Elon Musks Millardenklage gegen OpenAI vor Gericht
17.03.2026 - 00:00:23 | boerse-global.deEin US-Bundesrichter hat massive Zweifel an den astronomischen Schadensersatzforderungen von Elon Musk im Rechtsstreit mit OpenAI geäußert. Trotzdem darf ein Jury über die Forderung in Höhe von 134 Milliarden Euro entscheiden.
Die Klage des Tesla-Chefs gegen das KI-Unternehmen und dessen CEO Sam Altman nimmt Fahrt auf – doch die erste Hürde zeigte Schwächen in Musks Argumentation. Bei einer Anhörung am 13. März 2026 in Oakland äußerte Bundesrichterin Yvonne Gonzalez Rogers deutliche Skepsis gegenüber der Berechnungsmethode für die Schadenssumme. Sie ließ die Beweisführung dennoch für den Prozessbeginn Ende April zu.
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Richterin zweifelt an Millarden-Berechnung
Im Zentrum der Anhörung stand die Aussage eines Wirtschaftsgutachters von Musks Anwaltsteam. OpenAI hatte beantragt, dieses Gutachten komplett auszuschließen. Die Verteidigung argumentierte, die ökonomische Analyse zur Begründung der Forderung sei fundamental fehlerhaft.
Richterin Gonzalez Rogers teilte diese Bedenken. Medienberichten zufolge erklärte sie, die geforderten Milliarden schienen „ohne konkrete Begründung“ generiert worden zu sein. Die vorläufige Beweislage überzeuge sie nicht.
Dennoch entschied sie, dass nicht ein kurzer Antrag der Verteidigung, sondern erst die Jury im Hauptverfahren über die Plausibilität der Forderung urteilen soll. Diese Entscheidung räumt die letzte große prozessuale Hürde vor Prozessbeginn am 27. April aus dem Weg.
So begründet Musk seine 134-Milliarden-Forderung
Die Dimensionen der Klage sind beispiellos. Insgesamt fordert Musk Schadensersatz in Höhe von umgerechnet 134 Milliarden Euro. Davon sollen 109 Milliarden von OpenAI und weitere 25 Milliarden von Microsoft gezahlt werden.
Die Einbeziehung Microsofts begründet Musk damit, dass der Software-Riese unrechtmäßig von der OpenAI-Technologie profitiert habe. Grundlage der gesamten Forderung sind jedoch Musks eigene Beiträge in der Gründungsphase.
Laut dem Gutachten von Wirtschaftsexperte C. Paul Wazzan steuerten Musk und verbundene Investoren zwischen 2015 und 2018 etwa 38 Millionen Euro Startkapital und nicht-monetäre Beiträge bei. Diese frühen Beiträge sollen einen erheblichen Teil des Werts der damaligen Non-Profit-Organisation ausgemacht haben.
Da OpenAI sich später in eine hybride Unternehmensstruktur mit gewinnorientiertem Arm wandelte – bewertet mit Hunderten Milliarden Euro –, beansprucht Musk nun einen proportionalen Anteil an diesem kommerziellen Erfolg.
OpenAI wehrt sich gegen „grundlose“ Klage
OpenAI und Microsoft weisen die Vorwürfe entschieden zurück. Bei der Anhörung argumentierten Verteidiger, es gebe „keine gültige mathematische Gleichung“, die die Schlussfolgerungen des Gutachters stütze.
Ein Kernargument der Verteidigung betrifft die Rechtsnatur von Spenden. Für Beiträge an eine gemeinnützige Organisation erwerbe man keine Eigentumsanteile und habe keinen Anspruch auf finanzielle Rendite, so die Anwälte. Die Anwendung einer „Equity“-Schadensberechnung auf eine Non-Profit-Organisation sei rechtlich unzulässig.
OpenAI bezeichnet die gesamte Klage als grundlos und als Wettbewerbsmanöver. Schließlich betreibe Musk mit seinem Unternehmen xAI selbst einen direkten Konkurrenten im Markt für generative KI. Microsoft bestreitet ebenfalls jegliches Fehlverhalten.
Was der Prozess für die KI-Branche bedeutet
Der anstehende Prozess wirft grundsätzliche Fragen auf: Welche Rechte haben frühe Förderer, wenn Forschungsinitiativen zu gewinnorientierten Unternehmen werden? Die Entscheidung könnte einen Präzedenzfall für die gesamte Tech-Branche schaffen.
OpenAI wurde Mitte der 2010er Jahre als Non-Profit gegründet, um KI zum Nutzen der Allgemeinheit zu entwickern. Die spätere Umstrukturierung zur Akquise milliardenschwerer Investitionen löste bereits intensive Debatten über die ethischen und rechtlichen Verpflichtungen hybrider Unternehmen aus.
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Die schiere Höhe der Forderung spiegelt die enormen finanziellen Dimensionen des KI-Sektors wider. Bei Bewertungen führender Unternehmen in dreistelliger Milliardenhöhe haben Streitigkeiten über geistiges Eigentum und frühe Unternehmensstrukturen ungeahnte wirtschaftliche Konsequenzen.
Der Weg zum April-Prozess
Nach der jüngsten Entscheidung konzentriert sich alles auf den Jury-Prozess ab dem 27. April in Oakland. Die Verhandlung soll etwa vier Wochen dauern und Zeugenaussagen prominenter Tech-Persönlichkeiten umfassen.
Obwohl Musk seine Schadensersatzforderung vor die Jury bringen darf, deutet die Skepsis der Richterin auf eine schwierige Beweislage hin. Sein Team muss zwölf Geschworene überzeugen, dass frühe Spenden an eine Forschungsinitiative rechtlich einen Anspruch auf einen Milliardenanteil am späteren Unternehmenserfolg begründen.
Egal wie das Urteil ausfällt – der Prozess verspricht einen beispiellosen Einblick in die Anfänge des Unternehmens, das den aktuellen KI-Boom entscheidend mit angestoßen hat.
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