Bäckereien, Sonntagsarbeit

Bäckereien: Sonntagsarbeit bis acht Stunden ab Januar 2027

04.07.2026 - 02:40:03 | boerse-global.de

Der Koalitionsausschuss einigt sich auf eine Ausweitung der Sonntagsarbeit für Bäckereien auf bis zu acht Stunden ab 2027.

Bäcker dürfen sonntags länger backen: Reformpaket beschlossen
Bäckereien - Frisch gebackene Brezel und Brötchen auf einem Holztisch in einer Bäckerei, mit warmem Morgenlicht beleuchtet. 04.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das sieht das Reformpaket vor, auf das sich der Koalitionsausschuss am Donnerstag geeinigt hat.

Bislang war die Sonntagsarbeit im Bäckerhandwerk auf maximal drei Stunden begrenzt. Die Neuregelung ab 1. Januar 2027 soll dem veränderten Konsumverhalten Rechnung tragen. Auch Bibliotheken profitieren: Sie dürfen künftig bis zu sechs Stunden sonntags öffnen.

Reform oder Flickwerk?

Kanzler Merz bestätigte nach den Verhandlungen, dass man sich noch nicht auf ein vollständig neues Arbeitszeitgesetz verständigt habe. Die längeren Sonntagsöffnungszeiten stehen aber als erste konkrete Entscheidung. Eine umfassendere Reform der Arbeitszeitmodelle soll im Sommer folgen.

Doch die Praxis könnte kompliziert werden. Denn das Ladenschlussrecht liegt bei den Bundesländern. In Bayern gilt seit August 2025 ein eigenes Gesetz, das den Sonntagsverkauf weiterhin auf drei Stunden begrenzt. Die Bundesreform erweitert nur den arbeitsrechtlichen Rahmen – die Länder müssten ihre Regeln anpassen, damit Betriebe die neuen Spielräume nutzen können.

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Bäckereien mit Café-Bereich umgehen die Beschränkungen bisher oft über das Gaststättengesetz. Die Neuregelung zielt darauf ab, diese Ungleichheiten zu beseitigen.

Lob und Kritik aus der Branche

Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks begrüßt die geplanten Änderungen grundsätzlich. Gleichzeitig kritisiert er die geplante Erhöhung der Minijob-Pauschalsteuer von zwei auf fünf Prozent. Diese belaste die Betriebe zusätzlich.

Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung warnt vor einer Aushöhlung des Sonntagsschutzes. Die Koalition setzt dagegen auf steuerliche Anreize: Sonntags- und Feiertagszuschläge sollen künftig bis zu einem Grundlohn von 75 Euro pro Stunde steuerfrei bleiben – bisher lag die Grenze bei 50 Euro. Zudem werden die Zuschläge vollständig sozialabgabenfrei gestellt.

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Teil eines größeren Pakets

Die Neuregelung ist einer von 34 Punkten, mit denen die Bundesregierung das Wirtschaftswachstum 2027 auf über ein Prozent heben will. Am Freitag verteidigten Koalitionsspitzen die Beschlüsse, die auch steuerliche Entlastungen für kleine und mittlere Einkommen vorsehen.

Gegenfinanziert wird das Paket unter anderem durch eine höhere Reichensteuer: Ab 250.000 Euro Jahreseinkommen steigt der Satz auf 45 Prozent, ab 280.000 Euro auf 47 Prozent.

Weitere Beschlüsse: Die Krankschreibung muss künftig ab dem ersten Tag vorliegen – die telefonische Krankschreibung wird abgeschafft. Zudem gibt es ein gesetzliches Verbot der Verstaatlichung privater Mietwohnungen. Der Haushaltsentwurf für 2027 soll am Montag vorgestellt werden.

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