CEWE setzt auf feste Vergütung für Aufsichtsräte
09.05.2026 - 21:39:19 | boerse-global.deDer Druck auf Unternehmen und öffentliche Einrichtungen wächst, Vergütungssysteme transparenter zu gestalten.
Die Oldenburger CEWE Stiftung & Co. KGaA stellt ihr Aufsichtsratsvergütungssystem auf den Prüfstand. Auf der diesjährigen Hauptversammlung sollen die Aktionäre über ein neues Modell abstimmen, das ausschließlich auf fixe Bezüge setzt. Ein klarer Trend in der deutschen Unternehmenslandschaft: variable Boni für Kontrollgremien gelten zunehmend als riskant.
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Klare Regeln für die Kontrolleure
Der Vorschlag sieht eine Grundvergütung als Basis vor, die für Führungsrollen mit festen Faktoren multipliziert wird. Der Aufsichtsratsvorsitzende soll künftig das Doppelte erhalten, sein Stellvertreter und der Vorsitzende des Prüfungsausschusses jeweils das 1,5-Fache. Hinzu kommt eine Sitzungsvergütung von 2.000 Euro pro Teilnahme. Spesen und eine D&O-Versicherung sind selbstverständlich.
Um die langfristige Angemessenheit zu sichern, ist eine Pflichtüberprüfung des Systems alle vier Jahre durch die Hauptversammlung vorgesehen.
Parallel zur Vergütungsreform sucht CEWE neue Handlungsspielräume. Die Gesellschaft beantragt die Ermächtigung zu einer Kapitalerhöhung um bis zu 595.360 Aktien – rund acht Prozent des Grundkapitals. Die Option soll bis Anfang Juni 2029 bestehen und strategische Akquisitionen oder die Bedienung kleiner Aktienpakete ermöglichen.
Internationale Zustimmung für Vergütungsmodelle
Während deutsche Unternehmen ihre Systeme nachschärfen, zeigen sich Aktionäre in Nordamerika äußerst zufrieden. Der kanadische Immobilienfonds Crombie Real Estate Investment Trust verkündete die Ergebnisse seiner Hauptversammlung vom 7. Mai 2026. Alle sieben nominierten Treuhänder erhielten Zustimmungsraten von über 99 Prozent.
Besonders bemerkenswert: Die Vergütung der Führungsebene wurde mit 98,64 Prozent der Stimmen gebilligt. Ein klares Signal, dass die Strategie, Gehälter an langfristige Wertschöpfung zu koppeln, bei den Investoren ankommt. Auch die Wiederbestellung von PricewaterhouseCoopers als Wirtschaftsprüfer erfolgte nahezu einstimmig.
Debatte um Gehälter im öffentlichen Rundfunk
Die Diskussion um angemessene Vergütung erreicht auch die öffentlich-rechtliche Sphäre. Jean-Michel Cina, Präsident des SRG-Verwaltungsrats, verteidigte das Jahresgehalt von Generaldirektorin Susanne Wille in Höhe von 518.000 Schweizer Franken. Cina bezeichnete die Summe als angemessen und wies darauf hin, dass sie unter vergleichbaren Positionen in anderen Branchen liege.
Dennoch sorgt der Betrag für Aufsehen – er übersteigt das Gehalt eines Schweizer Bundesrats. Die Die Debatte folgt auf einen Führungswechsel Ende April 2026, als die bisherige Direktorin Nathalie Wappler ohne Abfindung ausschied. Wappler wechselt voraussichtlich in eine Teilzeitrolle beim Deutschen Medienrat, wo die jährliche Vergütung für solche Mandate auf 27.600 bis 42.000 Euro geschätzt wird.
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Sparkurs auch beim Staat
Die Präsidenten der deutschen Bundes- und Landesrechnungshöfe haben auf ihrer Konferenz Anfang Mai in Bremen die Notwendigkeit strenger Wirtschaftlichkeitsprüfungen betont. Der Hintergrund: Steigender Druck auf öffentliche Kassen und die Forderung nach effizientem Mitteleinsatz.
Der Bundesrechnungshof hatte zuvor das Auswärtige Amt für die Gründung des Bundesamts für Auswärtige Angelegenheiten kritisiert. Die 2021 gestartete Behörde habe ihre Kernziele – schnellere Visaverfahren und Entlastung der Auslandsvertretungen – verfehlt. Das Ministerium sagte daraufhin eine umfassende Effizienzprüfung bis Ende 2026 zu.
Globale Risiken belasten Unternehmensbudgets
Auch externe Faktoren zwingen zu Neuberechnungen. Die brasilianische Fluggesellschaft Azul warnte vor massiven Treibstoffmehrkosten aufgrund der Spannungen im Nahen Osten, die die Straße von Hormus betreffen. Für 2026 rechnet die Airline mit zusätzlichen Ausgaben von umgerechnet rund 180 Millionen Euro. Zwar will Azul etwa die Hälfte durch Kapazitätsanpassungen abfedern – der Fall zeigt jedoch, in welchem volatilen Umfeld Aufsichtsräte heute Entscheidungen treffen müssen.
Die kommenden Hauptversammlungen und die Ergebnisse der staatlichen Effizienzprüfungen werden zeigen, ob sich die Standards für unternehmerische und öffentliche Verantwortung weiter angleichen.
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