Bundesregierung, Umbau

Bundesregierung fördert Umbau von Büros zu Wohnungen

29.01.2026 - 17:22:12

Ab Sommer 2026 stellt die Bundesregierung 360 Millionen Euro für zinsgünstige Darlehen bereit, um Büroimmobilien in Wohnraum umzuwandeln. Die neu geschaffenen Wohnungen sind von Mietpreisbremsen befreit.

Die Bundesregierung startet ein Förderprogramm für die Umwandlung von Büroimmobilien in Wohnraum. Ab Sommer 2026 stellt sie 360 Millionen Euro für zinsgünstige Darlehen bereit. Das Programm namens „Gewerbe zu Wohnen“ soll Leerstand bekämpfen und neuen Wohnraum schaffen.

Finanzspritze ohne Mietpreisbremse

Das vom Bundesbauministerium entwickelte Programm richtet sich an Eigentümer von Gewerbeimmobilien. Kern sind zinsverbilligte Darlehen, die die oft teuren Umbaukosten senken sollen. Eine wichtige Entscheidung: Für die neu geschaffenen Wohnungen gelten keine Mietobergrenzen.

Die Regierung begründet dies mit fehlender verfassungsrechtlicher Kompetenz. Die Wohnungen können also zu marktüblichen Preisen vermietet werden – ein klares Signal an Investoren. Die 360 Millionen Euro stammen aus dem Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“.

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Leere Büros, volle Wartelisten

Der Handlungsdruck ist groß. Während bezahlbarer Wohnraum fehlt, steigt der Büroleerstand dramatisch. Laut einem Regierungsbericht kletterte die Leerstandsquote in deutschen Büromärkten von rund 2 Prozent (2019) auf 5,6 Prozent (2024).

Das sind etwa elf Millionen Quadratmeter ungenutzte Fläche. Treiber dieses Trends sind Homeoffice und mobile Arbeitsformen. Gleichzeitig suchen Zehntausende verzweifelt eine Wohnung. Die Umnutzung leerstehender Etagen erscheint da als naheliegende Lösung.

Klimaschutz durch kluge Nachnutzung

Die Umwandlung bietet städtebauliche und ökologische Vorteile. Schätzungen zufolge eignen sich in den sieben größten Städten rund 1,8 Millionen Quadratmeter Bürofläche grundsätzlich für eine Umwidmung.

  • Die Innenstädte werden belebt, Infrastruktur besser genutzt.
  • Es entsteht eine „Stadt der kurzen Wege“.
  • Die Weiternutzung bestehender Bausubstanz spart Ressourcen.

Experten gehen davon aus, dass eine Umnutzung im Vergleich zum Neubau bis zu zwei Drittel der CO2-Emissionen einsparen kann.

Branche begrüßt Impuls, sieht aber Hürden

Immobilienexperten bewerten den Vorstoß positiv, machen aber auf praktische Herausforderungen aufmerksam. Der Umbau ist technisch anspruchsvoll:

  • Brandschutz, Belichtung und Schallschutz müssen angepasst werden.
  • Grundrisse und Versorgungsleitungen sind komplett neu zu planen.
  • Oft steht die Baunutzungsverordnung einer Umwidmung entgegen.

Der Verzicht auf die Mietpreisbremse gilt als entscheidender Faktor für die Wirtschaftlichkeit. Parallel können Investoren weiterhin Fördermittel aus Programmen wie der „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) der KfW nutzen.

Wird die Bürokratie mitspielen?

Ob das Programm ein Erfolg wird, hängt nun von den Details ab. Das Bauministerium muss in den kommenden Monaten die Förderrichtlinien und Antragsverfahren ausarbeiten. Entscheidend wird sein, ob die bürokratischen Hürden für Genehmigungen gesenkt werden können.

Gelingt das, könnte die systematische Umnutzung von Gewerbeflächen zu einem festen Baustein der Stadtentwicklung werden – und Deutschlands Innenstädte nachhaltiger machen.

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