Gold, Zentralbanken

Gold: Zentralbanken kaufen 288,9 Tonnen

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 16:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Gold verteuert sich auf 4.382,82 US-Dollar, während Zentralbankkäufe zulegen und Indiens Importe deutlich nachlassen. Zinsen bremsen weiter.

Goldpreis steigt dank sinkender Ölpreise auf Wochenhoch
Mehrere glänzende Goldbarren, die auf einem dunklen Holztisch in einem Tresorraum gestapelt sind. Illustration mit AI erstellt.

Rückläufige Rohölpreise haben dem Goldmarkt zum Ende der Handelswoche spürbaren Rückenwind verschafft. Das Nachlassen der Energiekosten dämpfte die Inflationsängste der Marktteilnehmer und stützte die Erwartung sinkender Realzinsen.

Laut Reuters erreichte der Goldpreis am Freitag ein Ein-Wochen-Hoch und verzeichnete auf Wochensicht ein Plus von einem Prozent. Die Feinunze beendete den Handel am Freitag bei 4.382,82 US-Dollar, was einem Tagesgewinn von 0,9 Prozent entsprach.

Noch am Dienstag hatte das Bild an den Rohstoffmärkten völlig anders ausgesehen. Zu Wochenbeginn hatten anziehende Rohölnotierungen Sorgen vor einer hartnäckigen Teuerung und weiteren Zinserhöhungen geschürt. In der Folge belasteten ein erstarkender US-Dollar sowie kletternde Renditen bei US-Staatsanleihen das unverzinsliche Edelmetall. Erst die spätere Entspannung an den Energiemärkten schuf den Spielraum für die jüngste Erholung.

Gemischte Nachfragesignale aus Indien

Neben den Impulsen von den Zinsmärkten richtet sich der Blick der Anleger auf die physische Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten. Aus Indien kamen zuletzt gedämpfte Signale. Laut Reuters sanken die indischen Goldimporte im August auf 2,3 Milliarden US-Dollar, nachdem sie im Juli noch bei 4,16 Milliarden US-Dollar gelegen hatten.

Gleichzeitig bleibt die institutionelle Nachfrage durch die weltweiten Währungshüter ein tragendes Fundament für den Markt. Nach Angaben des World Gold Council erwarben Zentralbanken im zweiten Quartal 2026 netto 288,9 Tonnen Gold. Dies entsprach einem Zuwachs von 62,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und markierte das stärkste zweite Quartal in den Erhebungen der Organisation.

Zudem gaben in einer Umfrage des Verbands unter 74 Notenbanken 45 Prozent der Institute an, ihre Bestände in den kommenden zwölf Monaten weiter aufstocken zu wollen. Die anstehende Veröffentlichung der nächsten monatlichen Zentralbankdaten dürfte daher genau verfolgt werden.

Zinsdruck bremst größere Sprünge

Trotz der jüngsten Erholung bleibt das Umfeld für das Edelmetall anspruchsvoll. Die geldpolitischen Straffungen der führenden Notenbanken dämpfen weiterhin das Aufwärtspotenzial. Das Zusammenspiel aus soliden Käufen der Zentralbanken und anhaltendem Gegenwind durch das Zinsniveau bestimmt damit vorerst die Richtung im Handel.

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