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Aktienmärkte, Anleger

DAX und Dow Jones: Fehlsignale in Sommermonaten

Die Bullen haben vorgestern Schlimmeres nur knapp verhindert und dem DAX zu einem wichtigen Comeback verholfen. Denn nachdem der DAX am Freitag bereits zum 4. Mal unter das Hoch vom 19. April gerutscht war (siehe rote Kreise im folgenden Chart), tauchte der deutsche Leitindex vorgestern zu Handelsbeginn zunächst weiter ab und damit tiefer in den Bereich der ehemaligen Seitwärtskonsolidierung ein. Es drohte somit Schlimmeres. Doch am Hoch vom 6. April, welches das obere Ende der engen Seitwärtsspanne markiert (gelbes Rechteck), fand der Index eine Unterstützung, die als Basis für eine Kurserholung diente (grüner Pfeil). Und mit dieser gelang dem DAX ein Comeback.

DAX - kurzfristige Chartanalyse

Denn die Kurserholung war so stark, dass sie den DAX erneut aus dem Bereich der Seitwärtskonsolidierung heraus- und bis in den flachen Aufwärtstrendkanal (grün) hineintrug. Auf diesem Niveau waren dann schon mehr als 61,80 % der erlittenen Kursverluste seit dem Rekordhoch aufgeholt. Aus Sicht der Fibonacci-Marken gilt die Korrekturbewegung damit bereits als beendet. Und somit ist erst einmal Entwarnung angesagt und vorerst nicht mehr mit scharf fallenden Kursen zu rechnen.

Bearishe und bullishe Signale bedürfen einer Bestätigung

Ist damit nun also aus Sicht der Bullen alles wieder Friede, Freude, Eierkuchen? Noch nicht! Am Freitag hatte ich darauf hingewiesen, dass eine einzelne rote Tageskerze noch nicht entscheidend ist und es noch einer zweiten roten Tageskerze bedarf. Doch nach dem kleinen Kurseinbruch vom Freitag hat es durch die vorgestrige Kurserholung keine Bestätigung der bearishen Signale gegeben. Das ist gut für die Bullen. Allerdings konnte der DAX gestern auch nicht weiter zulegen, weshalb es auch noch keine Bestätigung der schnellen Rückkehr der Bullen gegeben hat.

Und so ist derzeit etwas unklar, was der Markt eigentlich will. Die übergeordnete Aufwärtstendenz ist zwar noch intakt, die kurzfristige hingegen nicht. Stattdessen liegen im sehr kurzfristigen Bereich sogar tiefere Hochs und Tiefs vor.

Nur eine Konsolidierung auf hohem Niveau?

Ähnlich ist die Lage zum Beispiel auch im Dow Jones. Auch hier hat es durch die Kursverluste vom Freitag deutlich bearishe Signale gegeben. So war der US-Index im Rahmen seines Roundings (roter Bogen im folgenden Chart) unter die Tiefs vom 12. und 19. Mai gerutscht (roter Pfeil). Er brach damit wichtige Unterstützungen und markierte nach einem tieferen Hoch ein tieferes Tief.

Dow Jones - Chartanalyse

Doch auch hier wurden diese bearishen Signale durch die vorgestrige Kurserholung egalisiert. Denn es gelang immerhin die Rückkehr über die beiden Tiefs und in die enge Seitwärtsrange (gelbes Rechteck). Und so bilden die tieferen Hochs und Tiefs womöglich nur eine flache Konsolidierung auf hohem Niveau (grüner Trendkanal im folgenden Chart).

Dow Jones - Chartanalyse

Am Donnerstag hatte ich zum Dow Jones auch geschrieben, dass es noch eine Bestätigung für bearishe Signale braucht. „Und folgen dem Dow Jones dann die anderen Indizes mit nach unten, könnte es für die Bullen kritisch werden“, hieß es dazu. Wirklich bearish wird es demnach also erst, wenn nicht nur ein Index seine eigenen bearishen Signale bestätigt, sondern wenn sich auch noch zeigt, dass die anderen Aktenindizes ebenfalls solche Signale senden.

Denn ein Auseinanderdriften von verschiedenen Indizes ist in der aktuellen Marktlage eher ein Zeichen für Umschichtungen der Anleger. Und bislang war es so, dass sich die übergeordneten Aufwärtstrends fortgesetzt haben, wenn diese Umschichtungen endeten. Es braucht also derzeit deutlich mehr Anstrengung der Bären, um aus Kursverlusten eine Korrektur zu machen.

Fehlsignale im Sommerloch

Zudem möchte ich noch einmal an das alljährlich zu beobachtende Phänomen erinnern, wonach es gerade in den Sommermonaten (Juni und Juli) zu plötzlichen Richtungswechseln und vielen Fehlsignalen kommt. Die Leser des „Börse-Intern Premium“ hatte ich bereits in der Wochenausgabe vom 10. Juni darauf hingewiesen. Und ich habe gerade einmal im Archiv der Börse-Intern nach „Sommermonat“ und „Fehlsignal“ gesucht. Als erstes gefunden habe ich eine Ausgabe vom 09. Juli 2012. Auch darin heißt es gleich im ersten Satz: „Ja, diese Sommermonate und ihre unmotivierten, mit Fehlsignale gespickten Kursbewegungen.“ Es ist also kein neues, sondern ein absolut regelmäßiges Phänomen. Bereiten Sie sich daher darauf vor, dass es in den nächsten Tagen und Wochen zu weiteren Fehlsignalen an den Märkten kommt.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus

(Quelle: www.stockstreet.de)

@ ad-hoc-news.de | 23.06.21 09:11 Uhr