Absturzsicherung, Hessen

Absturzsicherung: Hessen kontrolliert Baugerüste ab 8. Juni verstärkt

07.06.2026 - 05:04:22 | boerse-global.de

Hessische Behörden kontrollieren ab 8. Juni verstärkt Baugerüste. Hintergrund sind alarmierende Unfallzahlen: 31 Prozent schwerer Arbeitsunfälle durch Abstürze.

Hessen startet Aktionswoche gegen Absturzunfälle auf Baustellen
Absturzsicherung - Ein Bauarbeiter sichert eine schwere Ladung auf einem Lastwagen, mit einem Kranhaken im Hintergrund. 07.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ab dem 8. Juni 2026 gehen die hessischen Regierungspräsidien verstärkt gegen Mängel bei der Absturzsicherung vor. Der Hintergrund: aktuelle Unfallzahlen, die alarmieren.

Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) überprüfen die Behörden in Gießen, Darmstadt und Kassel vom 8. bis 12. Juni 2026 verstärkt Baugerüste. Das Ziel: schwere und tödliche Absturzunfälle verhindern.

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Die Dringlichkeit ist hoch. Daten von 2009 bis 2023 zeigen: Rund 31 Prozent aller schweren Arbeitsunfälle gehen auf Abstürze zurück. In früheren Kontrollen erfüllten gerade einmal 21 Prozent der Baustellen die Arbeitsschutz-Anforderungen.

Mechanische Gefahren dominieren die Unfallstatistik

Ein aktuelles Handbuch der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zur Gefährdungsbeurteilung liefert weitere Zahlen. Laut Statistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) sind rund 75 Prozent aller Arbeitsunfälle auf mechanische Gefährdungen zurückzuführen.

Die Verteilung ist dabei breit: Jeweils ein Viertel der Unfälle entfällt auf kontrolliert oder unkontrolliert bewegte Teile sowie gefährliche Oberflächen. Unfälle im Transport- und Verkehrsbereich machen rund 20 Prozent aus. Abstürze liegen in der Gesamtstatistik bei etwa 6 Prozent.

Sicherheitstage und Schulungen gegen die Gefahren

Um das Risiko beim Umgang mit schweren Lasten zu senken, setzten Unternehmen und Verbände in den vergangenen Tagen auf Weiterbildung. Am 5. und 6. Juni fanden Schulungen statt – unter anderem eine praxisnahe Kranschulung für Lkw durch den Hersteller Palfinger sowie Ausbildungen für Hebe- und Hubarbeitsbühnen in Friedberg.

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Bereits am 4. Juni 2026 organisierte die Klaus E. Grobecker GmbH eine halbjährliche Unterweisung zum Gefahrgutrecht. Mitarbeiter aus Import und Export wurden über aktuelle Vorschriften informiert – ein wichtiger Baustein für die Sicherheit bei grenzüberschreitenden Transporten.

Schwere Unfälle auf der Autobahn

Dass korrekte Ladungssicherung und Fahrzeugkontrollen lebenswichtig sind, zeigten mehrere Ereignisse am 5. Juni 2026. Auf der A2 bei Lehrte kollidierten drei Sattelzüge in einem Baustellenbereich. Zwei Fahrer wurden verletzt. Nur wenige Kilometer weiter, nahe Nordgermersleben, wurde ein Lkw-Fahrer bei einem Auffahrunfall am Stauende eingeklemmt und schwer verletzt.

Parallel zu den gewerblichen Kontrollen setzt die Kantonspolizei St. Gallen auf Prävention. Beim Camper Day am 6. Juni 2026 konnten Fahrzeugführer das Gewicht ihrer Wohnmobile auf einer Polizeiwage prüfen lassen. Experten klärten über die Risiken von Überladung auf.

Neue Technik und geplante Qualifizierungen

Auch die Industrie reagiert. Hersteller brachten zuletzt neue Dreiseitenkipper-Modelle mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 14 Tonnen auf den Markt. Im Großanlagenbau lieferte das Essener Unternehmen Teichmann einen 450-Tonnen-Portalkran nach Polen – eingesetzt wird er für den Bau eines Eisenbahntunnels. Teichmann hatte erst im März 2026 durch die Übernahme der Kranservice Rhein-Ruhr GmbH seine Kapazitäten erweitert.

Für die langfristige Sicherung von Fachkompetenz sorgt die Adolf-Kolping-Schule in Lohne. Ab dem 26. September 2026 bietet sie eine neue Fortbildung zum zertifizierten Techniker für Elektrotechnik an. Interessierte Fachkräfte aus Elektronik und Mechatronik können sich bis zum 17. August 2026 anmelden.

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