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Studie: Jeder dritte Arbeitnehmer leidet im Stillen

25.02.2026 - 05:39:41 | boerse-global.de

Eine Studie zeigt, dass fast 30 Prozent der Beschäftigten am Rande eines Burnouts arbeiten. Die Ursache liegt weniger in der Arbeitsmenge als in einer toxischen Arbeitskultur.

Fast 30 Prozent der Berufstätigen in Deutschland arbeiten am Rande ihrer Belastungsgrenze, ohne dass es jemand bemerkt. Das zeigt eine neue Studie der Pronova BKK. Dieses Phänomen, „Quiet Cracking“ genannt, beschreibt Mitarbeiter, die nach außen funktionieren, innerlich aber bereits zerbrechen. Die Daten zeichnen das Bild einer eskalierenden Burnout-Krise.

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Die stille Mehrheit am Limit

Die Studie offenbart: „Quiet Cracking“ ist weiter verbreitet als das bekanntere „Quiet Quitting“. Fast jeder dritte Mitarbeiter kämpft im Verborgenen mit Symptomen eines beginnenden Burnouts. Die Fassade der Normalität bleibt dabei intakt.

Als entscheidender Faktor gilt das Verhalten der Führungskräfte. Rund die Hälfte der Befragten gibt an, dass Vorgesetzte Dinge einfordern, die sie selbst nicht vorleben. Ungleiche Behandlung und mangelndes Feedback belasten die Psyche massiv. Die aktuelle Burnout-Welle scheint demnach weniger ein Problem der Arbeitsmenge, sondern der Arbeitskultur zu sein.

Was Burnout wirklich auslöst

Die einfache Gleichung „viel Arbeit gleich Burnout“ gilt als überholt. Moderne Forschung sieht relationale Faktoren und Wertekonflikte als Haupttreiber. Chronischer Stress durch ein toxisches Umfeld, fehlende Wertschätzung oder Konflikte mit den eigenen Werten untergraben die psychische Gesundheit.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stützt diese Sicht. Sie klassifiziert Burnout als arbeitsplatzbezogenes Phänomen aus chronischem, nicht bewältigtem Stress. Die Qualität der Arbeit ist entscheidender als die Anzahl der Stunden. Das verschiebt die Verantwortung vom Einzelnen hin zum Unternehmen.

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Rekord-Fehlzeiten schlagen auf die Wirtschaft

Die stillen Leiden haben handfeste wirtschaftliche Folgen. Der DAK-Gesundheitsreport 2026 meldet einen Rekord-Krankenstand von 5,7 Prozent. Das sind durchschnittlich 19,5 Fehltage pro Arbeitnehmer. Die Zunahme langfristiger und psychischer Erkrankungen wird als dramatisch bezeichnet.

Besonders betroffen sind soziale und gesundheitliche Berufe. Dort verschärft der Fachkräftemangel den Teufelskreis aus Überlastung und Ausfällen. Laut Stressreport der Techniker Krankenkasse gelingt es einem Drittel der Beschäftigten nicht mehr, nach der Arbeit abzuschalten. 42 Prozent fühlen sich oft ausgebrannt.

Was jetzt getan werden muss

Die Prävention von Burnout wird zur zentralen Führungsaufgabe. Es reicht nicht, nur Resilienz-Trainings anzubieten. Unternehmen müssen die systemischen Ursachen in der Arbeitskultur angehen. Dazu gehört ein psychologisch sicheres Umfeld, in dem offen über Belastungen gesprochen werden kann.

Führungskräfte müssen Warnsignale erkennen und unterstützend eingreifen. Gleichzeitig sind gesetzliche Neuerungen in Arbeit: Die reformierte DGUV Vorschrift 2, die 2026 in Kraft tritt, zielt verstärkt auf den psychischen Gesundheitsschutz ab.

Eine Krise der Arbeitskultur

Die alarmierenden Zahlen signalisieren eine tiefere Krise. Wenn ein Drittel der Belegschaft im Stillen leidet, zeigt das eine Entfremdung zwischen Mitarbeitern und Unternehmen. Die traditionelle Auffassung, Burnout sei ein individuelles Versagen, weicht der Erkenntnis eines systemischen Organisationsversagens.

Für Unternehmen wird das Umdenken zur ökonomischen Notwendigkeit. Die Kosten durch Produktivitätsverluste und Fehlzeiten sind enorm. Die Fähigkeit, eine gesunde und wertschätzende Arbeitsumgebung zu schaffen, wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

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