OpenAI kontert Elon Musk mit veröffentlichten E-Mails
17.01.2026 - 23:22:12OpenAI wehrt sich öffentlich gegen die Vorwürfe von Mitgründer Elon Musk und veröffentlicht brisante E-Mail-Ausschnitte. Der KI-Riese beschuldigt den Tech-Milliardär, selbst die gewinnorientierte Ausrichtung mitgeplant zu haben – und strebt damit den Schauplatzwechsel vom Gerichtssaal in die öffentliche Meinung.
Der seit 2024 schwelende Rechtsstreit eskaliert. Musks Klage wirft OpenAI vor, seine ursprüngliche Mission verraten und sich zu einem geschlossenen, profitorientierten Anhängsel von Microsoft entwickelt zu haben. Jetzt, kurz vor dem für dieses Frühjahr geplanten Jury-Prozess, schlägt OpenAI mit einem Blogbeitrag namens „Die Wahrheit, die Elon verschweigt“ zurück. Die darin zitierten privaten E-Mails zeichnen ein anderes Bild: Sie sollen zeigen, dass Musk 2017 nicht nur von der Notwendigkeit einer Gewinnsparte wusste, sondern diese aktiv mitdiskutierte.
Der Kern des Streits: Wem gehört die Zukunft der KI?
Im Zentrum der Auseinandersetzung steht die Wandlung OpenAIs von einer Non-Profit-Forschungseinrichtung zu einer „kapitalgedeckten“ Gewinngesellschaft (Public Benefit Corporation). Musk sieht darin einen Bruch des Gründungsversprechens, künstliche allgemeine Intelligenz (AGI) zum Wohle der Menschheit zu entwickeln.
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Die jetzt veröffentlichte Korrespondenz dreht diese Argumentation um. Laut OpenAI erkannte Musk selbst an, dass die Mission „Milliarden pro Jahr, sofort“ benötige – Summen, die eine reine Non-Profit-Struktur nie aufbringen könne. In einer E-Mail soll er sogar gesagt haben: „…oder vergiss es“.
Kontroll-Forderung und gescheiterte Tesla-Fusion
Die größte Überraschung der Veröffentlichung sind Musks angebliche Forderungen nach absoluter Kontrolle. Die Gespräche über eine Profit-Sparte seien gescheitert, als der Tesla-CEO Mehrheitsanteile, die Kontrolle über den ersten Vorstand und den CEO-Posten für sich beanspruchte.
OpenAI lehnte ab. Es widerspreche der Mission, einer Einzelperson solche Macht zu geben. Als Alternative habe Musk daraufhin eine Fusion von OpenAI mit Tesla vorgeschlagen. Der Autobauer sollte zur „Geldquelle“ für die KI-Ambitionen werden. Nach der Ablehnung dieser Pläne verließ Musk das Unternehmen im Februar 2018 – mit den Worten, er werde bei Tesla einen Konkurrenten aufbauen und OpenAI habe eine „0% Chance“, ohne ihn die nötigen Mittel zu beschaffen.
Ideologischer Graben: Open Source vs. geschützte Entwicklung
Der Streit offenbart den tiefen ideologischen Riss in der KI-Community. Musk wirbt für einen Open-Source-Ansatz und warnt vor der Konzentration mächtiger Technologie in wenigen Konzernhänden.
OpenAI hält dagegen: Die nötigen Rechen- und Finanzressourcen für AGI machten ein rein gemeinnütziges, offenes Modell undurchführbar. Die Umwandlung in eine Public Benefit Corporation mit Microsoft als Anteilseigner (ca. 27 %) sei nötig, um Kapital zu beschaffen und die Mission dennoch zu priorisieren.
Milliardenklage und Präzedenzfall für die Tech-Branche
Der anstehende Prozess wird zum wegweisenden Schlagabtausch. Musk fordert Schadensersatz in Höhe von 79 bis 134 Milliarden US-Dollar von OpenAI und Microsoft – basierend auf seiner anfänglichen Spende von 38 Millionen Dollar.
Tausende Seiten Beweismaterial, darunter Aussagen von OpenAI-Chef Sam Altman und Microsoft-CEO Satya Nadella, sind bereits freigegeben. Das Urteil könnte nicht nur die Zukunft OpenAIs bestimmen, sondern auch einen Präzedenzfall schaffen: Wer kontrolliert und finanziert die Entwicklung der transformativsten Technologie unserer Zeit? Der Kampf um die Seele der KI-Revolution ist eröffnet.
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