Ukraine-Krieg, Drohnenangriff

Größter Drohnenangriff trifft Ölraffinerie in Region Moskau

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 11:23 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Bei einem nächtlichen ukrainischen Drohnenangriff auf die Region Moskau sind nach russischen Angaben zwei Menschen ums Leben gekommen, eine Ölraffinerie wurde getroffen. Die russische Führung sieht einen Zusammenhang mit den laufenden Parlamentswahlen, während Kiew die Auswirkungen auf Russlands Ölindustrie hervorhebt.

Mehrere Tote bei Drohnenangriff auf Region Moskau
Blick über Moskau mit Moskwa im Hintergrund (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Bei einem nächtlichen ukrainischen Drohnenangriff auf die Region Moskau sind nach russischen Angaben mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Nach Darstellung der Behörden handelt es sich um den bisher größten Drohnenangriff auf die russische Hauptstadtregion, dabei wurde unter anderem eine Ölraffinerie getroffen.

Behörden sprechen von größtem Angriff auf Moskau

Die zuständigen russischen Stellen teilten mit, dass der Angriff in der Nacht erfolgt sei und eine größere Zahl von Drohnen beteiligt gewesen sei. Der Moskauer Bürgermeister Sergei Sobjanin erklärte, dass eine Ölraffinerie in der Region beschädigt worden sei. Konkrete Angaben zu weiteren Schäden oder zur Zahl der eingesetzten Drohnen machten die Behörden zunächst nicht öffentlich.

Russland sieht Zusammenhang mit Parlamentswahlen

Sobjanin führte aus, der Angriff sei mit dem Ziel geplant worden, die noch laufenden Wahlen zu stören. Russland befindet sich am letzten Tag der Parlamentswahlen, bei denen über die Zusammensetzung des nationalen Parlaments entschieden wird. Die Behörden betonen, dass die Abstimmung trotz des Angriffs weitergeführt werde.

Fortgesetzte Angriffe auf Energieinfrastruktur

Beide Länder greifen weiterhin gezielt die Energieinfrastruktur des jeweils anderen an. In den vergangenen Monaten waren mehrfach Öl- und Gasanlagen, Stromnetze sowie andere industrielle Einrichtungen Ziel von Raketen- und Drohnenangriffen. Trotz einer Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, es sei eine Einigung zum Stopp solcher Angriffe erzielt worden, wurden die Attacken auf Energieziele fortgesetzt.

Selenskyj spricht von „erheblichen Auswirkungen“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kommentierte den Angriff auf die Ölraffinerie am Sonntagvormittag. Er erklärte, dass die ukrainischen Langstreckenangriffe erhebliche Auswirkungen in der Moskauer Region gehabt hätten und wichtige Einrichtungen der russischen Ölindustrie und Logistik getroffen worden seien. Selenskyj forderte Russland erneut auf, den Krieg zu beenden und Schritte zur Deeskalation zu unternehmen.

Der gemeldete Drohnenangriff auf die Region Moskau fügt sich in eine Serie von Angriffen, mit denen beide Seiten im Ukraine-Krieg gezielt die Energieinfrastruktur des Gegners ins Visier nehmen. Eine getroffene Ölraffinerie in der Nähe der russischen Hauptstadt hat nicht nur militärische, sondern auch wirtschaftliche und politische Relevanz, weil sie Teil der Versorgungskette für Treibstoffe und weitere Raffinerieprodukte ist.

Angriffe auf Energieanlagen als Kriegsinstrument

Seit Monaten stehen Raffinerien, Stromnetze und andere Energieanlagen in Russland und der Ukraine unter Beschuss. Solche Angriffe sollen die Kriegslogistik des Gegners einschränken, Reparaturkapazitäten binden und die Kosten des Krieges erhöhen. Wenn, wie Selenskyj erklärt, „wichtige Einrichtungen“ der russischen Ölindustrie und Logistik getroffen werden, zielt das auf Transportwege, Lagerkapazitäten und Verteilung von Treibstoff, die nicht nur militärisch, sondern auch für die Zivilwirtschaft von Bedeutung sind.

Innenpolitische Dimension in Russland

Besonders heikel ist die zeitliche Nähe zu den laufenden Parlamentswahlen in Russland. Wenn der Moskauer Bürgermeister den Angriff mit dem Ziel verknüpft, die Wahlen zu stören, zeigt das, dass die Führung in Moskau den Vorfall auch innenpolitisch einordnet. Tote und sichtbare Schäden in der Hauptstadtregion können das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung beeinträchtigen und Fragen nach der Wirksamkeit der Luftverteidigung aufwerfen. Zugleich versucht die russische Seite, die Angriffe als Einmischung in die eigenen politischen Abläufe darzustellen.

Auswirkungen und weitere Eskalationsrisiken

Die Tatsache, dass trotz einer von US-Präsident Donald Trump behaupteten Einigung zum Stopp der Angriffe beide Länder weiter Energieinfrastruktur attackieren, verdeutlicht, wie fragil mögliche Absprachen sind. Für Leser bedeutet der Angriff, dass die Gefahr weiterer Drohnenattacken auf wirtschaftlich zentrale Anlagen in Russland und der Ukraine fortbesteht. Schäden an Raffinerien können mittelfristig die Versorgung mit Treibstoffen beeinträchtigen, Kosten in die Höhe treiben und dazu beitragen, dass der Konflikt auch über Energiepreise und Lieferketten im Alltag spürbar wird.

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