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Frankfurt Schluss: Dax fest im Griff der Ölpreise

09.03.2026 - 18:16:48 | dpa.de

Der Dax DE0008469008 ist am Montag abermals zum Spielball der Ölpreis-Entwicklung geworden.

Die Nervosität der Anleger ist angesichts des Krieges im Nahen Osten groß.

Im Zuge eines Ölpreis-Anstiegs auf fast 120 US-Dollar war der deutsche Leitindex am Morgen zeitweise unter die Marke von 23.000 Punkten auf ein Zehnmonatstief gesackt. Der Druck ließ im Tagesverlauf allerdings spürbar nach, denn die Ölpreise gingen wieder ein gutes Stück zurück.

Mit einem Minus 0,77 Prozent auf 23.409,37 Zähler ging das deutsche Börsenbarometer Dax letztlich aus dem Tag. Der MDax DE0008467416, der Index der mittelgroßen Werte, sank um 2,06 Prozent auf 28.875,10 Punkte und auch europaweit verringerten die wichtigsten Börsen ihre Verluste.

Die G7-Staaten trafen mit Blick auf eine mögliche Freigabe von Teilen der nationalen Ölreserven nach französischer Darstellung zwar noch keine Entscheidung. Doch sagte Frankreichs Finanzminister Roland Lescure: "Worauf wir uns geeinigt haben, ist, wenn nötig alle notwendigen Mittel zu nutzen, um den Markt zu stabilisieren - die mögliche Freigabe von Reserven eingeschlossen."

Der Preis für ein Fass Rohöl der Marke Brent sank denn auch wieder unter 100 Dollar. Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank brachte die Sorgen der Anleger auf den Punkt: "Je länger der Ölpreis über 100 Dollar notiert, desto größer ist das Inflationsrisiko, desto stärker nimmt die Rezessionsgefahr zu und desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer ausgedehnten Aktienkorrektur."

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 beendete den Handel mit einem Abschlag von 0,61 Prozent auf 5.685,20 Punkte. Außerhalb der Euroregion schlossen auch die Börsen in London und Zürich letztlich mit nur moderaten Verlusten. In den USA drehte die überwiegend mit Technologie-Aktien bestückte Nasdaq 100 US6311011026 sogar in die Gewinnzone, während der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial US2605661048 sein Minus auf 0,7 Prozent verringerte.

Die durch den Ölpreis ausgelösten Schwankungen wurden erneut vor allem in den energieintensiven Industriebranchen und der Tourismusbranche sichtbar, während Aktien großer europäischer Ölkonzerne wie Totalenergies FR0000120271, Eni IT0003132476 oder BP GB0007980591 gefragt waren. Stark unter Druck standen erneut etwa Aktien aus dem Stahlsektor wie Thyssenkrupp DE0007500001 mit minus 3,9 Prozent oder Salzgitter DE0006202005 mit minus 6,3 Prozent.

In der Tourismusbranche blieb die Angst der Anleger vor den Auswirkungen hoher Treibstoffpreise spürbar. Für die Aktien der Lufthansa DE0008232125 ging es 6,4 Prozent bergab. Die deutsche Fluggesellschaft verlängerte zudem wegen des Iran-Kriegs ihre Flugstopps nach Nahost.

Im Rüstungsbereich gewannen Rheinmetall DE0007030009 2,0 Prozent. Hensoldt DE000HAG0005 stiegen sogar 4,7 Prozent, da sie zusätzlich von einer Kaufempfehlung des Analysehauses Jefferies gestützt wurden. Durchwachsen fiel unterdessen das Börsendebüt von Gabler DE000A421RZ9 aus. Die Aktien des U-Boot-Zulieferers starteten mit 47,20 Euro über ihrem Ausgabepreis von 44 Euro und ging letztlich mit 43,80 Euro aus dem Tag.

Details zum Ende Januar vorgelegten Zahlenwerk der Gea DE0006602006 verhalfen den Papieren des Anlagebauers zu einem Plus von 2,1 Prozent. Nach einem etwas besser als erwartet ausgefallenen Profitabilitätsziel für das laufende Jahr rechnen Analysten mit leicht steigenden Konsensschätzungen./ck/mis

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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