Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland

Transportkahn soll Buckelwal in die Nordsee bringen

26.04.2026 - 03:59:46 | dpa.de

Vor mehr als 50 Tagen strandete der Buckelwal in der Ostsee. Alle Rettungsversuche waren bisher vergebens. Nun soll ein Transportkahn die Lösung bringen.

  • Das neue Konzept der Privatinitiative wird geduldet. - Bild: Bernd Wüstneck/dpa
    Das neue Konzept der Privatinitiative wird geduldet. - Bild: Bernd Wüstneck/dpa
  • Eine Rinne führt vom Wal in tieferes Gewässer. - Bild: Philip Dulian/dpa
    Eine Rinne führt vom Wal in tieferes Gewässer. - Bild: Philip Dulian/dpa
  • Der Wal sei transportfähig, so Backhaus. - Bild: Bernd Wüstneck/dpa
    Der Wal sei transportfähig, so Backhaus. - Bild: Bernd Wüstneck/dpa
  • Der Wal liegt nun schon viele Wochen in Flachwasser-Bereichen. - Bild: Philip Dulian/dpa
    Der Wal liegt nun schon viele Wochen in Flachwasser-Bereichen. - Bild: Philip Dulian/dpa
Das neue Konzept der Privatinitiative wird geduldet. - Bild: Bernd Wüstneck/dpa Eine Rinne führt vom Wal in tieferes Gewässer. - Bild: Philip Dulian/dpa Der Wal sei transportfähig, so Backhaus. - Bild: Bernd Wüstneck/dpa Der Wal liegt nun schon viele Wochen in Flachwasser-Bereichen. - Bild: Philip Dulian/dpa

Der vor der Ostsee-Insel Poel gestrandete Buckelwal soll in einem Transportkahn tagelang bis in die Nordsee geschleppt werden. Das sagte der technische Leiter der privaten Initiative für einen Transport des Tiers, Felix Bohnsack, am Abend vor Journalisten in Kirchdorf. Demnach soll der Buckelwal in dreieinhalb Tagen an Fehmarn vorbei bis zur mehr als 400 Kilometer entfernten Nordsee bei Skagen gebracht werden. Dort werde man den Zustand des Tiers bewerten und «schauen, wie die Reise überstanden wurde», so Bohnsack. 

Das Konzept der privaten Initiative hat inzwischen auch grünes Licht aus Mecklenburg-Vorpommerns Umweltministerium bekommen, wie Till Backhaus (SPD) am Samstag im Hafen von Kirchdorf sagte. Das Konzept werde geduldet - die Verantwortung liege weiterhin bei der Initiative. Nach Eindruck der beteiligten Kleintierärztinnen sei das Tier transportfähig.

Tönnies: Start des Transports Dienstag oder Mittwoch

Der Plan sieht vor, den zwölf Tonnen schweren Walbullen mit einer Art Lastkahn, einer sogenannten Barge, zu transportieren. Die an der Aktion beteiligte Kleintierärztin Kirsten Tönnies sagte, die Initiative gehe davon aus, dass der Transport des Wals mit dem Lastkahn zwischen Dienstag und Mittwoch starten könne. Derzeit befindet sich die Barge noch nicht vor Poel. Nach Angaben von Bohnsack, befand sie sich am Samstagabend bei Hamburg. Sie solle demnach am Sonntag in Poel ankommen und dort für den Transport umgebaut werden. 

An der benötigten mehr als 100 Meter lange Rinne war bereits gebaggert worden. Sie soll weitgehend fertig sein, hieß es schon am Samstagmorgen aus dem Team. Der vier bis sechs Jahre alte Wal soll durch die Rinne auf den absenkbaren Kahn gelotst werden. 

Startet der Wal bei steigendem Wasser selbst?

Sollte der Wal allein wieder losschwimmen oder aber kommende Woche nicht auf den Kahn wollen, soll ein bereits befestigter Tracker seine weitere Position zeigen. Allerdings gibt es dabei ein gravierendes Problem: Der Tracker funktioniere nicht unter Wasser, sagte Backhaus. Sollte der Wal also abtauchen oder ertrinkend auf den Grund sinken, wäre er wohl nicht mehr zu erfassen. An einer neuen Lösung werde gearbeitet, so der Minister.

Am Vormittag waren rund 40 mit Sand gefüllte sogenannte Big Bags verladen und mit einem Schwimmponton in die Kirchsee-Bucht bugsiert worden. Dann wurde begonnen, sie am Wal zu platzieren. Als Barriere sollen sie verhindern, dass er sich bei steigenden Wasserständen noch weiter in die Flachwasserzone hinein bewegt. Am Sonntag sollte es höhere Wasserstände geben als in den Tagen zuvor. Schon einmal - am Montag - war das Tier bei steigendem Wasserstand plötzlich losgeschwommen.

Mehr als 50 Tage - davon deutlich mehr als die Hälfte auf Grund

Der Buckelwal war Anfang März erstmals in der Ostsee gesehen worden: Am 3. März tauchte er im Hafen von Wismar auf. In den mehr als 50 Tagen seither lag er zu deutlich mehr als der Hälfte der Zeit in Flachwasserzonen. Experten vermuten, dass er sie gezielt immer wieder gezielt aufgesucht haben könnte, weil er schwer erkrankt Ruhe suchte.

de | unterhaltung | 69242952 |

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