Studie, Angst

Studie enthüllt genetische Wurzeln von Angst und Depression

20.02.2026 - 01:40:12 | boerse-global.de

Eine große genetische Analyse zeigt, dass Angststörungen, Depressionen und andere psychische Erkrankungen gemeinsame neurobiologische Wurzeln haben. Dies beschleunigt den Wandel zu einer objektiveren, biologisch fundierten Psychiatrie.

Eine bahnbrechende Gen-Studie liefert die bisher stärksten Beweise für die biologischen Grundlagen von Angsterkrankungen. Die im Fachjournal Nature Genetics veröffentlichte Arbeit zeigt eine enge genetische Verwandtschaft zu Depressionen und anderen psychischen Leiden. Diese Erkenntnisse beschleunigen einen Paradigmenwechsel in der Psychiatrie – weg von rein subjektiven Beschreibungen, hin zu einem Verständnis, das im Gehirn verankert ist.

Vom Symptom zur Ursache: Psychiatrie im Wandel

Jahrzehntelang stützte sich die Diagnose psychischer Erkrankungen fast ausschließlich auf Gespräche und beobachtete Symptome. Doch dieser Ansatz hat Schwächen: Zwei Patienten mit derselben Diagnose können völlig unterschiedlich erkrankt sein. Daher sucht die Forschung heute intensiv nach objektiven, biologischen Merkmalen – sogenannten Biomarkern. Die Psychiatrie wandert so vom Behandlungszimmer ins Labor.

Kein einzelnes „Angstgen“, aber klare Muster

Ein internationales Forscherteam mit Würzburger Beteiligung analysierte die genetischen Daten Hunderttausender Menschen. Das Ergebnis: Es gibt kein einzelnes „Angstgen“. Stattdessen tragen Hunderte genetischer Varianten im gesamten Genom jeweils ein winziges Risiko bei.

Die Studie bestätigte bekannte biologische Signalwege im Gehirn und entdeckte neue. Die zentrale Erkenntnis: Die genetischen Muster von Angststörungen überschneiden sich stark mit denen von Depressionen, PTBS und Schizophrenie. Das erklärt, warum diese Erkrankungen so häufig gemeinsam auftreten – sie teilen sich neurobiologische Wurzeln.

Die Jagd nach dem objektiven Marker

Die Genetik ist nur ein Teil einer größeren Mission: die Psychiatrie zu objektivieren. Weltweit suchen Wissenschaftler nach verlässlichen Biomarkern. Sie messen Proteine im Nervenwasser, suchen nach fehlgeleiteten Autoantikörpern oder analysieren Konnektivitätsmuster im Gehirn per fMRT.

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Solche Marker könnten Patienten in präzisere Untergruppen einteilen. Die Behandlung ließe sich dann gezielter auf die individuelle biologische Störung ausrichten.

Mehr als nur neue Medikamente

Was bedeutet dieser Wandel für Betroffene? Ein neurobiologisches Verständnis kann helfen, das Stigma psychischer Erkrankungen abzubauen. Es handelt sich um medizinische Leiden mit einer klaren Basis im Gehirn – das erleichtert vielen den Schritt zur Hilfe.

Für die Therapie eröffnen die genetischen Daten neue Wege. Sie sind die Grundlage für die Entwicklung von Medikamenten, die an den frisch identifizierten Signalwegen ansetzen. Könnten künftige Therapien sogar mehrere Erkrankungen gleichzeitig adressieren?

Auf dem Weg zur maßgeschneiderten Therapie

Gentests für die Routinediagnose sind noch Zukunftsmusik. Doch die Studie weist klar den Weg: hin zu einer personalisierten Psychiatrie. Die Therapie der Zukunft könnte auf einer Kombination aus Symptomen, genetischem Profil und Biomarkern basieren.

Instituten wie dem Max-Planck-Institut für Psychiatrie geht es genau darum: Grundlagenforschung eng mit der Klinik zu verknüpfen, um Erkenntnisse schneller zum Patienten zu bringen. Die Entschlüsselung des Gehirns verspricht präzisere Diagnosen und wirksamere, individuellere Behandlungen.

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