Cannabis-Import, Rekord

Cannabis-Import: Rekord von 50,5 Tonnen im ersten Quartal 2026

28.05.2026 - 20:49:22 | boerse-global.de

Politiker und Ärzte verlangen schärfere Auflagen für medizinisches Cannabis. Der Import stieg im ersten Quartal auf ein Rekordniveau von 50,5 Tonnen.

42-coin: Neue Blockchain seit November 2016 - Foto: über boerse-global.de
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Bundestagsabgeordnete und Ärzte fordern strengere Regeln für Cannabis-Rezepte und Telemedizin. Der Import erreicht Rekordhöhen.

Mitglieder des Gesundheitsausschusses haben am Mittwoch strengere Auflagen für die Verschreibung von medizinischem Cannabis gefordert. Geplant sind unter anderem eine verpflichtende persönliche Erstuntersuchung sowie eine engere Bindung der Rezepte an konkrete medizinische Indikationen. Der Vorstoß kommt nicht von ungefähr: Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) meldete für das erste Quartal 2026 Importe von 50,5 Tonnen medizinischem Cannabis – ein neuer Rekord.

Gerichte und Krankenkassen ziehen die Zügel an

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Online-Rezepte stehen bereits auf dem Prüfstand. Das Landgericht Düsseldorf untersagte Ende April Apotheken, Rezepte zu beliefern, die ausschließlich auf Online-Fragebögen basieren. Parallel dazu empfahl der GKV-Finanzausschuss, die Erstattung von Cannabis-Blüten durch die gesetzliche Krankenversicherung zu streichen.

Doch nicht nur die Verschreibungspraxis sorgt für Diskussionen. Rechtsanwältin Olivia Ewenike weist auf weitere Hürden hin: Cannabis Social Clubs (CSCs) kämpfen mit langwierigen Genehmigungsverfahren. Manche Behörden verzögerten die Ausstellung von Erlaubnissen offenbar bewusst. Hinzu kommen restriktive Werberegeln, die den Vereinen die Präsenz in sozialen Medien erschweren.

Psychiater warnen vor gravierenden Folgen

Professor Thomas Wobrock, Chefarzt am Zentrum für Seelische Gesundheit in Groß-Umstadt, zog am Donnerstag eine ernüchternde Bilanz zwei Jahre nach der Teil-Legalisierung. Cannabis sei zwar gesellschaftlich akzeptierter geworden, doch das Risiko, an Schizophrenie zu erkranken, sei für regelmäßige Konsumenten etwa doppelt so hoch.

Die klinischen Daten untermauern diese Einschätzung. Zwischen 30 und 50 Prozent der stationär behandelten Psychose-Patienten – rund 250 Fälle pro Jahr allein in Wobrocks Klinik – hatten eine Cannabis-Vorgeschichte. Der Psychiater schätzt, dass rund zehn Prozent der Neuerkrankungen vermeidbar wären, wenn der Konsum unterbliebe.

Besonders brisant: Die durchschnittliche THC-Konzentration vieler Produkte liegt zwischen 26 und 30 Prozent – ein Wert, der die Wahrscheinlichkeit psychotischer Symptome deutlich erhöht. Dabei ist Cannabis kein zugelassenes Medikament gegen psychische Erkrankungen, betonen die Ärzte.

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Junge Konsumenten meiden offizielle Wege

Die Daten zeigen einen paradoxen Trend: Während die medizinischen Importe um 198 Prozent gestiegen sind, beschaffen sich schätzungsweise 84 Prozent der jüngeren Konsumenten die Substanz über soziale Netzwerke – und nicht auf legalem Weg. Die offizielle Versorgung erreicht die Zielgruppe der Legalisierung damit nur unzureichend.

Arbeitsplatz und Verkehr: Das Sicherheitsproblem

Die Frage nach Cannabis am Arbeitsplatz bleibt ein Reizthema. Bei einem Forum der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) Mitte Mai betonten Experten, dass stabile Gesundheitsstrukturen und Präventionsmaßnahmen für die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft unerlässlich seien.

Ein Fall aus der Schweiz zeigt die praktischen Konsequenzen: Ein 34-jähriger Patient verlor im Februar seinen Führerschein, obwohl er medizinisches Cannabis gegen ADHS verschrieben bekommen hatte. Bei einer Polizeikontrolle wurde ein THC-Wert von 1,5 µg/l gemessen – das Sechsfache des erlaubten Grenzwerts.

Die Sicherheitsdebatte fällt in eine Zeit ohnehin hoher Krankenstände. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) meldete am Mittwoch Rekordwerte bei der Arbeitsunfähigkeit. Zwar sind Atemwegserkrankungen derzeit der Haupttreiber, doch Experten des TÜV Rheinland weisen darauf hin, dass veränderte Umweltfaktoren und verbesserte Prävention für Branchen wie Bau, Logistik und Landwirtschaft zunehmend kritisch werden.

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