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Frankfurt Schluss: Zurückhaltung nach soliden US-Jobdaten

05.06.2026 - 18:12:53 | dpa.de

In einem von Vorsicht geprägten Umfeld ist der deutsche Aktienmarkt am Freitag unter Druck geraten.

Beobachter verwiesen als Belastung unter anderen auf die unklare Lage im Nahost-Krieg und die etwas nachlassende Euphorie rund um Künstliche Intelligenz (KI). Zudem war der US-Arbeitsmarktbericht für Mai solide ausgefallen, was Spekulationen befeuerte, dass die US-Notenbank bereits in diesem Jahr ihre Leitzinsen erhöhen könnte. Dies würde Anleihen im Vergleich zu Aktien attraktiver machen.

Damit schloss der Leitindex Dax DE0008469008 0,75 Prozent im Minus auf 24.759,05 Punkten. Auf Wochensicht ergibt sich ein Verlust von 1,38 Prozent. Die 25.000-Punkte-Marke bleibt im Blick, erweist sich aber als Widerstand. Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen Börsenunternehmen sank am Freitag um 1,02 Prozent auf 32.466,60 Zähler.

Laut der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) überraschte im Mai das Stellenplus in den USA deutlich. Insgesamt zeigten die Job-Zahlen eine solide Verfassung des US-Arbeitsmarktes. Zinserhöhungserwartungen bezüglich der US-Notenbank würden in der Tendenz wohl verstärkt.

Marktanalyst Timo Emden von Emden Research verwies ferner auf den anstehenden Rekord-Börsengang des Weltraumunternehmens SpaceX, der schon seine Schatten vorauswerfe und zum ersten großen Stresstest für die KI-Rally werden dürfte. "Die Platzierung könnte zum Gradmesser werden, wie viel Risikokapital nach Jahren der KI- und Technologierally noch mobilisiert werden kann." Anleger könnten in den kommenden Handelstagen Risikokapital umschichten und zusätzliche Liquidität zurückhalten.

Die KI-Rally an den Börsen wird derweil zunehmend ausgebremst. So fordert das KI-Unternehmen Anthropic eine weltweite Pause bei der KI-Entwicklung und warnt vor den Risiken der Selbstoptimierung. KI-Modelle könnten bald in der Lage sein, sich ohne menschliches Eingreifen selbst zu verbessern. Kommt nun auch noch Zinsdruck auf, könnte dies die Aktien der finanzierungsintensiven Technologie-Unternehmen zusätzlich belasten.

Auf dem deutschen Parkett gaben Chipwerte am Freitag nochmals nach. Infineon DE0006231004 weiteten ihren Vortagesverlust um gut neun Prozent aus. Aixtron DE000A0WMPJ6 verloren im MDax fast fünf Prozent. Auch im Nebenwerteindex SDax DE0009653386 lagen Halbleiterwerte mit hohen Abschlägen hinten.

Wacker Chemie DE000WCH8881 setzte zusätzlich eine Verkaufsempfehlung der US-Bank Citigroup zu, die Papiere sanken am MDax-Ende um fast sechs Prozent. Der Markt überschätze wohl die Chancen im Halbleitergeschäft, hieß es.

Kursgewinne von knapp zwei Prozent für die Titel des Portalbetreibers Scout24 DE000A12DM80 stützten derweil die positive Tendenz der letzten Wochen. Am Vortag hatte Analyst Adam Berlin von der US-Bank Goldman Sachs mit einer Kaufempfehlung auf zweistelliges Gewinnwachstum und steigende Margen gesetzt.

Die Aktien von Flatexdegiro DE000FTG1111 gewannen fast drei Prozent. In einer Branchenanalyse der Berenberg Bank war der Online-Broker sehr gut weggekommen. Das Unternehmen biete bis 2028 die stärksten Gewinnaussichten im Sektor bei der niedrigsten Aktienbewertung, schrieb Experte Christoph Greulich.

Auf europäischer Ebene kam der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 auf ein Minus von 0,68 Prozent auf 6.062,07 Punkte. Der Londoner FTSE 100 GB0001383545 und der Züricher SMI CH0009980894 hingegen legten etwas zu. In New York gab der Dow Jones Industrial US2605661048 zum europäischen Börsenschluss um 0,6 Prozent nach./la/stk

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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