischer Durchleitungen für kasachisches Rohöl beeinträchtigt. Jetzt erhält sie Ersatzlieferungen aus Südamerika über den Hafen Danzig. Der polnische Händler Unimot organisiert die Lieferungen. Die Auslastung der für Ostdeutschland kritischen Infrastruktur soll bei rund 80 Prozent stabilisiert werden.
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