Gebäudeenergiegesetz, Koalition

Gebäudeenergiegesetz: Koalition verzögert Heizungsreform

03.02.2026 - 18:39:12

Die Reform des Gebäudeenergiegesetzes verzögert sich aufgrund von Uneinigkeit über die 65-Prozent-Regel und die Wärmeplanung, was zu Investitionsunsicherheit führt.

Die Bundesregierung ringt weiter um eine Einigung beim neuen Gebäudeenergiegesetz. Ein für Ende Januar angekündigtes Eckpunktepapier zur Reform der Heizungsvorgaben lässt auf sich warten. Die Verzögerung sorgt für Unsicherheit bei Hausbesitzern und der Industrie.

Streit um die 65-Prozent-Regel

Im Kern der Debatte steht die umstrittene 65-Prozent-Regel. Sie schreibt vor, dass neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Die Koalitionspartner sind sich uneins, wie streng diese Vorgabe in der Neufassung ausfallen soll.

Die Reform soll das Gesetz „technologieoffener, flexibler und einfacher“ machen – so steht es im Koalitionsvertrag. Doch genau daran scheitert es aktuell. Der ambitionierte Zeitplan gerät unter Druck: Eigentlich sollte die Novelle schon Ende Februar im Kabinett beschlossen werden.

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Wärmeplanung als Schlüssel

Ein zentraler Streitpunkt ist die Verknüpfung mit der kommunalen Wärmeplanung. Diese Pläne zeigen, wo künftig Wärmenetze entstehen sollen. Für Hausbesitzer sind sie entscheidend, um Investitionen in neue Heizungen abzusichern.

Die aktuelle Regelung sieht großzügige Übergangsfristen vor: Die 65-Prozent-Pflicht greift für Bestandsgebäude erst, wenn ein rechtsverbindlicher kommunaler Wärmeplan vorliegt. Großstädte müssen ihn bis Mitte 2026 vorlegen, alle anderen Kommunen bis Mitte 2028. Die Reform muss nun klären, wie diese Verzahnung genau aussehen soll.

Markt schafft Fakten, EU setzt Frist

Während die Politik diskutiert, entwickelt sich der Markt weiter. Aktuelle Absatzzahlen zeigen einen klaren Trend:
* Der Gesamtabsatz von Wärmeerzeugern sank 2025.
* Der Verkauf von Wärmepumpen legte deutlich zu.
* Erstmals wurden mehr Wärmepumpen als Gaskessel verkauft.

Gleichzeitig warnt die Heizungsindustrie vor Stellenabbau, wenn die gesetzlichen Vorgaben weiter unklar bleiben. Zusätzlichen Druck macht Brüssel: Die überarbeitete EU-Gebäuderichtlinie muss bis Mai 2026 in nationales Recht umgesetzt werden. Die deutsche Novelle muss diese ambitionierten Klimavorgaben integrieren.

Was die Verzögerung bedeutet

Die Hängepartie offenbart tiefe Gräben in der Koalition bei der Klimapolitik. Die geplante Umbenennung in „Gebäudemodernisierungsgesetz“ soll einen neuen, weniger konfrontativen Ansatz signalisieren. Doch wie sollen ohne klare Vorgaben die Klimaziele erreicht werden?

Experten wie die Bundesarchitektenkammer betonen: Technologieoffenheit braucht klare Leitplanken, um Planungssicherheit zu schaffen. Die aktuelle Unsicherheit bremst dringend benötigte Investitionen in Sanierung und Heizungstausch. Für Hausbesitzer bleibt nur, die Entwicklung aufmerksam zu verfolgen. Der langfristige Trend ist jedoch unumkehrbar: Die Abkehr von fossilen Heizungen schreitet voran.

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