Venezuela, USA

Mindestens 32 Tote nach Doppel-Erdbeben in Venezuela

25.06.2026 - 07:25:32 | dpa.de

Viele Gebäude in Venezuela sind eingestürzt. Helfer suchen intensiv nach Verschütteten. Es wird befürchtet, dass die Operzahl weiter steigt.

  • Rettungskräfte durchsuchten nach dem Erdbeben die Trümmer. - Bild: Javier Campos/AP/dpa
    Rettungskräfte durchsuchten nach dem Erdbeben die Trümmer. - Bild: Javier Campos/AP/dpa
  • Zwischen beiden Beben lagen nur 39 Sekunden. - Bild: Pedro Mattey/AP/dpa
    Zwischen beiden Beben lagen nur 39 Sekunden. - Bild: Pedro Mattey/AP/dpa
  • Viele Menschen wurden verletzt, zahlreiche Todesopfer werden vermutet. - Bild: Ariana Cubillos/AP/dpa
    Viele Menschen wurden verletzt, zahlreiche Todesopfer werden vermutet. - Bild: Ariana Cubillos/AP/dpa
  • Auch die Hauptstadt Caracas wurde schwer betroffen.  - Bild: Adrian Naranjo/AP/dpa
    Auch die Hauptstadt Caracas wurde schwer betroffen. - Bild: Adrian Naranjo/AP/dpa
  • Rettungskräfte durchsuchten nach dem Erdbeben die Trümmer. - Bild: Ariana Cubillos/AP/dpa
    Rettungskräfte durchsuchten nach dem Erdbeben die Trümmer. - Bild: Ariana Cubillos/AP/dpa
  • Zwischen beiden Beben lagen nur 39 Sekunden. - Bild: Javier Campos/AP/dpa
    Zwischen beiden Beben lagen nur 39 Sekunden. - Bild: Javier Campos/AP/dpa
  • Viele Menschen wurden verletzt, zahlreiche Todesopfer werden vermutet. - Bild: Ariana Cubillos/AP/dpa
    Viele Menschen wurden verletzt, zahlreiche Todesopfer werden vermutet. - Bild: Ariana Cubillos/AP/dpa
  • Auch die Hauptstadt Caracas ist betroffen.  - Bild: Adrian Naranjo/AP/dpa
    Auch die Hauptstadt Caracas ist betroffen. - Bild: Adrian Naranjo/AP/dpa
Rettungskräfte durchsuchten nach dem Erdbeben die Trümmer. - Bild: Javier Campos/AP/dpa Zwischen beiden Beben lagen nur 39 Sekunden. - Bild: Pedro Mattey/AP/dpa Viele Menschen wurden verletzt, zahlreiche Todesopfer werden vermutet. - Bild: Ariana Cubillos/AP/dpa Auch die Hauptstadt Caracas wurde schwer betroffen.  - Bild: Adrian Naranjo/AP/dpa Rettungskräfte durchsuchten nach dem Erdbeben die Trümmer. - Bild: Ariana Cubillos/AP/dpa Zwischen beiden Beben lagen nur 39 Sekunden. - Bild: Javier Campos/AP/dpa Viele Menschen wurden verletzt, zahlreiche Todesopfer werden vermutet. - Bild: Ariana Cubillos/AP/dpa Auch die Hauptstadt Caracas ist betroffen.  - Bild: Adrian Naranjo/AP/dpa

Zwei schwere Erdbeben innerhalb von nur 39 Sekunden haben in Venezuela mindestens 32 Menschen das Leben gekostet. Rund 700 weitere seien nach ersten Erkenntnissen der Behörden verletzt worden, teilte die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez in der Nacht in der Hauptstadt Caracas mit. Am schwersten sei der Bundesstaat La Guaira an der Karibikküste getroffen worden, wo auch der internationale Flughafen und der wichtigste Seehafen des Landes liegen. 

Allein in der Region seien Dutzende Gebäude eingestürzt und zahlreiche Menschen verschüttet worden. Die Regierung rief den Notstand aus. Die USA und andere Länder boten Hilfe an oder kündigten die Entsendung von Rettungsteams an.

Es bebte an einem Feiertag

Die Beben, die laut der US-Erdbebenwarte USGS eine Stärke von 7,2 und 7,5 hatten, ereigneten sich gegen 18.00 Uhr Ortszeit an einem Feiertag. Viele Menschen waren daher zu Hause oder verbrachten die Zeit im Freien. Am 24. Juni erinnert Venezuela an die Schlacht von Carabobo gegen die spanische Kolonialmacht im Jahre 1821. «Es sind intensive Rettungsarbeiten zugange, um die Leben zu retten, die Gott uns retten lässt», sagte die Präsidentin. 

Die bislang gemeldeten 32 Toten seien nicht aus La Guaira. Sie sprach von einer Tragödie und einem Erdbeben «noch nie dagewesenen Ausmaßes» in dem südamerikanischen Land. Vergleichbare Erdstöße hatte es zuletzt im Jahr 1900 gegeben.

Viele Opfer befürchtet

Eine Modellrechnung der US-Erdbebenwarte legte nahe, dass die Opferzahl noch weiter steigt. Offizielle Zahlen zu Vermissten gab es zunächst nicht. Aber auf Internetseiten, die nach den Beben eingerichtet wurden sowie in sozialen Medien kursierten Listen mit den Namen von Menschen, die von ihren Familien gesucht werden. Demnach galten Stunden nach der Katastrophe rund 9.000 Personen als vermisst - verifizieren lassen sich diese Daten allerdings nicht. 

Nach den Beben fiel vielerorts der Strom aus, auch das Mobilfunknetz funktionierte zeitweise nicht, wie Bewohner berichteten. Der Zugverkehr in dem Land wurde eingestellt, der internationale Flughafen wurde wegen Schäden geschlossen. Auch die U-Bahn in Caracas stellte den Betrieb ein. Schulen blieben auch geschlossen. Das erdölreiche Land erlebt turbulente politische Zeiten. Im Januar hatte das US-Militär den venezolanischen Machthaber Nicolás Maduro gefangengenommen und in die USA gebracht. Rodríguez ist geschäftsführend im Amt. 

Zwei schwere Erdbeben innerhalb einer Minute

Zwischen beiden Erschütterungen lagen laut USGS nur 39 Sekunden. Das erste Beben ereignete sich am Mittwoch um 18.04 Uhr (Ortszeit; 0.04 Uhr MESZ Donnerstag), 24 Kilometer östlich von San Felipe im Nordwesten des Landes in einer Tiefe von 21,9 Kilometern. Das zweite, stärkere Erbeben ereignete sich wenige Kilometer weiter nördlich in nur rund zehn Kilometern Tiefe. Wegen der geringen Tiefe dürften die Auswirkungen des zweiten Bebens größer sein.

Allein in den relativ nahe gelegenen Städten Puerto Cabello und San Felipe leben nach USGS-Angaben zusammen etwas mehr als 400.000 Menschen. Auch dort war vom Einsturz von Gebäuden und erheblichen Schäden die Rede. Die automatische Modellrechnung der US-Erdbebenwarte basierend auf der Stärke des Bebens und der Nähe einiger Städte legte eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit von mehr als 1000 Todesopfern nahe. 

Die Millionenstadt Caracas, aus der nach den Beben die ersten Bilder und Berichte kamen, lag dabei nicht besonders nah am Epizentrum, sondern rund 200 Kilometer östlich davon. Dort und in mehreren Bundesstaaten im Norden Venezuelas kam es zu teils großen Schäden, wie Rodríguez sagte. Es habe bereits 20 Nachbeben gegeben. In Videos und Fotos in örtlichen Medien waren eingestürzte Häuser zu sehen.

Trump: Werden für unsere neuen Freunde da sein

US-Präsident Donald Trump sicherte dem Land schnelle Hilfe zu. Er habe alle US-Behörden angewiesen, sich darauf vorzubereiten, schnell zu helfen, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Die beiden Erdbeben seien von «massivem Ausmaß» gewesen und hätten zu einer «verheerenden Zahl Toter» geführt, schrieb Trump. Er machte dabei keine Angaben dazu, auf welche Informationen sich seine Aussage zur Opferzahl stützte.

«Wir werden für unsere neuen und großartigen Freunde da sein», schrieb Trump - wohl mit Blick auf die Übergangsregierung in Caracas. Weiter erklärte er in Bezug auf das wahrscheinliche Ausmaß der Folgen: «Die ersten Berichte sind nicht gut!!!»

US-Außenminister Marco Rubio erklärte kurze Zeit später, die Regierung bringe sofort Such- und Rettungsmannschaften sowie humanitäre und medizinische Hilfe auf den Weg. Auch andere Länder sagten sofort Hilfe zu. 

Fotos und Videos zeigen Ausmaß der Schäden 

Allein in der Stadt Tucacas an der Karibikküste würden 15 Menschen unter den Trümmern eines eingestürzten fünfstöckigen Gebäudes vermutet, sagte der Gouverneur des Bundesstaates Falcón, Víctor Clark, dem Fernsehsender VTV. Rund 22 Verletzte würden dort in Kliniken medizinisch versorgt. 

In sozialen Netzwerken kursierten Videos von beschädigten Gebäuden und anderen Schäden, unter anderem am Flughafen. Von der Nachrichtenagentur dpa verifizierte Videos aus den sozialen Netzwerken vom internationalen Flughafen zeigen die Erschütterungen und herabstürzende Decken- und Gebäudeteile. Menschen fliehen aus den Flughafengebäuden ins Freie.

«Ich hatte noch nie so viel Angst»

Bewohner von Caracas berichteten von schweren Schäden und schilderten ihre Eindrücke. «Ich habe noch nie in meinem Leben so viel Angst gehabt, es war fürchterlich», berichtete eine 57-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. «Bei uns in der Nähe sind zwei Hochhäuser eingestürzt, am Nachbargebäude fehlen Wände», ergänzte sie. Ihr Hochhaus sei aber weitgehend verschont geblieben. In ihrer Wohnung seien Möbel umgestürzt und Bilder von den Wänden gefallen, alles sei voller Scherben. Nach den Beben sei stundenlang der Strom ausgefallen, auch das Mobilfunknetz habe nicht funktioniert.

Von heftigen Erschütterungen erzählte auch ein Bewohner aus der Nähe der Stadt Maracay, die rund 100 Kilometer vom Epizentrum entfernt ist. «Ich saß im Auto und der Wagen hat sich hin und her bewegt als handele es sich um ein Blatt Papier», sagte er der dpa. Mindestens zwei Häuser in der Umgebung seien eingestürzt, darunter ein relativ neues. «Ich habe schon Erdbeben erlebt, aber noch keins wie dieses», ergänzte der Mann.

Innenminister: «Äußerst alarmierende Situation»

«Wir haben es mit einer äußerst alarmierenden Situation zu tun», sagte Innenminister Diosdado Cabello im staatlichen Fernsehen. Er rief die Menschen dazu auf, an sicheren Orten zu bleiben. Nach schweren Erdbeben seien normalerweise Nachbeben zu erwarten, die bereits beschädigte Gebäude zum Einsturz bringen könnten, warnte der Minister. Um Explosionen zu verhindern, hätten die Behörden angeordnet, die Gaszufuhr zu unterbrechen. Auch der Schulbetrieb und viele nicht notwendige Aktivitäten sollten laut Regierung zunächst ausgesetzt werden.

Die venezolanische Friedensnobelpreisträgerin und Oppositionsführerin María Corina Machado, die sich derzeit nicht in Venezuela aufhält, schrieb auf der Plattform X: «Mein Herz, meine unendliche Umarmung und meine Gebete gelten in diesen Stunden der Not jeder venezolanischen Familie. Mögen Stärke, Ruhe und Solidarität in dieser schwierigen Zeit unter uns herrschen.»

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