CO2-Transparenz: Neue EU-Verordnungen für Exporte ab Oktober
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 01:26 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Mitte Juli traten sowohl verschärfte Regularien in Kraft als auch Software-Updates, die Unternehmen bei der Berechnung des Product Carbon Footprint (PCF) unterstützen.
Chemiesoftware aufgerüstet
Ein Anbieter für Emissionsmanagement-Software hat sein PCF-Modul erweitert. Es unterstützt jetzt den „Together for Sustainability“-Standard (TfS). Ziel: branchengerechte Berechnungen für die Chemieindustrie ermöglichen. Die Software berücksichtigt nun chemiespezifische Parameter wie CAS-Nummern und den Kohlenstoffgehalt.
Die Integration in bestehende Systeme erlaubt TfS-konforme Berichte. Diese sind gleichzeitig mit ISO-Standards und ESG-Reporting kompatibel. Auch andere Anbieter setzen verstärkt auf strukturierte Dokumentation nach ISO 14067 und dem GHG Protocol. Unternehmen erhalten so eine zentrale Datenbasis für Audit-Trails und Hotspot-Analysen.
EU-Verordnungen treiben den Wandel
Seit dem 13. Juli 2026 ist die EU-Verordnung EU/2026/1189 in Kraft. Sie verlangt von Exporteuren biologisch abbaubarer Polymere wie PLA oder PHA ab Oktober 2026 zertifizierte Lebenszyklus-CO2-Berichte. Die Nachweise müssen über die Plattform der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) eingereicht werden.
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Parallel sorgt das erweiterte Grenzausgleichssystem CBAM für Bewegung. Seit dem 15. Juli fallen Batteriemissionen unter die Regelung. Branchenbeobachter berichten von einem deutlichen Anstieg der Importe von LFP-Batteriezellen aus China im Juni 2026. Die Zollabfertigung verlangt nun verifizierte CO2-Fußabdruckerklärungen nach Norm EN 15804+A2.
Industrie stellt sich neu auf
Großkonzerne der Chemiebranche reagieren auf den Bedarf an emissionsärmeren Produkten. Mitte Juli kündigte ein Unternehmen neue Additive für Bautenfarben an, die auf einem Massenbilanzansatz basieren. Fossile Rohstoffe werden durch erneuerbare Quellen ersetzt. Die REDcert2-zertifizierten Produkte senken den PCF, ohne dass eine Neurezeptur nötig ist.
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Forschungsprojekte flankieren die operativen Schritte. Das Land Nordrhein-Westfalen förderte das Projekt „DualStrat“ mit 3,28 Millionen Euro. Drei Jahre lang entwickelten Wissenschaftler Methoden, um Nachhaltigkeit und Digitalisierung gemeinsam zu steuern. Beteiligt waren die Universität Paderborn, das Fraunhofer IEM, mehrere Mittelständler und das Wuppertal-Institut. Die Ergebnisse – darunter Konzepte für strategisches Management der dualen Transformation – sind nun öffentlich.
In Brandenburg entsteht zudem ein Pilotprojekt für Batterie-Recycling. Ziel: wertvolle Rohstoffe zurückgewinnen und die Klimabilanz der Produktion verbessern.
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