Gebäudeenergiegesetz: Koalition unter Druck vor entscheidender Woche
22.02.2026 - 17:10:11 | boerse-global.deDie Bundesregierung steht vor einer heißen Phase im Streit um die Heizungsreform. Kurz vor der angekündigten Vorlage des neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes (GMG) fordern Wirtschaftsverbände endlich klare Regeln. Die anhaltende Unsicherheit lähmt Investitionen und gefährdet die Klimaziele.
Entscheidung über 65-Prozent-Regel steht an
Die Koalition muss sich in den kommenden Tagen auf einen Kabinettsentwurf einigen. Der größte Knackpunkt bleibt die umstrittene 65-Prozent-Regel für neue Heizungen. Soll sie in ihrer strengen Form kommen oder durch flexiblere, technologieoffene Lösungen ersetzt werden? Diese politische Hängepartie hat spürbare Folgen: Private Hausbesitzer und die Immobilienwirtschaft zögern bei Modernisierungen, solange die finalen Vorgaben unklar sind.
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„Diese Verzögerung bremst den Hochlauf klimafreundlicher Technologien wie Wärmepumpen aus“, warnen Branchenvertreter. Die anvisierten Klimaziele im Gebäudesektor rücken so in weite Ferne.
Verbände fordern Planungssicherheit und weniger Bürokratie
Ein Bündnis aus Elektrohandwerk und -industrie, angeführt vom ZVEH und ZVEI, appelliert an die Politik. Die zentrale Forderung: ein verlässlicher und langfristiger Rechtsrahmen.
„Wir brauchen dringend Planungs- und Investitionssicherheit“, so die einhellige Meinung. Nur so könnten Hersteller Produktionskapazitäten ausbauen und Handwerksbetriebe Fachkräfte qualifizieren. Zudem müsse die Förderkulisse stabil und sozial ausgewogen sein, um den Umstieg für alle bezahlbar zu machen.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die als praxisfern empfundene Bürokratie. Komplexe Regelungen erschwerten die dringend notwendige Beratung durch Fachbetriebe und bremsten die Sanierungsdynamik aus.
Fachkräftemangel als größtes Risiko
Doch selbst das beste Gesetz bleibt wirkungslos, wenn die Handwerker fehlen. Die erfolgreiche Wärmewende steht und fällt mit der Verfügbarkeit qualifizierter Installateure für Wärmepumpen, Photovoltaik und intelligente Steuerungen.
Die anstehende Reform müsse daher die realen Kapazitäten des Handwerks berücksichtigen und starke Anreize für Aus- und Weiterbildung setzen. Klare und verständliche gesetzliche Vorgaben sind essenziell, damit Betriebe ihre Kunden rechtssicher beraten können.
EU-Vorgaben und Lebenszyklus im Blick
Die nationale Novelle muss zudem die verschärfte EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) umsetzen. Diese rückt den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes in den Fokus – von der Herstellung der Baumaterialien bis zum Betrieb.
Experten fordern, diese Perspektive zu integrieren. Statt nur perfekte Endzustände zu belohnen, sollte eine Logik etabliert werden, die reale Einsparfortschritte honoriert. So ließen sich gerade Gebäude mit dem größten Sanierungsbedarf aktivieren.
Die kommende Woche wird zeigen, ob die Koalition einen tragfähigen Kompromiss findet. Gelingt der Spagat zwischen Klimaschutz, sozialer Balance und wirtschaftlicher Vernunft? Für die Branche ist klar: Nur ein stabiles und praxistaugliches Gesetz kann das verlorene Vertrauen zurückgewinnen und die milliardenschweren Investitionen für eine klimaneutrale Zukunft auslösen.
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