Cyberattacken, USA

Cyberattacken: EU und USA warnen vor neuen Gefahren für kritische Infrastruktur

14.02.2026 - 04:39:11

Nach einem Angriff auf Polens Stromnetz und neuen Schadprogrammen fordern US- und EU-Behörden dringend proaktive Sicherheitsmaßnahmen für kritische Infrastrukturen.

Die USA und die EU schlagen Alarm: Nach einem Angriff auf Polens Energienetz und neuen Schadprogrammen fordern Behörden weltweit sofortige Schutzmaßnahmen. Die Bedrohungslage für Industrie und Wirtschaft verschärft sich deutlich.

Diese Woche markiert einen Wendepunkt in der globalen Cybersicherheit. US-Behörden warnen vor akuten Schwachstellen in industriellen Steuerungssystemen, während die EU ein neues Werkzeug zur Absicherung von Technologie-Lieferketten vorstellt. Gleichzeitig enthüllen Forscher hochgefährliche neue Malware. Die Botschaft ist klar: Die Angriffe auf die Grundpfeiler der modernen Gesellschaft werden immer gezielter.

CISA warnt nach Angriff auf Polens Stromnetz

Auslöser der aktuellen Alarmstimmung ist ein schwerer Cyberangriff Ende Dezember auf Polens Energiesektor. Hacker griffen mindestens 30 Wind-, Solar- und Heizkraftwerke an. Sie nutzten unsichere, mit dem Internet verbundene Randgeräte als Einfallstor. Im Netzwerk angekommen, setzten sie zerstörerische Werkzeuge ein, die Firmware beschädigten und Daten auf Bedienoberflächen löschten.

Die Betreiber verloren so die Kontrolle und Übersicht über ihre Anlagen – ein Worst-Case-Szenario, das die US-Cybersicherheitsbehörde CISA für heimische Kritische Infrastrukturen verhindern will. In einer aktuellen Warnung weist die Behörde auf Standardpasswörter und ungepatchte Schwachstellen in Operational Technology (OT) als Hauptangriffsvektoren hin. Der Vorfall zeigt: Die Vernetzung von Büro-IT und Produktionsnetzwerken vergrößert die Angriffsfläche dramatisch.

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„Die Sicherheit von Netzwerk-Peripheriegeräten ist jetzt von größter Bedeutung“, so die Einschätzung von CISA. Die Behörde drängt Unternehmen, sofort Standardpasswörter zu ändern und ein robustes Patch-Management einzuführen.

EU reagiert mit neuem Werkzeugkasten für Lieferketten

Parallel zu den Warnungen aus Washington hat die Europäische Union am 13. Februar einen neuen ICT Supply Chain Security Toolbox vorgestellt. Entwickelt von der NIS2-Kooperationsgruppe, soll er einen einheitlichen europäischen Ansatz zur Risikobewertung von Technologie-Lieferketten schaffen.

Der Werkzeugkasten empfiehlt den Mitgliedstaaten konkrete Maßnahmen. Dazu gehören Methoden zur Bewertung kritischer Zulieferer und die Entwicklung von Multi-Vendor-Strategien, um Abhängigkeiten von risikobehafteten Anbietern zu vermeiden. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass eine einzige Schwachstelle in einer gemeinsamen Softwarekomponente Dutzende Hersteller und Millionen Nutzer treffen kann – ähnlich wie bei jüngsten koordinierten Sicherheitsupdates von über 60 Anbietern.

Das EU-Rahmenwerk zielt darauf ab, die Widerstandsfähigkeit gegen solche großflächigen Risiken und nicht-technische Bedrohungen wie ausländische Einmischung zu stärken.

Neue Malware bedroht Technologie- und Finanzsektor

Die ohnehin komplexe Bedrohungslage wird durch neue Schadsoftware-Kampagnen weiter verschärft. Sicherheitsforscher von Cisco Talos enthüllten am 13. Februar eine modulare Malware namens „VoidLink“. Eine bisher unbekannte Bedrohungsgruppe mit der Bezeichnung UAT-9921 nutzt dieses ausgeklügelte Werkzeugset seit mindestens 2019 für Angriffe auf Technologie- und Finanzdienstleister.

Ebenfalls am 13. Februar aktualisierte CISA seine Analyse der Backdoor-Malware „Brickstorm“. Ein neuer Variant nutzt .NET-Kompilierung, was ihn vielseitiger und schwerer zu erkennen macht. Diese Entwicklungen zeigen: Angreifer innovieren ständig, um moderne Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen.

Analyse: Der Druck für proaktive Verteidigung wächst

Die Ereignisse der letzten 72 Stunden zeigen ein klares Bild: Die Cyber-Bedrohung ist global und vielschichtig. Die CISA-Warnung, der EU-Ansatz und die neuen Malware-Funde sind keine Einzelfälle. Sie sind Teil eines Trends, bei dem staatliche und kriminelle Akteure zunehmend Grundsysteme angreifen – von Stromnetzen bis zur Unternehmenssoftware.

In den USA gewinnen Initiativen wie das FBI-Programm „Operation Winter SHIELD“ an Fahrt. Es fordert Organisationen auf, zehn grundlegende Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen. Diese Fokussierung auf Basishygiene – wie phishing-resistente Multi-Faktor-Authentifizierung – deckt sich mit den Lehren aus Polen, wo grundlegende Sicherheitslücken schwerwiegende Folgen hatten.

Der Ausblick ist eindeutig: Cybersicherheit ist keine reine IT-Frage mehr, sondern ein Fundament der nationalen und wirtschaftlichen Sicherheit. Unternehmen müssen sich auf strengere Regulierung und dringende Handlungsaufforderungen einstellen. Proaktive Maßnahmen wie umfassendes Asset-Management, schnelles Patchen und geschulte Mitarbeiter werden in der zunehmend gefährlichen digitalen Landschaft überlebenswichtig.

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