Piechotta warnt vor längeren Wartezeiten auf Psychotherapie
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 06:26 Uhr | dts-nachrichtenagentur.deDie geplanten Einsparungen im Bereich der Psychotherapie hält Piechotta für falsch. Zwar müsse die gesetzliche Krankenversicherung ihre Ausgaben begrenzen. Mit rund 3,8 Milliarden Euro jährlich entfielen auf Psychotherapie jedoch lediglich "ungefähr ein Prozent der Gesamtausgaben" der gesetzlichen Krankenversicherung.
Größere Einsparmöglichkeiten sieht Piechotta stattdessen bei patentgeschützten Medikamenten. Allein dafür gebe die gesetzliche Krankenversicherung inzwischen rund 60 Milliarden Euro pro Jahr aus. "Da hätte man definitiv viel stärker reingehen müssen", sagte sie. Entsprechende Sparvorschläge seien im Gesetzgebungsverfahren von Regierungskoalition und Bundesrat abgeschwächt worden.
Eine einfachere Ausbildung für Psychotherapeuten könne zwar helfen, mehr Fachkräfte zu gewinnen. Das löse jedoch das Grundproblem nicht. "Die müssen ja dann auch bezahlt werden", sagte Piechotta. Angesichts der stark gestiegenen Zahl psychischer Erkrankungen müsse deshalb vor allem die Prävention ausgebaut werden.
