Betriebliches Gesundheitsmanagement: Düsseldorf gewinnt AOK-Preis
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 07:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Stadtverwaltung Düsseldorf hat den ersten Preis in der Kategorie „Innovation und Engagement“ für ihr betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) erhalten. Die Auszeichnung wurde am gestrigen Donnerstag im Düsseldorfer Rathaus durch die AOK Rheinland/Hamburg und das BGF-Institut verliehen. Damit rückt die gesundheitliche Prävention in den Fokus kommunaler Personalstrategien.
Die Landeshauptstadt setzte sich im Wettbewerb um den AOK-BGF-Gesundheitspreis gegen andere Bewerber durch. Der Preis ist mit insgesamt 8.000 Euro dotiert. Zur Entgegennahme fanden sich Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, Personaldezernent Olaf Wagner sowie BGM-Leiter Sascha Martini im Rathaus ein. Die Übergabe erfolgte durch Sabine Deutscher (AOK) und Michael Wenninghoff (BGF-Institut).
Mentale Gesundheit und digitale Assistenz
Im Zentrum der prämierten Strategie stehen moderne Ansätze zur Mitarbeitergesundheit. Ein wesentlicher Baustein: die Ausbildung von 300 Ersthelfenden für mentale Gesundheit. Sie fungieren innerhalb der Belegschaft als erste Ansprechpartner bei psychischen Belastungen.
Parallel setzt die Stadt auf technologische Unterstützung. Dazu gehören KI-gestützte Ergonomie-Coaches sowie Virtual-Reality-Angebote (VR), die in den Arbeitsalltag integriert werden. Zudem fördert die Stadt neue Sportformate – inklusive einer eigenen E-Sport-Betriebssportgemeinschaft. Die Maßnahmen sollen die physische und psychische Belastbarkeit in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt stärken.
Krankenstand auf Rekordniveau
Die Auszeichnung erfolgt vor dem Hintergrund branchenübergreifend hoher Fehlzeiten. Daten der AOK Rheinland/Hamburg zeigen für 2025 einen Krankenstand von 7,01 Prozent. Besonders betroffen: die Automobilzulieferindustrie mit einem Rekordwert von 8,94 Prozent – nach 8,61 Prozent im Jahr 2024.
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Auffallend ist die Entwicklung bei psychisch bedingten Fehlzeiten. Sie beliefen sich 2025 auf durchschnittlich 6,6 Kalendertage pro beschäftigter Person. Das ist eine Verdopplung gegenüber 3,2 Tagen im Jahr 2017. Analysen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigen zudem die Relevanz von Langzeiterkrankungen: Fälle von mehr als sechs Wochen Dauer machten 2024 nur 3,3 Prozent aller Krankschreibungen aus – verursachten aber fast 40 Prozent der gesamten Fehltage.
Altersfreundliche Stadt
Neben dem internen Gesundheitsmanagement weitet die Stadt ihr engagement auch auf die Stadtgesellschaft aus. Ebenfalls am gestrigen Donnerstag erhielt Oberbürgermeister Keller das Zertifikat für die Mitgliedschaft im WHO-Netzwerk altersfreundlicher Städte („Age-friendly Cities and Communities“). Düsseldorf gehört dem Netzwerk seit Januar 2026 an.
Mit rund 660.000 Einwohnern, von denen etwa ein Viertel über 60 Jahre alt ist, steht die Stadt vor spezifischen demografischen Herausforderungen. Ein bereits 2025 verabschiedeter Aktionsplan sieht unter anderem den Ausbau von 32 Anlaufstellen vor.
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Prävention wirkt – aber nicht für alle
Die Bedeutung systematischer Prävention wird durch aktuelle Evaluationen gestützt. Eine Untersuchung des BQS Instituts im Auftrag des GKV-Spitzenverbands analysierte 172 Präventionskurse. Bei gut jedem fünften Teilnehmenden verbesserten sich Beschwerden des Bewegungsapparats dauerhaft. Zudem zeigte sich bei knapp 14 Prozent eine allgemeine Verbesserung des Gesundheitszustands sowie eine langfristige Steigerung der körperlichen Aktivität.
Allerdings: Solche Angebote erreichen noch nicht alle Bevölkerungsschichten gleichermaßen.
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