Bundesregierung will Mietrecht für möblierte Wohnungen verschärfen
08.02.2026 - 03:31:11Die Bundesregierung plant eine Transparenz-Offensive gegen überhöhte Mieten. Ein neuer Gesetzesentwurf soll Schlupflöcher bei möblierten Wohnungen schließen und die Mietpreisbremse wirksamer machen. Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) will Vermieter zu klaren Preisangaben verpflichten.
Möbel als geheime Miet-Treiber?
Das Problem ist bekannt: Die Mietpreisbremse gilt zwar auch für möblierte Wohnungen, doch in der Praxis nutzen viele Vermieter eine Grauzone. Sie schlagen pauschal und intransparent einen Möblierungszuschlag auf die Kaltmiete auf. Mieter können so kaum prüfen, ob die Grundmiete die gesetzliche Obergrenze einhält.
Diese Intransparenz hat in Ballungsräumen wie Berlin oder München zu einem Boom möblierter Angebote geführt. Experten sehen darin eine gezielte Strategie, höhere Mieten durchzusetzen. Eine Studie des Ministeriums bestätigte zwar keine systematische Umwandlung von Wohnungen, aber große Verunsicherung bei allen Beteiligten.
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Das plant das Justizministerium
Der Entwurf setzt an mehreren Stellen an, um für Klarheit zu sorgen:
- Transparenz-Pflicht: Der Möblierungszuschlag muss künftig separat im Mietvertrag ausgewiesen werden. Fehlt die Angabe, gilt die Wohnung als unmöbliert – ein Aufschlag ist dann unzulässig.
- „Angemessener“ Zuschlag: Die Höhe soll sich am Zeitwert der Möbel orientieren. Im Raum stehen zwei Modelle: Eine Pauschale von fünf Prozent der Nettokaltmiete oder ein Zuschlag von maximal einem Prozent des Möbelwerts pro Monat.
- Schärfere Regeln für Kurzzeitmieten: Die Ausnahme von der Mietpreisbremse soll nur noch für Verträge bis sechs Monate gelten. Damit will der Gesetzgeber verhindern, dass Dauermieten als Kurzzeit-Angebote getarnt werden.
Geteiltes Echo: Mieterbund warnt vor zu hoher Pauschale
Die Pläne stoßen auf unterschiedliche Reaktionen. Der Deutsche Mieterbund begrüßt grundsätzlich mehr Transparenz und die Orientierung am Zeitwert. Verbandspräsidentin Melanie Weber-Moritz warnt jedoch vor der diskutierten Fünf-Prozent-Pauschale: Sie könnte die Preisspirale weiter antreiben, statt sie zu bremsen.
Unterstützung kommt aus Kommunen mit angespannten Märkten. München fordert seit Langem verbindliche Regeln, damit die Mietpreisbremse nicht ins Leere läuft.
Warum jetzt? Ein Markt im Fokus
Die Politik reagiert auf einen rasant gewachsenen Markt. In den sieben größten deutschen Städten waren Ende 2025 über 25 Prozent der Online-Angebote möbliert. Besonders für junge Mieter sind diese Wohnungen attraktiv – für Vermieter oft lukrativer als unmöblierte.
Die geplanten Regeln würden die Machtverhältnisse verschieben: Mieter bekämen ein Prüfinstrument, Vermieter müssten genau dokumentieren und rechnen. Parallel sendeten auch die Gerichte Signale: Der Bundesgerichtshof urteilte kürzlich, dass reine Gewinnabsicht keine Kündigung bei Untervermietung rechtfertigt.
Der Entwurf wird nun in der Bundesregierung abgestimmt. Seine Umsetzung könnte den Markt für möblierte Wohnungen grundlegend verändern – hin zu mehr Fairness oder zurück zur klassischen Vermietung.
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