Bafin setzt Berenberg-Geschäftsleitung ab: Verstöße gegen Corporate Governance
19.06.2026 - 21:58:38 | boerse-global.de
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat am Freitag die gesamte Geschäftsleitung der Hamburger Traditionsbank Berenberg abgesetzt. Betroffen sind die drei persönlich haftenden Gesellschafter Hendrik Riehmer, David Mortlock und Christian Kühn.
Schwere Verstöße gegen Corporate Governance
Als Grund nennt die Aufsichtsbehörde Hinweise auf schwerwiegende Verstöße gegen die Corporate Governance. Die Unregelmäßigkeiten seien bei der Prüfung des Jahresabschlusses 2025 aufgefallen. Berichten zufolge stehen sie im Zusammenhang mit Markttransaktionen und unkorrekten Buchungen im Eigenhandel. Die genauen Hintergründe sind bislang unklar.
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Altbekannte Köpfe übernehmen
Um die Handlungsfähigkeit des Instituts zu sichern, setzte die Bafin zwei Sonderbeauftragte ein. Hans-Walter Peters kehrt damit an die Spitze des Hauses zurück, das er bereits früher als Chef leitete. Unterstützt wird er von Michael Horf, ehemaliges Vorstandsmitglied der Degussa Bank.
Peters betonte in einer ersten Stellungnahme: „Das Kundengeschäft ist von den Vorgängen nicht betroffen." Kunden seien nicht geschädigt worden.
Gewinneinbruch bestätigt
Die Bank legte zeitgleich aktuelle Finanzkennzahlen vor. Für 2025 erwartet sie einen Gewinn von rund 20 Millionen Euro – ein deutlicher Rückgang gegenüber 81,6 Millionen Euro im Vorjahr. Im ersten Halbjahr 2026 rechnet das Institut mit etwa 40 Millionen Euro.
Auch andere Häuser stellen um
Neben den Ereignissen in Hamburg gibt es weitere personelle Veränderungen in der Finanzbranche. Die Inbank berief Maciej Pieczkowski und Erik Kaju mit sofortiger Wirkung aus dem Vorstand ab. Grund ist der Start eines neuen Betriebsmodells Anfang Juni. Der neue Vorstand besteht aus CEO Priit Põldoja, CFO Marko Varik, CCO Margus Kastein, CPO Piret Paulus, CRO Evelin Lindvers und Ivar Kurvits.
In den USA ernannte die Broadway Financial Corporation Tina Carew zur neuen Chief Legal Officer. Sie bringt Erfahrung in Regulatory Compliance und Kapitalmarkttransaktionen mit.
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EU plant milliardenschwere Entlastung
Während die Aufsicht auf nationaler Ebene die Regeln verschärft, zeichnen sich auf europäischer Ebene Erleichterungen ab. Einem vertraulichen Bericht der EU-Kommission zufolge sollen grenzüberschreitende Kapitalschranken innerhalb des Binnenmarkts fallen. Durch eine Entschlackung der Basel-III-Vorgaben könnten bis zu 475 Milliarden Euro freigesetzt werden.
Die UmweltBank legte unterdessen ihre testierten Zahlen vor. 2025 erzielte sie einen Konzernjahresüberschuss von 12,3 Millionen Euro. Für 2026 prognostiziert das Institut ein Ergebnis vor Steuern zwischen 10 und 15 Millionen Euro. Über eine Dividende von 5 Cent pro Aktie entscheidet die Hauptversammlung am 30. Juli.
