Drogentote 2025: Rekord von 2.150 Fällen – 528 unter 30 Jahren
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 15:41 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Besonders der Mischkonsum und synthetische Substanzen treiben die Sterblichkeit in die Höhe.
Jeder vierte Tote ist unter 30
Insgesamt 2.150 Menschen starben 2025 an den Folgen ihres Drogenkonsums – ein Rekordwert. Besonders dramatisch: 528 Verstorbene waren jünger als 30 Jahre. In der Altersgruppe der unter 20-Jährigen starben 106 Menschen. Das ist fast eine Verdopplung gegenüber 2021.
Von den Todesfällen entfielen 1.777 auf Männer. Hauptursache ist der Mischkonsum: Bei rund 81,5 Prozent der Fälle fanden die Ermittler Kombinationen aus Medikamenten, Alkohol und illegalen Drogen.
Fentanyl und Kokain auf dem Vormarsch
Synthetische Opioide werden zum wachsenden Problem. Allein 118 Todesfälle gingen 2025 auf das Konto von Fentanyl – ein Anstieg um 20 Prozent. Noch drastischer fällt die Entwicklung bei Kokain und Crack aus: Hier hat sich die Zahl der Todesfälle seit 2021 mehr als verdoppelt. 769 Menschen starben daran.
Experten wie Streeck fordern deshalb einen massiven Ausbau der Hilfesysteme. „Wir brauchen mehr Prävention, mehr Entzugsplätze und mehr Therapieangebote“, sagte er. Besonders häufig seien Mischungen aus Benzodiazepinen oder Opioiden mit Alkohol tödlich gewesen.
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Städte reagieren mit drastischen Verboten
Die bundesweite Entwicklung hat konkrete Folgen vor Ort. In Stadtallendorf verhängte die Stadt Anfang Juli ein sofortiges Alkohol- und Cannabisverbot für das örtliche Freibad. Grund waren Vorfälle mit berauschten Gästen. Jetzt sind auch Taschenkontrollen am Eingang erlaubt.
Das Solebad Werne zog am 7. Juli nach. Die neue Hausordnung verbietet nicht nur Cannabis, sondern auch Messer, Waffen und Smart-Glasses im Saunabereich. Zudem gelten strengere Zutrittsregeln für Kinder und Jugendliche.
In Bottrop beschloss der Rat ebenfalls am 7. Juli eine verschärfte Verordnung. Sie schützt Einsatzkräfte vor Behinderung und Belästigung. Außerdem gelten jetzt Alkoholverbote auf bestimmten Außenflächen und Glasverbote bei Großveranstaltungen.
Streit um die Cannabis-Legalisierung
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Kritische Stimmen bringen die steigenden Zahlen bei jungen Konsumenten direkt mit der Cannabis-Legalisierung in Verbindung. In Medienkommentaren wird eine Rücknahme des Gesetzes gefordert – verbunden mit deutlich mehr Präventionsarbeit.
Ob dieser Zusammenhang tatsächlich besteht, dazu liefert der Drogenbericht keine eindeutigen Belege. Klar ist aber: Die Zahl der Drogentoten hat ein neues, erschreckendes Niveau erreicht.
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