Ketogene Diät bei Krebs: Experten warnen vor Risiken
07.02.2026 - 03:04:12Die ketogene Diät wird Krebspatienten nicht empfohlen. Führende Fachgesellschaften sehen keine wissenschaftliche Grundlage für einen Nutzen, aber erhebliche Gesundheitsgefahren.
Die extreme Low-Carb-Ernährung verspricht, Tumore durch Zuckerentzug auszuhungern. Die Theorie klingt einleuchtend, doch die Praxis ist riskant. Viele Patienten suchen nach komplementären Behandlungsmethoden, um aktiv zu werden. Die Realität der Studienlage enttäuscht diese Hoffnungen jedoch.
Theorie vs. Praxis: Der Warburg-Effekt
Die Idee basiert auf einer fast 100 Jahre alten Entdeckung. Der Biochemiker Otto Warburg beobachtete, dass viele Krebszellen Energie bevorzugt aus Zucker gewinnen – selbst bei Sauerstoff. Diesen „Warburg-Effekt“ wollen Keto-Befürworter ausnutzen.
Die Diät zwingt den Körper in die Ketose. Dabei verbrennt er Fette statt Kohlenhydrate. Die Leber produziert Ketonkörper als alternative Energiequelle. Die Hoffnung: Tumorzellen können diese schlechter verwerten und werden geschwächt. Doch was in der Theorie plausibel klingt, hält der klinischen Prüfung nicht stand.
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Studienlage: Kein Beleg für Nutzen beim Menschen
Die Evidenz für einen antitumoralen Effekt ist dünn. Zell- und Tierversuche zeigen widersprüchliche Ergebnisse. Beim Menschen fehlen überzeugende Beweise.
- Keine Lebensverlängerung: Bisherige Humanstudien waren klein und konnten keine Rückbildung von Tumoren oder längeres Überleben nachweisen.
- Klare Stellungnahme: Die Arbeitsgemeinschaft PRIO und die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) stellen fest: Keine Studie belegt, dass Keto das Tumorwachstum hemmt oder Therapien verbessert.
- Gefahr der Verschlimmerung: Einige Tiermodelle deuteten sogar auf beschleunigtes Wachstum oder aggressivere Krebszellen unter Keto hin.
Gefährliche Nebenwirkungen für Patienten
Die Deutsche Krebsgesellschaft rät von der Diät ab. Der Hauptgrund ist das hohe Risiko für Mangelernährung und gefährlichen Gewichtsverlust.
Viele Krebspatienten kämpfen bereits mit Appetitlosigkeit und Tumorkachexie – einer starken Auszehrung. Eine restriktive Diät kann diesen lebensbedrohlichen Zustand verschlimmern. Weitere dokumentierte Nebenwirkungen sind:
* Übelkeit und Verstopfung
* Nährstoffmangel
* Dehydratation
* Starke Müdigkeit
Diese Symptome können die Lebensqualität massiv beeinträchtigen und zu falschen Therapieentscheidungen führen. Experten betonen: Eine Umstellung darf niemals ohne engmaschige ärztliche Begleitung erfolgen.
Warum die Diät trotzdem so populär ist
Das Interesse spiegelt den verständlichen Wunsch wider, die Kontrolle über die Erkrankung zurückzugewinnen. Die Vorstellung, selbst aktiv gegen den Krebs kämpfen zu können, ist stark.
Doch dieser Markt lockt auch unseriöse Anbieter an. Sie preisen die Diät als „Wunderwaffe“ oder natürliche Alternative an. Der Krebsinformationsdienst des DKFZ und die Deutsche Krebshilfe warnen eindringlich vor solchen Heilsversprechen.
Es gibt keine „Krebsdiät“. Die offizielle S3-Leitlinie zur Komplementärmedizin rät explizit von Keto ab. Stattdessen sollte der Fokus auf einer ausgewogenen, bedarfsgerechten Ernährung liegen, die den Körper für die anstrengende Therapie stärkt.
Ein experimenteller Ansatz – nichts mehr
Die Forschung zu Keto in der Onkologie ist nicht abgeschlossen. Zukünftige Studien müssen klären, ob es spezifische Tumorarten oder Therapiekombinationen gibt, bei denen eine streng überwachte, zeitlich begrenzte Diät hilft.
Bis dahin bleibt es ein experimenteller Ansatz ohne wissenschaftliche Grundlage für die breite Anwendung. Die Priorität für Patienten muss der Erhalt von Kräften und eines guten Ernährungszustands sein – um die wirksamen, etablierten Therapien bestmöglich zu bewältigen.
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