Ukraine, Russland

Laschet für deutsch-französische Initiative gegenüber Moskau

25.12.2025 - 09:29:34 | dpa.de

Gemeinsam mit der Ukraine haben Europäer einen Plan für einen Waffenstillstand in dem von Russland angegriffenen Land erarbeitet. Doch die Kontakte zu Moskau halten die USA. Das finden nicht alle gut.

  • Armin Laschet, CDU, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, fordert eine deutsch-französische Initiative für Verhandlungen mit Russland über einen Waffenstillstand in der Ukraine. (Archivbild) - Bild: Hannes P. Albert/dpa
    Armin Laschet, CDU, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, fordert eine deutsch-französische Initiative für Verhandlungen mit Russland über einen Waffenstillstand in der Ukraine. (Archivbild) - Bild: Hannes P. Albert/dpa
  • Armin Laschet gilt als leidenschaftlicher Verfechter der deutsch-französischen Zusammenarbeit. (Archivbild) - Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa
    Armin Laschet gilt als leidenschaftlicher Verfechter der deutsch-französischen Zusammenarbeit. (Archivbild) - Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa
Armin Laschet, CDU, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, fordert eine deutsch-französische Initiative für Verhandlungen mit Russland über einen Waffenstillstand in der Ukraine. (Archivbild) - Bild: Hannes P. Albert/dpa Armin Laschet gilt als leidenschaftlicher Verfechter der deutsch-französischen Zusammenarbeit. (Archivbild) - Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa

Der Chef des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, Armin Laschet, fordert eine deutsch-französische Initiative zur direkten Abstimmung der europäischen Pläne für einen Waffenstillstand in der Ukraine mit Russland. «Europa muss eine eigenständige, starke Außen- und Sicherheitspolitik machen», sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Dazu gehört es auch, autonom zu sein, souverän zu sein und eigene europäische Ideen nicht über amerikanische Vermittler zu transportieren.»

Nötig sei, «den eigenen, auch mit der Ukraine abgestimmten europäischen Friedensplan, dann auch gegenüber Russland aus einer Position der Stärke gemeinsam zu vertreten», sagte Laschet. Europa habe einen Friedensplan erarbeitet und diesen durch US-Geschäftsleute wie den Sondergesandten Steve Witkoff und den Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, an Russland übermitteln lassen. 

«Das ist doch kein europäisches Selbstbewusstsein, keine europäische Souveränität, dass man Herrn Witkoff und Herrn Kushner braucht, um etwas nach Moskau zu übermitteln», kritisierte der CDU-Politiker. 

Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte kürzlich gesagt, es könne nützlich sein für Europa und die Ukraine, wieder mit Kremlchef Wladimir Putin zu sprechen, um direkt an der Diskussion über einen Waffenstillstand beteiligt zu sein. Putin hatte sich zu einem Gespräch mit Macron bereit erklärt. Paris will nun entscheiden, auf welche Weise das Gespräch stattfinden soll.

Laschet an Macron: Gespräche mit Putin europäisch einbetten

Laschet forderte, jede Initiative zur Kontaktaufnahme mit Moskau sollte auf jeden Fall von Deutschland und Frankreich gemeinsam getragen werden. «Denn ohne Deutschland und Frankreich lässt sich Europa nicht gestalten.» Auch ein Gespräch von Macron mit Putin müsse «europäisch eingebettet» sein. Macron sei immer für europäische Lösungen eingetreten. «Deshalb kann ich mir vorstellen, dass er auch Deutschland und die anderen Europäer einbinden will. Das wäre wünschenswert.» 

Laschet gilt als leidenschaftlicher Verfechter der deutsch-französischen Zusammenarbeit. 2023 war er wegen seiner Verdienste um das deutsch-französische Verhältnis zum Kommandeur im Nationalen Orden der französischen Ehrenlegion ernannt worden.

Vor kurzem hatte Laschet sich offen für die Einrichtung eines Postens eines EU-Sondergesandten für Russland gezeigt. Auf welcher diplomatischen Ebene ein solcher Gesandter angesiedelt werden solle, ließ er nun offen. «Nur der Zustand heute, in dem niemand spricht und nur Deklarationen aus Brüssel abgegeben werden oder über die Amerikaner unsere Vorstellungen nach Russland transportieren, der ist nicht tragbar.»

Für mehr Souveränität Europas

Es fehle «grundsätzlich die Bereitschaft Europas, selbst Akteur zu sein, selbst souverän zu sein und selbst internationale Gespräche zu führen», beklagte Laschet. «Das muss zunächst geändert werden. Und dann kann man entscheiden, wer das macht.»

Eine Gefahr, dass ein direkter Austausch Europas mit Russland von Moskau für Propagandazwecke genutzt wird, sieht Laschet nicht. «Sich 50 Mal ein Nein einzuholen, ist oft Teil von Verhandlungen - das ist Diplomatie.» Auch die Amerikaner seien bisher mit ihren Bemühungen um eine Friedenslösung offensichtlich nicht erfolgreich gewesen. «Aber wenn man es gar nicht erst versucht, kann man auch nicht gewinnen», sagte Laschet.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | politik | 68434205 |

Weitere Meldungen

Ukrainische Luftangriffe bis tief hinein nach Russland. Immer mehr tragen ihre Langstreckendrohnen den Krieg zurück ins Land des Angreifers. Im Ziel: die russische Ölindustrie. Seit mehr als vier Jahren wehrt sich die Ukraine gegen die russische Invasion. (Ausland, 10.06.2026 - 09:25) weiterlesen...

Ukraine zielt auf Straßenverbindung zur Krim Die ukrainische Armee attackiert weiter eine wichtige Straßenverbindung auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim. (Boerse, 09.06.2026 - 12:17) weiterlesen...

Moskau lässt Europäer und Ukraine abblitzen. Der Kreml zeigt aber weiter keinerlei Interesse daran. Mit Unterstützung führender europäischer Staaten startet der ukrainische Präsident eine neue Initiative für Friedensverhandlungen. (Ausland, 08.06.2026 - 14:54) weiterlesen...

Lettland: Nato-Kampfjets schießen Drohne ab. Nun flog erneut ein Flugobjekt über das Gebiet des Baltenstaats - und wurde vom Himmel geholt. In den Luftraum von Lettland waren zuletzt wiederholt fehlgeleitete ukrainische Drohnen eingedrungen. (Ausland, 08.06.2026 - 09:51) weiterlesen...

Europäer und Ukraine fordern Putin zu Verhandlungen auf. Drei europäische Länder und die Ukraine wollen sie wieder in Gang bringen. Sie nennen Putin fünf Voraussetzungen dafür. Die Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Krieges liegen auf Eis. (Ausland, 07.06.2026 - 23:17) weiterlesen...

E3 bekräftigen in London Ukraine-Unterstützung Die Staats- und Regierungschefs von Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich, der sogenannten E3, haben ihre Unterstützung für die Ukraine im Krieg gegen Russland bekräftigt.In einer gemeinsamen Erklärung nach einem Treffen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Großbritanniens Premierminister Keir Starmer und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in London hoben sie die Bedeutung Europas als Unterstützer der Ukraine hervor und forderten eine "engste Zusammenarbeit" zwischen der Ukraine, europäischen Staaten und den USA.Die Staats- und Regierungschefs begrüßten die jüngsten Erfolge der Ukraine auf dem Schlachtfeld und verurteilten die großangelegten Raketen- und Drohnenangriffe Russlands auf ukrainische Städte. (Politik, 07.06.2026 - 22:46) weiterlesen...