Parteien, Wahlen

Kubicki spricht auch mit AfD-Vertretern

22.05.2026 - 17:00:55 | dts-nachrichtenagentur.de

Der designierte FDP-Chef Wolfgang Kubicki hat nach eigenen Angaben keine Berührungsängste mit der AfD.

Wolfgang Kubicki (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Wolfgang Kubicki (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
"Ja, ich rede auch mit AfD-Vertretern", sagte Kubicki dem ARD-Hauptstadtstudio für das "Interview der Woche". Er setze auf Ab- statt Ausgrenzung.

In Berlin führt er als ehemaliger Bundestagsvizepräsident während der Sitzungswochen noch immer Gespräche. Die Stimmung in Berlin sei bei allen schlecht. "Weil alle mit großen Kinderaugen das Erstarken der AfD sehen und nicht mehr wissen, was man dagegen tun soll. Offensichtlich hat die Form der Ausgrenzung der AfD nicht geschadet, sondern ihr eher genützt."

Kubicki, der sich in einer Woche auf dem Parteitag zum neuen Parteichef wählen lassen will und alle denkbaren Gegenkandidaten mittlerweile aus dem Weg geräumt hat, sieht sich aber nicht als die Zukunft der Partei. Er setzt auf Linda Teuteberg, Martin Hagen, Susanne Seehofer, Nicole Büttner oder Jens Teutrine. "Das werden die Persönlichkeiten sein, denen ich auch regelmäßig mitteile: Ich mache auch Kontrollen. Ich gucke, wie häufig ihr irgendwo erschienen seid, wie häufig ihr eingeladen worden seid bei Verbänden, Organisationen."

Die FDP müsse wieder öffentlich wahrgenommen werden, so Kubicki. "Wir haben uns angewöhnt, die Leute mit einem unglaublichen Politikersprech zu beglücken und das finden die mittlerweile eklig." Den Kanzler einen Eierarsch nennen, wie er es vor einigen Wochen in einem Interview getan hat - das will er aber nicht mehr. Das habe er dem Kanzler persönlich versprochen.

Hart in der Sache wolle er aber bleiben: "Ich wundere mich über die Art und Weise, wie Friedrich Merz als Bundeskanzler auftritt", so Kubicki. "Ich wundere mich über die Politik und ich wundere mich mittlerweile auch über die Union, weil ich mir nie habe vorstellen können, dass man die eigenen Leute noch feiert bei der Union, wenn man 22 Prozent hat oder halb so stark ist wie die AfD oder die AfD eine höhere Kompetenzzuweisung hat als die Union. Also, dass sich da nicht mehr Unmut breit macht, dass sich da nicht die Überlegung breit macht, wir müssen was ändern, um wieder stärker zu werden, das wundert mich."

Kubicki ist überzeugt, dass der Kanzler viel stärker von seiner Richtlinienkompetenz Gebrauch machen und sagen könnte: Wir machen das jetzt so. "Dann haben die Sozialdemokraten folgende Möglichkeiten: Sie machen mit oder sie steigen aus der Regierung aus. Wenn sie aus der Regierung aussteigen, verlieren sie ihre Ministerposten und die letzte Möglichkeit, öffentlich wahrnehmbar zu kommunizieren. Und eine SPD, die bei 12 Prozent ist, kann nicht in einen Wahlkampf gehen."

Ob er selbst in drei Jahren noch dabei sein wird? Kubicki will sich nicht festlegen. "Aber die Wahrscheinlichkeit, dass ich 2029 die FDP in den Bundestagswahlkampf führe, ist deutlich geringer als die Wahrscheinlichkeit, dass ich auf Mallorca bin."

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