Frankfurt Eröffnung: Anleger bleiben in der Defensive
28.04.2026 - 10:11:56 | dpa.deMangelnde Fortschritte in den Verhandlungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten um eine Öffnung der für den globalen Öltransport wichtigen Meeresstraße von Hormus sowie steigende Ölpreise halten die Kauflaune in Grenzen.
Der Dax DE0008469008 notierte zuletzt 0,1 Prozent höher bei 24.103 Punkten und bleibt damit unter der 200-Tage-Linie für den längerfristigen Trend, die er tags zuvor unterschritten hatte. Der MDax DE0008467416 zeigte sich nahezu unverändert bei 30.364 Zählern. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 stieg um 0,2 Prozent.
Angesichts weiterhin hoher Ölpreise halten die aktuellen Konjunktur- und Inflationssorgen an. Insofern sind die Zinsentscheidungen in Japan, Europa und den USA in dieser Woche von besonderem Interesse. In Japan blieb der Leitzins unverändert, wie die Bank of Japan am Dienstag mitteilte. Am Mittwoch folgt die US-Notenbank (Fed). Für Donnerstag sind dann die Sitzungen der EZB und der Bank of England anberaumt. "Suchen dürften die Anleger nach Hinweisen, ob die bislang abwartende Haltung vieler Notenbanken beibehalten wird oder ob Zinserhöhungen für eine der nächsten Sitzungen signalisiert werden", schrieb Commerzbank-Experte Alexander Krämer.
Eine Senkung der Jahresziele von Qiagen NL0015002CX3 setzte die Papiere des Labordienstleisters und Diagnostikanbieters mit minus 7 Prozent massiv unter Druck. 2026 haben sie damit schon fast 22 Prozent verloren. Ein Händler warnte am Morgen vor weiteren Verlusten trotz des bereits niedrigen Kursniveaus, da das Wachstum nahezu vollständig abhandengekommen sei. Im ersten Quartal war der Umsatz um ein Prozent gesunken.
Die Aktien von Bayer DE000BAY0017 reagierten mit einem Kursrückgang von 2,8 Prozent auf eine Anhörung vor dem obersten US-Gericht im Verfahren um milliardenschwere US-Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten. Damit zehrten sie ihr mageres Kursplus im bisherigen Jahresverlauf nahezu komplett auf. Eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs im Fall "Durnell" wird für Ende Juni 2026 erwartet. Bayer macht sich Hoffnung, dass ein positives Grundsatzurteil dabei helfen könnte, das teure Thema in absehbarer Zeit abschließen zu können. Während der Markt die Anhörung negativ sieht, war der Tenor unter Experten bislang neutral bis positiv.
Die Titel der Deutschen Börse DE0005810055 legten nach Quartalszahlen und bestätigten Jahreszielen um 0,5 Prozent zu. Der Börsenbetreiber verdiente im ersten Jahresviertel dank guter Geschäfte rund um Finanzmarkt-Produkte deutlich mehr. Finanzchef Jens Schulte sieht den Konzern damit "voll auf Kurs", die Jahresziele für 2026 zu erreichen. Die höhere Ergebnisdynamik dürfte sich fortsetzen, schrieb Analyst Roland Pfänder von der Investmentbank Oddo BHF. Die Resultate hätten die Erwartungen übertroffen.
Die Papiere von Henkel DE0006048432 fielen - rein optisch - um 1,56 Euro auf 62,48 Euro. Sie werden am Dienstag mit einem Dividendenabschlag von 2,07 Euro je Aktie gehandelt.
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