Oman, USA

Oman vermittelt zwischen USA und Iran – Trump verhängt neue Sanktionen

07.02.2026 - 22:41:12

Erstes diplomatisches Treffen seit Monaten zwischen den USA und dem Iran in Maskat fand unter omanischer Vermittlung statt. Unmittelbar danach verhängte Washington neue Sanktionen.

Maskat – In der omanischen Hauptstadt haben die USA und der Iran unter Vermittlung des Sultans erstmals seit Monaten wieder Gespräche geführt. Unmittelbar danach unterzeichnete US-Präsident Donald Trump jedoch ein Dekret für neue Sanktionen – ein Zeichen für die extreme Fragilität des Prozesses.

Die Delegationen unter Leitung des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi und des US-Sondergesandten Steve Witkoff reisten am Samstag ohne gemeinsame Erklärung ab. Omanische Vertreter bezeichneten die am Freitag begonnenen Gespräche als „ernsthaft“ und kündigten Fortsetzungen an. Ziel war es, eine weitere Eskalation im Streit um das iranische Atomprogramm und die lähmenden Wirtschaftssanktionen zu verhindern.

Maximalforderungen auf beiden Seiten

Die Agenda in Maskat offenbarte einen tiefen Graben. Teheran forderte vor allem eine Lockerung der westlichen Sanktionen und bot im Gegenzug Gespräche über sein Atomprogramm an. Das Raketenprogramm sei jedoch eine „rote Linie“.

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Washington ging weit darüber hinaus. Die US-Delegation, zu der auch Trumps Schwiegerschaft Jared Kushner gehörte, forderte ein Ende der Urananreicherung, des Raketenprogramms und der Unterstützung für Milizen wie die Hamas oder Hisbollah. Auch die Menschenrechtslage im Iran war Thema.

Omans diskrete Schlüsselrolle

Der Golfstaat Oman festigte seine Position als unverzichtbarer Vermittler. Das Sultanat pflegt seit langem gute Beziehungen zu beiden Konfliktparteien und hatte bereits 2015 geheime Kanäle für das Atomabkommen bereitgestellt. Die Gespräche fanden getrennt statt, der omanische Außenminister fungierte als Mittelsmann.

Die Wahl Maskats – ursprünglich war Istanbul im Gespräch – unterstreicht das Vertrauen beider Seiten. Beobachter werten die bloße Gesprächsbereitschaft als minimales, aber wichtiges Signal: Trotz maximalem Druck und kriegerischer Rhetorik besteht noch Interesse an Diplomatie.

Sanktionen als Verhandlungskulisse

Die Diplomatie fand nicht im luftleeren Raum statt. Parallel zu den Gesprächen hielten die USA den Druck aufrecht. US-Kriegsschiffe patrouillieren in der Region. Unmittelbar nach den Gesprächen kündigte Trump neue potenzielle Zölle gegen Handelspartner des Irans an.

Auch westliche Verbündete zogen nach. Großbritannien verhängte – wie zuvor die EU und USA – neue Sanktionen gegen iranische Funktionäre, die für die Unterdrückung von Protesten verantwortlich gemacht werden. Dieser Druck erschwert Kompromisse am Verhandlungstisch.

Kann der Stillstand durchbrochen werden?

Die Gespräche sind der erste ernsthafte Versuch seit dem US-Ausstieg aus dem Atomabkommen 2018. Seither hat der Iran sein Programm schrittweise hochgefahren. Die internationale Gemeinschaft fürchtet, Teheran könnte die Fähigkeit zum Bau einer Atomwaffe erlangen.

Analysten bleiben skeptisch. Das Misstrauen ist enorm, und Washingtons Maximalforderungen scheinen für Teheran derzeit unannehmbar. Doch der immense wirtschaftliche Druck könnte das Regime zu taktischen Zugeständnissen zwingen. Für die USA geht es darum, überhaupt eine Basis für ein umfassenderes Abkommen auszuloten.

Was kommt jetzt?

Die Zukunft hängt von den internen Beratungen ab. US-Präsident Trump bezeichnete die Gespräche als „sehr gut“ und kündigte eine nächste Runde für die kommende Woche an. Ob Teheran diese Einschätzung teilt, ist unklar.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Omans Vermittlung eine Tür zur Deeskalation aufstoßen konnte. Die Folgen eines Scheiterns wären verheerend – für die Stabilität im Nahen Osten, die globale Energiesicherheit und das gesamte System der Rüstungskontrolle.

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