Venezuela, Erdbeben

Mehr als 1.400 Tote in Venezuela – Helfer retten Überlebende

28.06.2026 - 03:24:01 | dpa.de

Rettungskräfte zwängen sich durch winzige Trümmerlücken, um Leben zu retten. Babys, Kinder und Erwachsene werden lebend geborgen. Doch die Todeszahl steigt weiter.

  • Der 11-jährige Moisés Calzadilla wurde lebend geborgen.  - Bild: Fernando Vergara/AP/dpa
    Der 11-jährige Moisés Calzadilla wurde lebend geborgen. - Bild: Fernando Vergara/AP/dpa
  • Arkelis Izaguirre (r) sucht drei Tage nach den Erdbeben nach ihrem Bruder Manuel. - Bild: Matias Delacroix/AP/dpa
    Arkelis Izaguirre (r) sucht drei Tage nach den Erdbeben nach ihrem Bruder Manuel. - Bild: Matias Delacroix/AP/dpa
  • Drei Tage nach den Erdbeben wurde dieser Mann aus den Trümmern gerettet.  - Bild: Fernando Vergara/AP/dpa
    Drei Tage nach den Erdbeben wurde dieser Mann aus den Trümmern gerettet. - Bild: Fernando Vergara/AP/dpa
  • Eine Frau weint neben beschädigten Gebäuden in La Guaira. - Bild: Matias Delacroix/AP/dpa
    Eine Frau weint neben beschädigten Gebäuden in La Guaira. - Bild: Matias Delacroix/AP/dpa
  • Oscar Perez umarmt seine Familie, nachdem er sie wiedergefunden hat. - Bild: Matias Delacroix/AP/dpa
    Oscar Perez umarmt seine Familie, nachdem er sie wiedergefunden hat. - Bild: Matias Delacroix/AP/dpa
  • Einsatzkräfte des THW sind in Venezuela im Einsatz. - Bild: Marc Tessensohn/THW/dpa
    Einsatzkräfte des THW sind in Venezuela im Einsatz. - Bild: Marc Tessensohn/THW/dpa
Der 11-jährige Moisés Calzadilla wurde lebend geborgen.  - Bild: Fernando Vergara/AP/dpa Arkelis Izaguirre (r) sucht drei Tage nach den Erdbeben nach ihrem Bruder Manuel. - Bild: Matias Delacroix/AP/dpa Drei Tage nach den Erdbeben wurde dieser Mann aus den Trümmern gerettet.  - Bild: Fernando Vergara/AP/dpa Eine Frau weint neben beschädigten Gebäuden in La Guaira. - Bild: Matias Delacroix/AP/dpa Oscar Perez umarmt seine Familie, nachdem er sie wiedergefunden hat. - Bild: Matias Delacroix/AP/dpa Einsatzkräfte des THW sind in Venezuela im Einsatz. - Bild: Marc Tessensohn/THW/dpa

Drei Tage nach den Erdbeben in Venezuela haben Rettungsteams unter erheblichem Zeitdruck mehrere Menschen lebend aus den Trümmern geborgen. Trotz der intensiven Rettungsarbeiten steigt die Zahl der Todesopfer jedoch weiter. Nach Angaben des Präsidenten der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, wurden bislang 1.430 Tote gezählt. Mehr als 3.200 Menschen wurden verletzt.

Eindrucksvolle Videos zeigen, wie sich Helfer durch schmale Spalten zwischen den Trümmern zwängen und nach schwierigen Arbeiten Babys, Kinder und Erwachsene retten. Einem kolumbianischen Team gelang es nach einem sechsstündigen Einsatz, einen elfjährigen Jungen im Bundesstaat La Guaira lebend zu bergen, wie ein Video der kolumbianischen Katastrophenbehörde UNGRD zeigt. Auch Teams aus Ländern wie El Salvador, Ecuador und Spanien meldeten erfolgreiche Rettungseinsätze.

Nach den Angaben von Jorge Rodríguez, dem Bruder der geschäftsführenden Präsidentin Delcy Rodríguez, sind 30.000 venezolanische Einsatzkräfte, darunter auch Mediziner und Psychologen, im Katastrophengebiet im Einsatz. Zudem beteiligen sich mehr als 2.200 Rettungsexperten aus 21 Ländern an der Suche nach Verschütteten. 

Auch ein 48-köpfiges Team des Technischen Hilfswerks (THW) ist in dem südamerikanischen Land im Einsatz. Noch immer werden Tausende Menschen unter den Trümmern vermutet. Von Stunde zu Stunde schwinden die Hoffnungen, noch Überlebende zu finden. 

Nach den Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 am Mittwoch habe es 430 Nachbeben gegeben, sagte Jorge Rodríguez. Mehr als 70.000 Familien seien nach der Katastrophe von den Behörden unterstützt worden. 

Besonders im Bundesstaat La Guaira, aber auch in der Hauptstadt Caracas, haben die Beben erhebliche Zerstörungen verursacht. Teils sind ganze Straßenzüge mit Hochhäusern dem Erdboden gleichgemacht worden. Verkehrsministerin Jacqueline Faría kündigte die teilweise Wiederaufnahme des Bahn- und U-Bahn-Betriebs ab Sonntag an, darunter von der Metro in Caracas.

Der Verbleib von Zehntausenden Menschen ist weiterhin unklar 

Mehr als 380 Wohnhäuser sowie 13 Krankenhäuser wurden nach Angaben der Präsidentin zerstört oder schwer beschädigt. Auch Einkaufszentren und andere öffentliche Gebäude seien eingestürzt. Der Verbleib von Zehntausenden Menschen ist völlig unklar, Angehörige können sich oft nicht erreichen – noch immer sind Strom und Mobilfunknetz nicht flächendeckend wiederhergestellt.

Auf einem eigens für die Suche nach Vermissten eingerichteten Internetportal gelten nach Angaben der Betreiber derzeit mehr als 55.000 Menschen als vermisst. Die Angaben lassen sich allerdings nicht unabhängig überprüfen. Derweil schließt sich allmählich das kritische Zeitfenster, um noch Überlebende zu finden. Experten gehen davon aus, dass die Chancen der Vermissten und Verschütteten nach 72 Stunden stark sinken.

Viele Anwohner in den betroffenen Regionen haben kein festes Dach über dem Kopf. Man begleite die Familien, die wegen bestehender Risiken und Schäden nicht in ihr Zuhause zurückkehren könnten, erklärte Delcy Rodríguez auf der Plattform X. «Wir haben provisorische Unterkünfte und die notwendige umfassende Betreuung bereitgestellt, um jede Familie zu schützen.»

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