Agentic AI: Deutsche Konzerne setzen auf autonome Systeme für Wachstum
14.01.2026 - 04:33:12
Deutsche Unternehmen stellen ihre KI-Strategien radikal um: Statt nur Kosten zu senken, soll künstliche Intelligenz nun das Wachstum antreiben. Fast ein Drittel der Vorstände priorisiert bereits sogenannte Agentic AI – autonome Systeme, die komplexe Aufgaben eigenständig lösen. Das zeigt eine neue Studie von Thoughtworks.
Die Untersuchung unter 3.500 Führungskräften in sieben Ländern offenbart einen globalen Trend: 77 Prozent der Manager haben ihren KI-Fokus von der Effizienzsteigerung auf Innovation und Umsatzwachstum verlagert. In Großkonzernen sind es sogar 92 Prozent. Deutschland liegt mit 31 Prozent, die Agentic AI als Top-Priorität einstufen, knapp unter dem globalen Durchschnitt von 35 Prozent.
Was ist Agentic AI – und warum ist sie so mächtig?
Hier geht es um mehr als Chatbots oder Datenanalyse. Agentic AI-Systeme arbeiten mit hoher Autonomie. Sie nehmen ihre Umgebung wahr, treffen Entscheidungen und erledigen mehrstufige Prozesse – von der Lieferketten-Optimierung bis zur Softwareentwicklung – weitgehend ohne menschliches Eingreifen.
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„Das ist der logische nächste Schritt“, erklärt ein Analyst. „Die einfachen Effizienzgewinne sind ausgereizt. Jetzt geht es darum, mit KI völlig neue Geschäftsfelder zu erschließen und Wettbewerbsvorteile zu sichern.“ Besonders Branchen wie der Maschinenbau, die Logistik oder die Finanzdienstleistungen könnten profitieren.
Doch der international Vergleich zeigt: Deutsche Manager bleiben vorsichtig optimistisch.
Deutsche Zurückhaltung bei Erwartungen und Rollen
Nur 28,8 Prozent der hiesigen Führungskräfte erwarten, dass KI in den nächsten fünf Jahren ein Umsatzwachstum von über 15 Prozent bringen wird. In Schwellenländern wie Indien oder Brasilien rechnet fast die Hälfte der Manager mit solchen Sprüngen.
Auch bei den Strukturen hinkt Deutschland hinterher. Weltweit hat über die Hälfte der Unternehmen bereits einen Chief AI Officer (CAIO) eingesetzt – eine Schlüsselposition mit Budgetverantwortung. Hierzulande ist diese zentrale Steuerungsrolle noch weniger verbreitet. Experten deuten dies als Zeichen für einen dezentraleren, abteilungsgetriebenen Ansatz.
Bedeutet das, dass deutsche Unternehmen den Anschluss verlieren? Nicht unbedingt. Die gemäßigte Erwartungshaltung könnte auch strategische Umsicht spiegeln.
Vom Experiment zum industriellen Einsatz
Die Studie macht deutlich: Die Ära der KI-Experimente neigt sich dem Ende zu. Jetzt geht es um die Industrialisierung der Technologie. Agentic AI soll zur tragenden Säule der Unternehmens-IT werden und statische Automatisierung durch dynamische, intelligente Abläufe ersetzen, die sich in Echtzeit anpassen.
Die größte Hürde? Die Voraussetzungen schaffen. 84 Prozent der global Befragten sind überzeugt, dass KI menschliche Talente ergänzt – nicht ersetzt. Der Erfolg hängt also von robusten Daten, klarer Governance und vor allem von neuen Kompetenzen der Belegschaft ab. Die Karrierewege der Zukunft werden um die Mensch-KI-Kollaboration kreisen.
Die Richtung ist vorgegeben: Agentic AI wird zum Werkzeug, um Wertschöpfung in der globalen Wirtschaft neu zu erfinden. Deutsche Konzerne nehmen – typisch bedächtig – Kurs auf diese nächste Stufe der digitalen Transformation.
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