Chlortrifluorid-Einsatz: 270 Menschen in Zürich evakuiert
04.06.2026 - 21:51:54 | boerse-global.de
Grund war die Entsorgung eines extrem gefährlichen Stoffes aus dem Forschungsbestand der Universität.
Sechsstündiger Einsatz für Chlortrifluorid
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Zwischen 10:00 und 16:30 Uhr mussten Anwohner und Beschäftigte ihre Häuser und Arbeitsplätze im Umfeld der Hochschule verlassen. Im Fokus stand die sichere Entfernung von Chlortrifluorid – einer Substanz, die sowohl hochgiftig als auch extrem entzündlich ist.
Die Behörden richteten eine Evakuierungszone ein, die mehrere Straßen umfasste: Tannenstrasse, Sonneggstrasse, Leonhardstrasse und Weinbergfussweg. Zahlreiche Straßensperrungen und erhebliche Beeinträchtigungen des öffentlichen Nahverkehrs waren die Folge. Eine spezialisierte Firma aus Deutschland übernahm die Entsorgung der Chemikalie. Erst nach über sechs Stunden konnte das Gebiet wieder freigegeben werden.
Weitere Sicherheitsvorfälle in der Schweiz
Die Aktion an der ETH ist nicht der einzige Chemievorfall der Woche. Bereits am 2. Juni kam es in einer Produktionsanlage in Gähwil SG zu einem Zwischenfall: Ein Kessel mit Glycerin lief über und erzeugte eine heiße Rauchwolke. Diese ließ Kunststoffteile im Gebäude schmelzen und verursachte hohen Sachschaden an Maschinen.
Das Gebäude wurde evakuiert und belüftet. Mehrere Mitarbeiter klagten über Atembeschwerden, benötigten aber keine medizinische Behandlung. Die Ursache des Überlaufs wird noch untersucht.
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Am Abend des 3. Juni rückte die Feuerwehr zudem zu einem Großbrand in einem Hochhaus im Basler Dreispitz-Quartier aus. Flammen und dichter Rauch waren weithin sichtbar. Polizei und Feuerwehr waren mit einem Großaufgebot vor Ort, die Münchensteinerstrasse musste gesperrt werden.
Fortschritte in der Chemie- und Medizinforschung
Während die Entsorgung alter Gefahrstoffe die Sicherheitskräfte fordert, gibt es aus der Forschung positive Nachrichten: Wissenschaftler der ETH Zürich und der Universität Zürich (UZH) haben ein neues Verfahren zur Herstellung von Fluorchemikalien entwickelt – ohne den Einsatz von hochgiftigem Fluorwasserstoff.
Durch eine Mischung aus Oxalsäure mit Borsäure oder Siliziumdioxid können die Forscher Flussspat bei 80 Grad Celsius in wässriger Umgebung aktivieren. Das ermöglicht eine sicherere und nachhaltigere Produktion von Fluoroaromaten.
Ein weiterer medizinischer Durchbruch gelang dem Team um Forscher der ETH und UZH: In der Fachzeitschrift Nature Materials stellten sie biohybride Mikroroboter vor, sogenannte NPC-Bots. Diese können Rückenmarksverletzungen behandeln. Mithilfe externer Magnetfelder steuern sie Stammzellen, die mit magnetoelektrischen Nanopartikeln versehen sind. Im Tierversuch heilten gelähmte Mäuse innerhalb von 28 Tagen, Zebrafische sogar nach drei Tagen. Die Methode kommt ohne implantierte Elektroden aus.
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