Deutschland, Konjunktur

Deutschland: Wegen schwacher Konjunktur weniger Engpässe bei Fachkräften

19.12.2024 - 10:13:40

Angesichts der schwachen Konjunktur ist der Mangel an Fachkräften für Unternehmen derzeit ein geringeres Problem.

Das ergab eine Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer. Es gebe aber keine generelle Entwarnung.

Nach der Umfrage unter rund 23.000 Unternehmen können derzeit 43 Prozent der Unternehmen offene Stellen zumindest teilweise nicht besetzen, weil sie keine passenden Arbeits- und Fachkräfte finden. Dies sei ein deutlicher Rückgang um sieben Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr und verglichen mit 2022 ein Minus von zehn Prozentpunkten.

Der Fachkräftemangel liege als Geschäftsrisiko aus Sicht der Unternehmen nur noch auf dem vierten Rang - davor stünden die Inlandsnachfrage, wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und die Arbeitskosten.

Der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks sagte: "Hohe Energiekosten, wirtschaftspolitische Unsicherheiten, die sich auf Investitionsentscheidungen auswirken, sowie ein intensiver internationaler Wettbewerb stellen die Betriebe vor große Herausforderungen." Das dämpfe die Personalnachfrage und verringere gleichzeitig Arbeitskräfteengpässe.

Laut DIHK mangelt es insgesamt weiter branchenübergreifend an Arbeits- und Fachkräften. So werde in der Bauwirtschaft weiterhin vielerorts "händeringend" nach Personal gesucht. Probleme gebe es auch bei Dienstleistern, im Maschinenbau oder bei Produzenten von Datenverarbeitungsgeräten, elektrischen und optischen Erzeugnissen.

Arbeitskräfte ohne abgeschlossene Berufsausbildung werden insbesondere in etlichen Dienstleistungsbranchen erfolglos gesucht, wie es in dem Fachkräftereport heißt. Das gelte etwa für Reinigungsdienste, die Sicherheitswirtschaft, Verkehr und Lagerei und die Gastronomie. "Obgleich in diesen Branchen ausgebildete Fachkräfte eine wichtige Rolle spielen, bestehen dort auch Beschäftigungschancen für Personen ohne Abschluss."

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Deutsche Autohersteller verteidigen Spitzenplatz in Europa. Chinesische Anbieter legen zwar prozentual stark zu, allerdings weiter auf sehr niedrigem Niveau. Der Marktanteil steigt trotz internationaler Konkurrenz. (Wirtschaft, 27.01.2026 - 10:31) weiterlesen...

Ifo-Index stagniert im Januar - «Nullnummer zum Jahresstart». Die jüngsten Zolldrohungen von Donald Trump hinterlassen offenbar Spuren bei Unternehmen. Einen Lichtblick gibt es in der Industrie. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer enttäuscht im Januar. (Wirtschaft, 26.01.2026 - 11:38) weiterlesen...

Ifo-Index stagniert - «Wirtschaft startet ohne Schwung». Ökonomen sehen das als schlechtes Zeichen für die erhoffte Erholung im neuen Jahr. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer kommt im Januar nicht vom Fleck. (Wirtschaft, 26.01.2026 - 10:29) weiterlesen...

Standort mit Gewähr – Milliarden fließen nach Deutschland Gibt es weniger sichere Häfen für Investoren und profitiert davon Deutschland? Eine Untersuchung deutet darauf hin und erklärt, womit Deutschland punktet. (Wirtschaft, 25.01.2026 - 14:36) weiterlesen...

IW: Ausländische Investitionen in Deutschland steigen stark Gibt es weniger sichere Häfen für Investoren und profitiert davon Deutschland? Eine Untersuchung deutet darauf hin und erklärt, warum die Milliarden nach Deutschland fließen. (Wirtschaft, 25.01.2026 - 12:16) weiterlesen...

Bundesbank: Verhaltenes Wachstum im ersten Quartal. Ob der große Aufschwung kommt, hängt aber auch davon ab, wie das Geld eingesetzt wird. Steigende Löhne und staatliche Milliarden sollten die deutsche Wirtschaft 2026 anschieben. (Wirtschaft, 22.01.2026 - 12:00) weiterlesen...