Meditation, Studie

Meditation: Studie zeigt Risiken für psychisch Vorbelastete

26.02.2026 - 11:54:32 | boerse-global.de

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass etwa acht Prozent der Meditierenden negative Effekte wie Angstzustände erleben. Besonders für Risikogruppen können Achtsamkeitsübungen schädlich sein.

Meditation kann bei Risikogruppen Angst und Depressionen verstärken. Das belegen aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen, die eine differenziertere Betrachtung der beliebten Entspannungspraxis fordern. Während Millionen positive Effekte berichten, erlebt eine Minderheit unerwünschte Nebenwirkungen.

Die dunkle Seite der inneren Einkehr

Eine Überprüfung von 83 Studien kommt zu einem klaren Ergebnis: Etwa acht Prozent der Meditierenden berichten von negativen Effekten. Dazu zählen verstärkte Angstzustände, depressive Verstimmungen oder sogar Depersonalisationserlebnisse – das Gefühl, die Welt sei unwirklich. Diese Kehrseite ist historisch bekannt; bereits über 1.500 Jahre alte buddhistische Texte beschreiben ähnliche Symptome. Im modernen Wellness-Boom gerieten diese Warnungen jedoch oft in den Hintergrund.

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Ernüchternde Studie an Schulen

Eine der teuersten Untersuchungen zur Meditationsforschung lieferte kürzlich ernüchternde Daten. Die vom Wellcome Trust finanzierte Studie analysierte zwischen 2016 und 2018 über 8.000 britische Schulkinder. Das Ergebnis: Achtsamkeitsübungen verbesserten das psychische Wohlbefinden im Vergleich zu einer Kontrollgruppe nicht. Für Kinder mit einem bestehenden Risiko für psychische Probleme könnten die Praktiken sogar schädlich sein. Diese Erkenntnis stellt pauschale Achtsamkeitsprogramme in Schulen und Unternehmen infrage.

Wer ist besonders gefährdet?

Experten betonen, dass die Risiken ungleich verteilt sind. Besonders Menschen mit traumatischen Vorerfahrungen sollten vorsichtig sein. Für sie kann das stille Sitzen und Fokusieren auf innere Empfindungen beängstigend wirken. Statt langer Sitzungen empfehlen Therapeuten für diese Gruppe oft erdende, bewegungsbasierte oder sehr kurze Übungen. Die Qualität der Anleitung und die Anpassung an individuelle Bedürfnisse werden damit entscheidend.

Vom Trend zur verantwortungsvollen Praxis

Der Markt für mentales Wohlbefinden ist zu einer milliardenschweren Industrie gewachsen. Apps wie Calm oder Headspace bieten hunderte geführte Meditationen an. Die aktuelle Debatte stellt nun das oft vereinfachte Marketing in Frage. Kritiker warnen, Achtsamkeit drohe zu einem oberflächlichen Luxusgut zu werden, das von echten Lebensumständen entkoppelt ist. Die Branche steht vor der Aufgabe, über einfache Entspannungsversprechen hinauszugehen.

Die Zukunft liegt in der Personalisierung

Der „One-size-fits-all“-Ansatz hat ausgedient. Die Zukunft der Achtsamkeitsanleitung liegt in der maßgeschneiderten Praxis. Einige Apps experimentieren bereits mit KI-Systemen, die basierend auf der Stimmung des Nutzers individuelle Übungen vorschlagen. Die zentrale Frage lautet künftig nicht mehr, ob Meditation generell funktioniert, sondern welche Art der Praxis für welche Person unter welchen Umständen sicher und hilfreich ist.

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