BGM-Förderpreis 2026: DAK verlängert Frist bis 18. Juli
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 16:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Unternehmen können ihre Konzepte noch bis zum 18. Juli einreichen. Der Wettbewerb steht unter dem Motto „Neue Wege zur gesunden Arbeit“ – mit Fokus auf Digitalisierung, Gesundheit und Menschlichkeit.
Der Preis ist mit Sachleistungen im Gesamtwert von 60.000 Euro dotiert. Der erste Platz erhält Leistungen für 30.000 Euro, der zweite für 20.000 Euro, der dritte für 10.000 Euro. Eine Expertenjury entscheidet über die Vergabe. Die Preisverleihung findet am 29. September in Köln statt.
Lidl und Kreisverwaltung ausgezeichnet
Am 7. Juli erhielten mehrere Arbeitgeber Auszeichnungen für ihre Gesundheits- und Attraktivitätsstrategien. Der Lebensmitteleinzelhändler Lidl bekam von der ZEIT Verlagsgruppe und kununu das Siegel „Besonders begehrter Arbeitgeber“. Voraussetzung: ein Score von mindestens 3,5 Sternen und eine Weiterempfehlungsrate über 70 Prozent. Lidl verwies auf bestehende BGM-Angebote und eine bereits im November 2025 erhaltene Auszeichnung als gesunder Arbeitgeber.
Auch der öffentliche Sektor zieht nach. Die Kreisverwaltung Marburg-Biedenkopf erhielt am 7. Juli zum dritten Mal in Folge das AOK-Zertifikat. Sie arbeitet seit 2023 mit der Krankenkasse zusammen und setzt auf Wirbelsäulen-Screenings, Rückengesundheitsvorträge und Workshops zu gesunder Ernährung.
Weitere Unternehmen festigten ihre Position im Wettbewerb um Fachkräfte. Das Maklerhaus Funk erhielt 2026 zum fünften Mal eine Auszeichnung der Universität St. Gallen – unter Schirmherrschaft von Sigmar Gabriel. Bewertet wurden Resilienz und Unternehmenskultur. Die FITOK GmbH aus Offenbach schloss eine Zertifizierung durch das RKW Hessen ab, nachdem eine Mitarbeiterbefragung Ende 2025 eine Zustimmungsquote von 87 Prozent ergeben hatte.
BGM als Schlüssel zur Mitarbeiterbindung
Die Bedeutung von BGM-Maßnahmen belegen aktuelle Daten des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Besonders deutlich zeigt sich der Effekt im Pflegebereich: Beschäftigte mit sehr gutem BGM gehen zu 69 Prozent davon aus, ihren Beruf bis zur Rente ausüben zu können. In Betrieben ohne Angebote sinkt dieser Wert auf 46 Prozent.
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Doch viele Unternehmen haben Nachholbedarf. Über 50 Prozent bieten bislang keine spezifische Gesundheitsförderung an. Nur rund 31 Prozent der Beschäftigten bewerteten die vorhandenen Angebote als hoch oder sehr hoch. Fachleute betonen: Effektives BGM geht über Sportangebote hinaus und muss auch die Arbeitsorganisation umfassen – etwa durch verlässliche Dienstpläne.
Psychische Gesundheit rückt in den Fokus
Psychische Erkrankungen sind mittlerweile die zweithäufigste Ursache für Krankmeldungen und führen oft zu besonders langen Ausfallzeiten. Präventive Maßnahmen gewinnen daher an Bedeutung. Betriebliche Krankenversicherungen (bKV) bieten psychologische Beratungen ohne lange Wartezeiten oder digitale Mental-Health-Angebote.
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Ergänzt werden diese privatwirtschaftlichen Ansätze durch staatliche Programme. Im Juni wurde in Österreich das Programm „fit2work“ vorgestellt. Es bietet kostenlose Beratungen zu Hitzeschutz am Arbeitsplatz und unterstützt beim betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM), das bei längeren Krankheitsphasen gesetzlich vorgeschrieben ist. Auch Krankenkassen wie die mhplus setzen verstärkt auf digitale Lösungen und nutzen Plattformen wie „workfitconnect“, um ergonomische Arbeitsplätze und medizinische Check-ups standortübergreifend zu koordinieren.
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