Gold, Zentralbanken

Gold: Zentralbanken planen weitere Zukäufe

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 11:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trotz höherer Renditen halten institutionelle Investoren an Gold fest, während Zentralbanken ihre Käufe im zweiten Quartal deutlich ausweiten.

Gold-ETFs bleiben trotz Zinsdruck bei institutionellen Anlegern gefragt
Mehrere gestapelte Goldbarren auf einer dunklen Holzoberfläche in einem Tresorraum. Illustration mit AI erstellt.

Institutionelle Anleger zeigen sich im Umfeld strafferer Zinsen widerstandsfähig.

Bereits Anfang des Monats hatte der Fonds einen kräftigen Wochenzuwachs von 11,13 Tonnen verzeichnet. Großanleger nutzten die jüngsten Kursschwankungen somit punktuell für Zukäufe, anstatt Bestände in größerem Stil abzubauen.

Diese relative Festigkeit bei den Fondsbeständen federt den Gegenwind ab, der den Rohstoffmärkten zuletzt zusetzte. Höhere Anleiherenditen erhöhen typischerweise die Opportunitätskosten der zinslosen Goldhaltung. Dennoch signalisieren die leichten ETF-Zuflüsse, dass ein harter Kern institutioneller Adressen dem Edelmetall als strategische Absicherung treu bleibt.

Geldpolitischer Druck und verändertes Nachfragegefüge

Der Goldpreis beendete den Handel am Freitag bei 4.382,82 USD je Feinunze. Damit notiert das Edelmetall 1,8 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 4.304,21 USD. Belastet wurde der Markt zuletzt von der Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve am vergangenen Mittwoch. Ein zeitweise festerer US-Dollar dämpfte die Notierungen, wenngleich sich der Markt nach einem ersten Rücksetzer rasch stabilisieren konnte.

Gleichzeitig verschieben sich die Pfeiler der weltweiten Gesamtnachfrage. Angaben des World Gold Council zufolge belief sich die weltweite Nachfrage im zweiten Quartal 2026 auf 1.268,9 Tonnen inklusive des außerbörslichen Handels.

Während der klassische Schmucksektor anhaltende Schwäche zeigte, bildeten die Notenbanken das stärkste Gegengewicht: Im zweiten Quartal erwarben die Währungshüter weltweit 288,9 Tonnen Gold, was einem Zuwachs von 62 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum entsprach.

Eine Umfrage des Verbands unter 74 Zentralbanken ergab zudem, dass 45 Prozent der Institute beabsichtigen, ihre Bestände binnen zwölf Monaten auszubauen.

Geografische Verschiebungen auf der Angebotsseite

Auf der Angebotsseite blieb das globale Minenvolumen weitgehend stabil. Im Gesamtjahr 2025 wuchs die weltweite Goldförderung laut World Gold Council um rund 0,6 Prozent auf 3.671,6 Tonnen. Regional zeigten sich dabei allerdings deutliche Divergenzen.

Während Länder wie Ghana, Kanada und Australien im vierten Quartal 2025 kräftige Produktionszuwächse von 15 bis 24 Prozent meldeten, ging die Förderung in Argentinien, Indonesien und Mexiko teils zweistellig zurück. Für Marktbeobachter bleibt diese zunehmende Konzentration der Förderströme ein wichtiger Faktor bei der langfristigen Preisbildung.

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