Lebensmittel, Verbraucher

Welttag gegen Kinderarbeit: Kinder gehören in die Schule, nicht auf Kakaoplantagen

08.06.2026 - 12:32:02 | presseportal.de

Köln - Zum Welttag gegen Kinderarbeit am 12. Juni lenkt Tony's Chocolonely den Blick auf eine unbequeme Wahrheit der Kakaoindustrie - und macht die bittere Realität hinter der Schokolade in Köln sichtbar.

Welttag gegen Kinderarbeit: Kinder gehören in die Schule, nicht auf Kakaoplantagen - Bild: presseportal.de
Welttag gegen Kinderarbeit: Kinder gehören in die Schule, nicht auf Kakaoplantagen - Bild: presseportal.de

Mindestens 1,56 Millionen Kinder arbeiten laut aktuellen Zahlen auf den Kakaoplantagen von Ghana und Côte d'Ivoire - das entspricht etwa jedem zweiten Grundschulkind in Deutschland. Sie verrichten gefährliche Arbeiten: mit Macheten hantieren, schwere Lasten von bis zu 60 Kilogramm tragen.

Diese illegale Kinderarbeit ist weiter verbreitet, als die meisten denken - und eines der größten und hartnäckigsten Probleme im Kakaoanbau. Um sie zu bekämpfen, muss sie zuerst sichtbar gemacht werden.

Schokoladenhersteller Tony's Chocolonely setzt sich deshalb gemeinsam mit lokalen Partnerkooperativen dafür ein, Kinderarbeit aufzudecken und langfristig abzuschaffen. Mit Hilfe des "Child Labour Monitoring and Remediation System" (CLMRS) identifizieren sie Fälle illegaler Kinderarbeit in der Lieferkette und unterstützen betroffene Familien gezielt mit Programmen, die verhindern, dass Kinder zurück auf die Plantagen geschickt werden.

Die Last, die kein Kind tragen sollte

60 Kilogramm - das entspricht etwa dem Gewicht von zwei vollgepackten Reisekoffern. Ein Gewicht, das kein Kind tragen sollte. Tony's Chocolonely nutzt den Welttag gegen Kinderarbeit an diesem Freitag, um erneut auf diese Realität aufmerksam zu machen. Das Ziel: alle Schokoladenhersteller zu fairer Herstellung bewegen und Verbraucher:innen informieren. "The Unfair School Bag" heißt die aktuelle Aufmerksamkeitskampagne - sie macht deutlich, dass Kinder statt auf die Kakaoplantage in die Schule gehören.

Die bittere Wahrheit erlebbar in Köln

Mit einem temporären "Peep Up" vom 11. bis 13. Juni 2026 in Köln bringt Tony's Chocolonely passend zum Welttag gegen Kinderarbeit das Thema faire Kakaoproduktion zu den Verbraucher:innen. Im Fokus des dreitägigen Formats steht nicht der Verkauf von Schokolade, sondern die Aufklärung über Ausbeutung in den Lieferketten der Schokoladenindustrie. In einem spielerisch gestalteten Erlebnisraum können Kölner:innen die Hintergründe selbst entdecken (Donnerstag, 13 - 19 Uhr. Freitag, & Samstag, 11 - 19 Uhr, Luxemburger Str. 41-43, Köln-Süd).

Warum Hersteller genau hinsehen müssen

Das System basiert auf Menschen aus den Gemeinden selbst. Speziell geschulte Community Facilitators besuchen jedes Jahr die Familien der Kakaobauer:innen, sprechen mit Eltern und Kindern und erfassen die Situation aller Kinder unter 18 Jahren. Es geht nicht darum, Familien zu bestrafen, sondern zu verstehen, warum Kinder arbeiten müssen und welche Unterstützung nötig ist. Zusätzlich finden unangekündigte Besuche auf den Farmen statt, um die Lage vor Ort besser einschätzen zu können.

Lösungen gemeinsam finden

Wird illegale Kinderarbeit festgestellt, beginnt der nächste Schritt: die Unterstützung. Gemeinsam mit den Familien wird ein individueller Maßnahmenplan entwickelt. Manchmal reicht bereits eine Geburtsurkunde, damit ein Kind überhaupt in die Schule eingeschrieben werden kann. In anderen Fällen werden Schulmaterialien, Uniformen oder Fahrräder für lange Schulwege bereitgestellt. Liegen die Ursachen tiefer, können auch Arbeitskräfte für die Farm, Schulungen oder weitere Unterstützungsmaßnahmen notwendig sein.

Langfristige Unterstützung vor Ort

Nach drei und sechs Monaten kehren die Community Facilitators zurück und prüfen, ob die Maßnahmen wirken. Erst wenn bestätigt werden kann, dass das Kind nicht mehr arbeitet und wieder regelmäßig die Schule besucht, gilt der Fall als abgeschlossen.

Dieser Ansatz funktioniert - das zeigt die langfristige Entwicklung: Der Anteil an Kinderarbeit in langfristigen Partnerkooperativen liegt nur noch bei 4 %, während der Branchendurchschnitt bei 46,7 % liegt.

Klingt immer noch viel? Es braucht Zeit, das System auszurollen und Teams zu schulen. Neuere Partnerkooperativen haben zwar ihre Ziele erreicht und alle Haushalte besucht, bauen aber noch die Kapazitäten auf, um jeden einzelnen Fall zu erkennen. Deshalb wird die höchste Zahl an Fällen typischerweise erst einige Jahre nach Einführung des CLMRS entdeckt - wenn die Mitarbeitenden erfahrener werden und Kinderarbeitssituationen sicherer identifizieren können.

Menschen wie Community Facilitator Aïcha Situonon Gboritcha erleben diese Veränderungen täglich. Seit fast fünf Jahren besucht sie Familien in Côte d'Ivoire, klärt über Kinderrechte auf und begleitet betroffene Familien: "Als ich angefangen habe, gab es deutlich mehr Fälle. Heute sehe ich, dass die Zahl der betroffenen Kinder sinkt." Besonders motivierend sei für sie, den Moment zu erleben, wenn Eltern ihre Botschaft verstehen, warum ihre Kinder in die Schule gehören und dass die Zahl der Fälle zurückgeht. Das ganze Interview mit Aïcha und sowie Zahlen und Fakten sind im Tony's Fair Report 2025/2026 zu finden.

Kinderarbeit zu beenden ist nicht einfach. Aber die Erfahrungen von Tony's Chocolonely zeigen: Wenn Fälle konsequent identifiziert, Gemeinden eingebunden werden und Familien die Unterstützung erhalten, die sie brauchen, können mehr Kinder dort sein, wo sie hingehören: in die Schule statt auf der Kakaoplantage.

Pressekontakt:

HEROES & HEROINES
irina@heroes-heroines.com

Original-Content von: Tony's Chocolonely übermittelt durch news aktuell

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