Krafttraining, Ausdauer

Krafttraining schlägt Ausdauer für längeres Leben

20.02.2026 - 14:48:12 | boerse-global.de

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Krafttraining bei älteren Frauen einen stärkeren Einfluss auf die Lebenserwartung hat als Ausdauerleistung. Zudem verbessert es die kognitive Funktion.

Muskelkraft ist ein besserer Indikator für Langlebigkeit als Ausdauer. Das zeigt eine aktuelle Studie mit über 5.400 Seniorinnen. Der Befund stellt gängige Trainingsempfehlungen für Ältere auf den Kopf.

Paradigmenwechsel: Kraft schlägt Ausdauer

Eine Langzeitstudie liefert eine klare Botschaft: Ältere Frauen mit höherer Muskelkraft wiesen eine deutlich niedrigere Sterblichkeit auf. Der schützende Effekt blieb selbst dann bestehen, wenn die Probandinnen klassische Ausdauerziele nicht erreichten.

Das Ergebnis unterstreicht einen Trend hin zum „funktionalen Training“. Dabei rücken Übungen in den Fokus, die Alltagsbewegungen simulieren. Sie sollen die neuromuskuläre Effizienz steigern – und sind offenbar biologisch relevanter als die reine Schrittzahl.

Hanteln statt Kreuzworträtsel fürs Gehirn

Neben der physischen Langlebigkeit untermauern aktuelle Daten auch die neurologische Bedeutung von Krafttraining. Eine große Meta-Analyse kam zu einem wegweisenden Ergebnis: Widerstandstraining erwies sich als effektivste Methode zur Steigerung der globalen Kognition.

Die Mechanismen dahinter sind vielschichtig. Forschungen legen nahe, dass Krafttraining die Produktion neuronaler Wachstumsfaktoren stimuliert. So schützt es Hirnareale wie den Hippocampus vor Abbau. Diese Effekte können bereits bei zwei Trainingseinheiten pro Woche eintreten.

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Funktionale Fitness: „Movement Snacking“ für den Alltag

Die Umsetzung dieser Erkenntnisse führt zu neuen Sportprogrammen. Der Fokus verschiebt sich von starren Einheiten hin zu integrierten Bewegungsmustern. Experten diskutieren verstärkt das Konzept des „Movement Snacking“ – kurze, intensive Aktivitätsphasen über den Tag verteilt.

Für Ältere steht dabei die „funktionale Kompetenz“ im Vordergrund. Dazu zählen Übungen wie Aufstehen und Hinsetzen zur Mobilitätssicherung oder Balance-Training zur Sturzprophylaxe. Besonders die Griffkraft hat sich als vitaler Biomarker etabliert.

Technologie erkennt Muskelschwund früher

Der Wandel ist auch ökonomisch motiviert. Der altersbedingte Muskelschwund verursacht Gesundheitssystemen weltweit Milliardenkosten. Technologische Fortschritte ermöglichen nun eine präzisere Diagnostik dieses Risikos.

Ein neuartiges Tool bestimmt die „Muscle Age Acceleration“. Es ermittelt anhand von Griffkraft und Gehgeschwindigkeit, ob die Muskulatur schneller altert als der Rest des Körpers. Solche Werkzeuge helfen, Risikopatienten früher zu identifizieren und gezielt gegenzusteuern.

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