Parteien, AfD

AfD wendet sich von Union ab

06.08.2023 - 15:36:14 | dts-nachrichtenagentur.de

Angesichts des Höhenflugs in den Umfragen wenden sich führende AfD-Politiker von einer möglichen Zusammenarbeit mit der Union ab.

AfD-Europawahlversammlung am 05.08.2023 - Bild: ?ber dts Nachrichtenagentur
AfD-Europawahlversammlung am 05.08.2023 - Bild: ?ber dts Nachrichtenagentur

Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Stephan Brandner sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": "Ich persönlich sehe keinen Grund, auf die CDU zuzugehen. Die hatten viel zu lange ihre Chance."

Er sagte außerdem: "Jeder hat die Möglichkeit sich zu bessern. Auch jede Partei kann sich politisch resozialisieren. Aber die CDU ist noch nicht so weit. Ich wüsste auch nicht, warum ausgerechnet wir, die seit Jahren konsequent Politik für Deutschland machen, jetzt auf diejenigen, die seit vielen Jahren Politik gegen Deutschland machen, zugehen sollten." Auch der hessische AfD-Vorsitzende Andreas Lichert sprach sich gegen eine Zusammenarbeit aus. Er sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", er habe "große Fragezeichen" und stellte Forderungen: "Um die CDU koalitionsfähig zu machen, muss eine gravierende und auch glaubhafte Korrektur stattfinden. Das geht nur mit einem tiefgreifenden Personalwechsel." Bei den jüngeren Unionspolitikern sehe er aber auch kein Potential für eine Zusammenarbeit: "Die jüngeren CDU-Abgeordneten sind von innen komplett begrünt. Da ist nichts Bürgerliches mehr." Der neurechte Aktivist und Mitarbeiter des AfD-Abgeordneten Jürgen Pohl, Benedikt Kaiser, warnte seine Partei, die Fehler anderer Rechtsparteien wie FPÖ und Vox zu wiederholen. "Die AfD kann aus der jüngeren Geschichte ausländischer Partnerparteien lernen, wie man es nicht macht", sagte Kaiser. Die FPÖ hatte mit der ÖVP koaliert, Vox gilt als möglicher Koalitionspartner der Partido Popular. Der hessische AfD-Vorsitzende Lichert glaubt, dass eine Regierungsbeteiligung der AfD schaden würde. "Selbst wenn wir einen AfD-Minister im Kabinett sitzen haben: Wenn der die komplette Ministerialbürokratie gegen sich hat - wie wollen Sie da erfolgreich arbeiten?", fragt er und sagte auf Englisch. "Be careful what you wish for", sei vorsichtig, was du dir wünschst.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

de | ES0181380710 | POLITIK | politik | 63887529 |

Weitere Meldungen

Amthor sieht in Ablehnung der AfD keine Stigmatisierung Der CDU-Politiker Philipp Amthor hat sich klar gegen eine Zusammenarbeit seiner Partei mit der AfD gewandt."Wer sich nicht hinreichend vom Rechtsextremismus abgrenzt, kann auch nicht besser behandelt werden als die Rechtsextremisten selbst", sagte Amthor in einem Streitgespräch, das die FAZ mit ihm und dem Politikwissenschaftler Christian Stecker geführt hat. (Politik, 17.06.2026 - 10:00) weiterlesen...

Umfrage: 75 Prozent halten Reiche für Fehlbesetzung Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) steht seit Monaten für ihre Politik und ihren Führungsstil in der Kritik. (Politik, 16.06.2026 - 00:01) weiterlesen...

CDU-Fraktionschef Heuer weist Vorwurf der AfD-Nähe zurück Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt, Guido Heuer, hat den Vorwurf der Kumpanei mit dem AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund entschieden zurückgewiesen.Foto- und Videoaufnahmen von einem Wahlforum hätten einen "komplett falschen Eindruck" vermittelt, sagte der Abgeordnete dem "Stern". (Politik, 15.06.2026 - 16:01) weiterlesen...

Bericht: Neue Mailadressen für Mitarbeiter des Auswärtigen Amts Fast alle der rund 3.000 Mitarbeiter des Auswärtigen Amts sollen eine neue E-Mail-Adresse erhalten. (Politik, 12.06.2026 - 16:39) weiterlesen...

Klöckner ermahnt Bundesregierung wegen verspäteter Antworten Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat die Bundesregierung scharf ermahnt, Anfragen von Abgeordneten pünktlich zu beantworten.In einem Brief an Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU), über den die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten, schreibt Klöckner, der Deutsche Bundestag erwarte, dass die Bundesregierung parlamentarische Fragen innerhalb der geltenden Fristen beantworte. (Politik, 11.06.2026 - 12:25) weiterlesen...

Linke kritisiert Merz nach Treffen mit Sozialpartnern Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek hat nach dem Treffen der Koalitionsspitzen mit Sozialpartnern scharfe Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geübt.Es sei sehr bezeichnend, mit wie viel Wirbel es begleitet werde, dass Merz sich überhaupt einmal mit einigen Gewerkschaftsvorsitzenden treffe, die die arbeitende Bevölkerung vertreten, sagte Reichinnek der "Rheinischen Post". (Politik, 11.06.2026 - 10:47) weiterlesen...