Zentralbanken kaufen deutlich mehr Gold - Russland verkauft
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 08:05 Uhr | dpa.deIn den drei Monaten bis Ende Juni hätten Notenbanken weltweit rund 289 Tonnen Gold gekauft, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Quartalsbericht des Interessenverbands. Die Nachfrage nach Gold durch Zentralbanken hat sich damit wieder deutlich erholt, nachdem sie zu Beginn des Jahres eingebrochen war.
Im ersten Quartal hatten Notenbanken nur Gold in einem Volumen von 57 Tonnen gekauft, wie aus dem Bericht weiter hervorgeht. Zu Beginn des Jahres war der Goldpreis in einem Höhenflug und hatte Ende Januar ein Rekordhoch bei 5.595 US-Dollar je Feinunze (etwa 31,1 Gramm) erreicht. Seitdem ist die Notierung für das Edelmetall deutlich gefallen und rutschte in den vergangenen Wochen zeitweise unter 4.000 Dollar. Seit Ende Juni hielt sich der Goldpreis in einer vergleichsweise engen Spanne bei der Marke von 4.000 Dollar je Feinunze.
Stärkster Goldkäufer im zweiten Quartal war nach Angaben des WGC die Notenbank von Polen, die ihre Goldreserve um 51 Tonnen auf 632 Tonnen aufgestockt hat. Zudem hat Chinas Zentralbank ihre Reserven um weitere 33 Tonnen auf 2.346 Tonnen erhöht. Beide Notenbanken zählten bereits 2025 zu den großen Goldkäufern am Markt. Dagegen hat sich die russische Notenbank im zweiten Quartal von einem Teil ihrer Goldreserven getrennt. Mit einem Volumen von 22 Tonnen war Russland von April bis Juni der größte Verkäufer von Gold unter den Zentralbanken.
Die deutsche Bundesbank zählt ebenfalls zu den Verkäufern von Gold, heißt es in dem Quartalsbericht des Interessenverbands. Hier habe das Volumen aber nur etwa eine Tonne betragen, die für das Prägen von Goldmünzen verwendet wurde. Wie aus Daten der Bundesbank hervorgeht, hatten die deutschen Goldreserven Ende 2025 ein Volumen von rund 3.350 Tonnen und sind nach den USA die zweitgrößten Goldreserven der Welt.
Wir aus dem Quartalbericht des WGC weiter hervorgeht, lag die globale Nachfrage nach Gold im zweiten Quartal bei 1.269 Tonnen und damit nur geringfügig um ein Prozent höher als in den ersten drei Monaten des Jahres. Den mit Anstand stärksten Anstieg gab es bei den Zentralbanken. Einen deutlichen Rückgang gab es hingegen bei der Nachfrage von Wertpapieren, die mit physischem Gold hinterlegt sind (ETFs).
