Ultrahochverarbeitete, Lebensmittel

Ultrahochverarbeitete Lebensmittel: Studien offenbaren drastische Gesundheitsrisiken

15.02.2026 - 13:39:12

Neue Studien belegen erhebliche Gesundheitsgefahren durch industriell verarbeitete Nahrungsmittel. Experten fordern Regulierungen ähnlich der Tabakindustrie.

Neue Forschungen zeigen alarmierende Zusammenhänge zwischen Fertigprodukten und schweren Erkrankungen. Während die Herzinfarkt-Gefahr um fast die Hälfte steigt, geraten auch Babynahrung und Zusatzstoffe unter massiven Druck. Experten fordern nun Regulierungen wie bei der Tabakindustrie.

Herzinfarktrisiko steigt um 47 Prozent

Eine Großstudie der Florida Atlantic University schlägt diese Woche Wellen: Erwachsene mit dem höchsten Konsum von ultrahochverarbeiteten Lebensmitteln (UPFs) haben ein um 47 Prozent erhöhtes Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall. Die im American Journal of Medicine veröffentlichte Analyse basiert auf nationalen Gesundheitsdaten und berücksichtigte Einflussfaktoren wie Alter, Raucherstatus und Einkommen.

Besonders beunruhigend: Nicht allein der Mangel an Nährstoffen ist schuld. Der Mechanismus der industriellen Verarbeitung selbst und entstehende chemische Nebenprodukte spielen eine zentrale Rolle. Die Forscher identifizierten einen direkten Zusammenhang: UPF-Konsum korreliert stark mit erhöhten Werten des C-reaktiven Proteins – einem verlässlichen Vorboten für zukünftige Herzkrankheiten.

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Über 70 Prozent der Babynahrung hochverarbeitet

Parallel sorgt eine zweite Untersuchung für Unruhe bei Eltern. Die University of North Carolina untersuchte den US-Babynahrungs-Markt und kam zu einem ernüchternden Ergebnis: Über 70 Prozent der Produkte für Kinder zwischen sechs und 36 Monaten sind ultrahochverarbeitet.

Die Forscher fanden in mehr als der Hälfte der 651 getesteten Produkte industrielle Zusatzstoffe – Stoffe, die in neueren Studien mit Entzündungen und Darmmikrobiom-Störungen verbunden sind. Besonders kritisch: Diese frühe Gewöhnung an künstliche Aromen und Texturen könnte lebenslange schlechte Ernährungsgewohnheiten etablieren.

Konservierungsstoffe erhöhen Krebsrisiko

Diese Befunde reihen sich in eine wachsende Warnserie ein. Im Januar veröffentlichte das British Medical Journal Ergebnisse der französischen NutriNet-Santé-Kohorte, die einen Zusammenhang zwischen bestimmten Lebensmittelkonservierungsstoffen und erhöhtem Brust- und Prostatakrebsrisiko nahelegen.

Die Studie, die über 100.000 Teilnehmer über Jahre begleitete, identifizierte spezifische Emulgatoren und Konservierungsstoffe – in Tütensuppen, abgepacktem Kuchen und vielen Alltagsprodukten zu finden. Nitrite in verarbeitetem Fleisch gelten bei der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) bereits als „wahrscheinlich krebserregend“.

Industrie verteidigt sich – mit schwachen Argumenten

Die Lebensmittelindustrie sitzt in der Defensive. Branchenverbände argumentieren, dass Verarbeitung notwendig sei für Sicherheit, Haltbarkeit und Preis. In Deutschland und Österreich kritisieren Industrievertreter die NOVA-Klassifikation als wissenschaftlich ungenau – technisch könnte selbst vorgeschnittenes Vollkornbrot als „hochverarbeitet“ gelten.

Doch die neuen US-Studien untermauern, dass nicht nur das Nährstoffprofil, sondern die Verarbeitung selbst das Problem ist. Dadurch schwinden die Gegenargumente zusehends.

Tabak-ähnliche Regulierung im Gespräch

Ein im Milbank Quarterly veröffentlichter Bericht zieht eine direkte Parallele zwischen Tabak- und Lebensmittelindustrie: Beide konzipieren ihre Produkte so, dass sie Abhängigkeiten fördern.

Gesundheitsexperten und NGOs fordern nun drastischere Maßnahmen:

  • Werbeverbote für UPFs – insbesondere für Kinder-Marketing
  • Warnhinweise auf Verpackungen – ähnlich wie bei Zigaretten
  • Steuerliche Lenkungsmaßnahmen – um ungesunde Produkte teurer zu machen

Die EU hat bereits erste Schritte eingeleitet: Seit Januar 2025 gilt ein strenges BPA-Verbot in Lebensmittelkontaktmaterialien und neue Reinheitsgebot für Recycling-Kunststoffe sind in Kraft.

Was Verbraucher jetzt wissen sollten

Wenn sich diese Befunde bestätigen, könnte 2026 zum Wendepunkt der globalen Ernährungspolitik werden. Für Verbraucher bleibt vorerst ein einfacher Check: Je länger die Zutatenliste und je unaussprechlicher die Inhaltsstoffe, desto höher das Risiko.

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